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Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Portraitfoto Karin Prien
Karin Prien

Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

© Joachim Welding

Kulturministerin Karin Prien zur Rückgabe des russischen Gemäldes „Waldweiher“: „Ein historischer Akt der Wiedergutmachung“

Datum 26.09.2017

Kiel.  Anlässlich der Rückgabe des im Zweiten Weltkrieg nach Deutschland verlagerten russischen Gemäldes „Waldweiher“ von Vasilij Dmitrievič Polenov erklärte Kulturministerin Karin Prien heute (26.September): „Dies ist ein besonderer Augenblick. Und es ist ein bewegender Augenblick. Wir geben ein Gemälde eines bedeutenden russischen Malers, des Malers Vasilij Dmitrievič Polenov, zurück in seine Heimat, nach Russland. Die Kunsthalle zu Kiel hat das Gemälde aus dem Jahr 1881 aus ihrer Sammlung als Beutekunst identifiziert. Prien: „Die Rückgabe dieses Kunstwerks an den rechtmäßigen Eigentümer, an den Staatlichen Literatur- und Architekturhistorischen Museumspark Taganrog, ist viel mehr als ein Rechtsakt. Es auch ein historischer Akt der Wiedergutmachung. Und es ist ein Zeichen des Friedens und der guten Beziehungen zwischen unseren Staaten.“ 

Das Gemälde „Waldweiher“  wurde 1986 im Rahmen eines Konvoluts bestehend aus 13 Gemälden des 19. Jahrhunderts von russischen und polnischen Künstlern mit Hilfe der Kulturstiftung des Landes SH (KSH) von der Kunsthalle erworben. „Wir werden das Gemälde vermissen“, so Prien weiter. „Aber wir werden uns an diesen Moment der Restitution, der ein Unrecht unserer gemeinsamen Geschichte heilt, erinnern.“ Seit 2015 untersucht die Kunsthalle zu Kiel systematisch ihre Bestände in einem vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste geförderten Projekt, um NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut in der Sammlung zu identifizieren.

 

Das Polenovs Werk wurde gegen Ende der Besatzung Taganrogs durch die deutsche Wehrmacht im August 1943 zusammen mit anderen Sammlungsstücken aus dem örtlichen Museum an einen unbekannten Ort verbracht. 1959 gelangte das Gemälde „Waldweiher“ durch die Münchener Kunsthandlung Hagmann und Gräf in die Sammlung des Schweinfurter Industriellen Georg Schäfer (1896-1975). 1986 erwarb der damalige Direktor der Kunsthalle zu Kiel, Jens Christian Jensen (1928-2013), das Werk von Polenov aus der Sammlung Schäfer.Die Recherchen des in der Kunsthalle zu Kiel zuständigen Provenienzforschers, Kai Hohenfeld, ergaben einen deutlichen Anfangsverdacht. Die Kunsthalle zu Kiel nahm daraufhin Kontakt zu dem bei der Kulturstiftung der Länder angesiedelten Deutsch-Russischen Museumsdialog (DRMD) und zum Staatlichen Literatur- und Architekturhistorischen Museumspark Taganrog auf. Im Austausch zwischen der Kunsthalle zu Kiel, dem DRMD sowie dem Museum in Taganrog konnten die Forschungen zur Verlustgeschichte zusammengeführt und die Identität des Werkes bestätigt werden.

 

Dem geltenden internationalen Recht entsprechend wird die Rückführung vorbereitet. Die offizielle Rückgabe des Werkes durch die Direktorin der Kunsthalle zu Kiel, Anette Hüsch, an die Direktorin des Staatlichen Literatur- und Architekturhistorischen Museumsparks Taganrog, Elisaveta Vasilievna Lipovenko, ist als öffentliche Veranstaltung für den 26. September 2017 um 18.00 Uhr geplant.

 

 

 

 

Verantwortlich für diesen Pressetext: Frank Lindscheid I Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (MBWK)

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