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Der Ministerpräsident - Staatskanzlei

Portraitfoto Daniel Günther
Daniel Günther

Ministerpräsident - Staatskanzlei

© M. Staudt / grafikfoto.de

Gelebtes Miteinander

Datum 24.08.2020

Nach seiner zweitägigen Sommertour in die Grenzregion gemeinsam mit Landtagspräsident Schlie hat Ministerpräsident nun Bilanz gezogen.

Ein Museumsbesuch im gerade wiedereröffneten Deutschen Museum Nordschleswig in Sonderborg bildete den Auftakt zum zweiten Tag der gemeinsamen Sommerreise von Ministerpräsident Daniel Günther und Landtagspräsident Klaus Schlie. Pünktlich zum 100-jährigen Jubiläum der deutsch-dänischen Volksabstimmungen war ein langgehegter Wunsch der deutschen Minderheit in Erfüllung gegangen: Anfang August eröffnete das frisch sanierte Museumsgebäude mit größerer Fläche und einer neugestalteten Ausstellung. Mit 1,2 Millionen Euro hatte der Bund das Projekt gefördert, für die Ausstellung gab das Land 300.000 Euro und das Auswärtige Amt 200.000 Euro. Es sei das größte Investitionsprojekt der Minderheit seit den 60er Jahren, sagte Günther. Nach dem gemeinsamen Rundgang mit Museumsleiter Hauke Grella betonte Günther, wie wichtig es sei, die Historie der Minderheiten darzustellen, wie und unter welchen Umständen sie entstanden seien. "Ich finde, das ist schon ein beeindruckender Ort, der wirklich eine super Dokumentationsstätte ist und wir sind zurecht stolz darauf." Im Anschluss trafen sich Günther und Schlie mit Vertreter:innen des Museums sowie der deutschen Minderheit zum Gespräch.

Gespräch mit der Feuerwehr

Drei Männer im Gespräch vor einem  Feuerwehrfahrzeug. Der stellvertretende Feuerwehrchef Allan Høgh (M.) führte Ministerpräsident Günther (l.) und die anderen Besucher durch die Wache. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Der Brandkaptain Kim Clausen (M.) führte Ministerpräsident Günther (l.) und die anderen Besucher durch die Wache. © Staatskanzlei

Im 66 Kilometer entfernten Tønder trafen die Reisenden aus Kiel Innenministerin Dr. Sabine Sütterlin-Waack, um mit ihr gemeinsam die Freiwillige Feuerwehr Tønder zu besuchen. Das Besondere am Feuerschutz- und Rettungswesen in der Grenzregion ist, dass die Wache aus Tønder im Notfall grenzübergreifend die Kolleg:innen auf deutscher Seite unterstützt. Feuerwehrhauptmann Kim Clausen führte die Besucher:innen durch die Wache und berichtete aus dem Feuerwehralltag. Wie gut die Zusammenarbeit der deutsch-dänischen Feuerwehrleute funktioniert, bekräftigten auch die Kamerad:innen aus dem Kreis Nordfriesland, die ebenfalls zu dem Austausch nach Dänemark gekommen waren.

Die Feuerwehren aus Schleswig-Holstein und dem südlichen Dänemark arbeiten seit langer Zeit eng zusammen. Neben den europaweit geltenden Verfahren zur Amtshilfe und dem europäischen Gemeinschaftsverfahren für den Katastrophenschutz bestehen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich Dänemark auch bilaterale Vereinbarungen zur gegenseitigen Unterstützung bei Schadenlagen. Ministerpräsident Günther war beeindruckt von der reibungslosen Zusammenarbeit der Feuerwehren, dabei würde der europäische Gedanke perfekt umgesetzt. Er wolle sich deshalb auch dafür einsetzen, dass das derzeit laufende Interreg-Projekt zur funktionellen Zusammenarbeit weiter fortgesetzt werde.

Handel in der Grenzregion

Die nächste Station der Sommerreise führte den Ministerpräsidenten und den Landtagspräsidenten zurück in den echten Norden nach Süderlügum. Dort stand ein Unternehmensbesuch der Firma Schmidt Im- und Export auf dem Programm. Die Geschäftsführerin Marieta Schmidt hieß die Besucher herzlich willkommen und berichtete bei einem Rundgang durch die Lagerhallen des Unternehmens aus der 30-jährigen Firmenhistorie. Anfangs handelte das Unternehmen mit Tannenbäumen und Blumen, heute ist es ein Großhandel für Süßwaren, Drogerieartikel, Wasch und Reinigungsmittel, Home-Care Produkte und Non-Food-Artikel und beschäftigt 18 Mitarbeiter:innen.

Menschengruppe vor einem Krankenwagen. Gruppenfoto mit den Mitarbeiter:innen der Rettungswache in Niebüll. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Gruppenfoto mit den Mitarbeiter:innen der Rettungswache in Niebüll. © Staatskanzlei

Zum Abschluss der Sommerreise ging es nach Niebüll, wo Günther und Schlie in der Rettungswache den Leiter des Rettungsdienstes, Jens-Peter Lindner und Nordfrieslands Landrat Florian Lorenzen trafen. Ähnlich zur Freiwilligen Feuerwehr in Tønder, rücken auch die Niebüller Einsatzkräfte im Notfall aus, um ihre dänischen Kolleg:innen zu unterstützen. Nach einem standesgemäßen Erinnerungsfoto und einem Rundgang durch die Rettungswache, erläuterte Lindner den Besucher:innen aus Kiel die grenzüberschreitende Ausbildung und Zusammenarbeit der Rettungskräfte. Seit 1993 gibt es die Rettungswache in Niebüll, sie wird vom Kreis Nordfriesland betrieben. Als Lehrrettungswache erfolgt dort die Ausbildung von Notfall- und Rettungssanitätern. Außerdem ist die Niebüller Rettungswache Notarztstandort. Seit 2002 gibt es den grenzüberschreitenden Rettungsdienst im Rahmen des Interreg-Projekts "Gefahrenabwehr ohne Grenzen". Ein Abkommen des Kreises Nordfriesland mit der Region Süddänemark ermöglicht den Einsatz deutscher Rettungskräfte in Süddänemark.

Tag 1 startete in Flensburg

Freundschaftliche Begrüßung vor dem Flensborghus: Tag 1 der Sommerreise von Ministerpräsident Daniel Günther und Landtagspräsident Klaus Schlie begann in Flensburg. Gemeinsam mit Europaminister Claus Christian Claussen sowie dem Minderheitenbeauftragten der Landesregierung, Johannes Callsen, trafen sie Vertreter:innen des SSF, des Südschleswigschen Wählerverbandes (SSW) und des Sydslesvigs danske Ungdomsforeninger (SdU), der Dachorganisation der dänischen Sport- und Jugendvereine in Südschleswig, um über Herausforderungen der kulturellen Arbeit in der Grenzregion zu sprechen.

Im Herz der dänischen Minderheit

2020 feiert der echte Norden

Weitere Informationen und Veranstaltungshinweise zum Deutsch-Dänischen Jubiläum. ­ 

Im Anschluss sagte Günther: "Unser erster Weg hat uns hier ins Herz der dänischen Minderheit geführt. Wir haben einen unglaublich freundlichen Empfang genossen und uns auch ausgetauscht über die aktuelle Situation, welche Herausforderungen wir noch vor uns haben. Das war ein Gespräch unter Freunden, die viele Gemeinsamkeiten miteinander haben. Wir sind alle miteinander stolz darauf, dass die Minderheiten Brückenbauer zwischen Schleswig-Holstein und Dänemark sind. In diesem Geiste haben wir das Gespräch geführt".

Er bedauerte, dass ausgerechnet im 100. Jahr der Volksabstimmung die Grenze coronabedingt geschlossen sein musste und dieses besondere Ereignis nicht entsprechend gewürdigt werden konnte. "Dieser Besuch ist für uns Ansporn, daran weiter zu gedenken und die Veranstaltungen, die nicht stattfinden konnten, zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen,weil es uns gemeinsam so wichtig ist, dieses bedeutende Ereignis zu feiern", erklärte der Ministerpräsident.

Austausch mit Schüler:innen

Danach besuchten Günther und Schlie eines von zwei dänischen Gymnasien im echten Norden – die Duborg-Skolen in Flensburg. Sie wurde unmittelbar nach der Volksabstimmung im Mai 1920 gegründet. Bei einem Rundgang mit Schülerbotschafterin Nantke Toben und Schülerbotschafter Konstantin Jockel sprachen sie mit den Jugendlichen über den Alltag als Teil einer Minderheit in Deutschland. Die beiden Teenager sind zweisprachig aufgewachsen. Im Festsaal der Duborg-Skolen berichteten sie aus ihrem Alltag und was es bedeutet, sich zwei Kulturen zugehörig zu fühlen. Beide Jugendlichen beteiligen sich regelmäßig an Schüleraustauschprogrammen, um die dänische Minderheit bekannter zu machen.

Nächster Halt: ECMI

Sevhs Männer sitzen an einem großen Tisch und unterhalten sich. Im Hintergrund sitzt eine Frau. Die Vertreter des ECMI erläuterten den Besuchern aus Kiel den Stand ihrer Forschungsarbeit. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Die Vertreter des ECMI erläuterten den Besuchern aus Kiel den Stand ihrer Forschungsarbeit. © Staatskanzlei

Direkt an der Flensburger Förde hat das Europäische Zentrum für Minderheiten (ECMI) seinen Sitz. Hier trafen sich der Ministerpräsident und der Landtagspräsident zum Austausch mit den Mitarbeitern der renommierten Forschungs- und Informationseinrichtung. Im Konferenzraum erläuterten die Wissenschaftler den beiden Besuchern ihre Arbeit. Das ECMI erforscht Sprache und Kultur diesseits und jenseits der Grenze. Ein spannendes Gebiet, denn die Minderheiten, sowohl in Deutschland als auch in Dänemark, entwickeln und verändern sich stetig weiter. Dabei gleichen sie sich immer mehr an, beobachten die Forscher:innen. Günther und Schlie zeigten sich beeindruckt von der Arbeit der Wissenschaftler:innen und ihrem internationalen Netzwerk. Sie sicherten den Vertretern des ECMI Unterstützung auch auf europäischer Ebene zu.

Das ECMI ist eine Stiftung und wurde 1996 gegründet. Stifter sind das Land Schleswig-Holstein, der Bund und das Königreich Dänemark. Deutschland und Dänemark finanzieren das ECMI zu gleichen Teilen.

Über die Grenze nach Dänemark

Am Nachmittag verließen der Ministerpräsident und der Landtagspräsident Flensburg, um sich auf die Reise ins dänische Nordborg zu begeben. Letzte Station des ersten Sommerreisetages war ein Besuch des dänischen Unternehmen Danfoss. Dort stand neben einer Bustour über das Firmengelände auch ein Gespräch mit der Geschäftsleitung über innovative Projekte zum Klimaschutz auf dem Programm. Das Unternehmen beschäftigt rund 28.000 Mitarbeiter:innen und ist im Bereich Wärme- und Kältetechnik sowie Hydraulik- und Elektromotoren tätig. Drei Firmenstandorte von Danfoss befinden sich in Schleswig-Holstein: zwei in Flensburg und einer in Neumünster.

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