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Schleswig-Holsteins Fernbeziehung

Staatskanzlei

Schleswig-Holsteins Fernbeziehung

Datum 22.06.2017

Seit fast 20 Jahren sind Schleswig-Holstein und die japanische Präfektur Hyogo eng verbunden. Am Anfang stand jedoch eine Katastrophe.

Panorama einer Großsstadt Kobe, Hauptstadt der japanischen Präfektur Hyogo. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Kobe, Hauptstadt der japanischen Präfektur Hyogo. © Staatskanzlei

Januar 1995. Japan, Kobe, die Hauptstadt der Präfektur Hyogo. Es ist viertel vor sechs in der Frühe, die Straßen sind wie leergefegt, liegen dunkel im anbrechenden Morgen, erleuchtet nur durch die Straßenlaternen. An diesem friedlichen Dienstagmorgen ahnt niemand, was sich nur 20 Kilometer südwestlich, in der Wasserstraße von Akashi, abspielt.

Hier, rund 16 Kilometer unter der Meeresoberfläche, schieben sich zwei tektonische Platten übereinander und entfesseln eine Naturkatastrophe, die noch Jahre später im Gedächtnis Japans eingebrannt ist. Nur 20 Sekunden dauert das Beben, das eine seismische Energie freisetzt, die der von 38 Hiroshima-Atombomben entspricht. Mehr als 6.400 Menschen verlieren ihr Leben, 300.000 ihr Zuhause. Das Erdbeben richtet Schäden in dreistelliger Milliardenhöhe an.

Beginn einer Partnerschaft

Ein halbes Jahr später reiste eine Wirtschaftsdelegation aus dem 9.000 Kilometer entfernten Schleswig-Holstein unter Leitung von Ministerpräsidentin Heide Simonis nach Japan und besuchte dabei auch Kobe. Dabei gewannen die deutschen Teilnehmer einen Eindruck der enormen Schäden, aber auch des zügig vorangehenden Wiederaufbaus. In den nächsten Monaten und Jahren fanden weitere Besuche und Gespräche von Vertretern aus Wirtschaft und Politik statt, um die Kontakte zu vertiefen.

Schulpartnerschaft zwischen Kiel und Kobe

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Auch auf einer anderen Ebene begann eine rege Partnerschaft: 1995 schlossen die Kieler Humboldtschule und die Hyogo Prefectural International High School in Kobe eine Schulpartnerschaft. Seitdem arbeiten beide Schulen eng zusammen und bieten ein Schüleraustauschprogramm, an dem bislang rund 200 Schüler teilgenommen.

Gegenbesuche und Zusammenarbeit

Im November 1997 erfolgte ein Gegenbesuch einer Delegation aus Hyogo unter der Leitung des Gouverneurs Toshitami Kaihara. Gemeinsam mit ihm unterzeichnete Simonis ein Partnerschaftsabkommen, in dem beide Seiten den Wunsch zum Ausdruck brachten, in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Technik und Kultur in Zukunft zusammenzuarbeiten.

Zwei Männer stehen nebeneinander Der Generaldirektor der Europäischen Vertretung der Präfektur Hyogo, Kiyoshi Kayashima (l.), zu Besuch in der Kieler Staatskanzlei. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Arbeitstreffen in der Kieler Staatskanzlei im Juni 2017: Der Generaldirektor der Europäischen Vertretung der Präfektur Hyogo in Paris, Kiyoshi Kayashima (l.) Beide Regionen treffen sich regelmäig zum gemeinsamen Austausch. © Staatskanzlei

Freundschaft erneuert

15 Jahre nach Unterzeichnung des Memorandums erneuerten Ministerpräsident Torsten Albig und Gouverneur Toshizo Ido im Jahr 2012 die Partnerschaft und vereinbarten eine enge Zusammenarbeit, insbesondere im Bereich der Erneuerbaren Energien.

2016 besuchte eine schleswig-holsteinische Delegation unter Leitung von Ministerpräsident Albig die japanische Partnerregion. Dabei stand vor allem die Partnerschaft im Bereich "Life Science" auf der Agenda. So schlossen der Cluster Life Science Nord und der Biomedical Cluster Kobe eine Kooperationsvereinbarung. Der schleswig-holsteinische Cluster ist ein Verbund aus 500 Biotechnologie-, Pharma- und Medizintechnik-Unternehmen sowie zahlreichen Forschungsinstitutionen, die an der Entwicklung von Medikamenten, Technologie und Dienstleistungen im Gesundheitssektor beteiligt sind.

Japanreise des Ministerpräsidenten

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