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Erfolgreicher Japanaufenthalt

Staatskanzlei

Erfolgreicher Japanaufenthalt

Datum 13.05.2016

Vor dem Rückflug hat Ministerpräsident Albig ein positives Fazit seiner Visite in Japan gezogen.

Ein Mann spricht an einem Rednerpult. Ministerpräsident Albig beim Treffen der deutschen und japanischen Life Science Cluster in Kobe. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Ministerpräsident Albig beim Treffen der deutschen und japanischen Life Science Cluster in Kobe. © Staatskanzlei

"Es war ein sehr erfolgreicher Besuch mit guten Fortschritten in der Bildung, akademisch und ökonomisch. Wir haben eine Schulpartnerschaft verlängert, eine Vereinbarung zwischen den Hochschulen in Kobe und Kiel geschlossen und eine Kooperation zwischen Life Science Nord und dem hier entsprechenden, sehr eindrucksvollen Life Science Cluster vereinbart," sagte Albig über seinen zweitägigen Japanbesuch.

Austausch über Energiepolitik

Im Gespräch mit dem Gouverneur von Schleswig-Holsteins Partnerprovinz, der Präfektur Hyogo, habe außerdem auch die Stärke Schleswig-Holsteins in der Energiepolitik eine besondere Rolle gespielt. "Gouverneur Ido zeigte sich sehr interessiert an der Umsetzung der Energiewende in Schleswig-Holstein. Er sieht die Bedeutung von Atomkraft deutlich differenzierter als viele andere in Japan und will langfristig einen Atomausstieg. Die Diskussion, was ist nach Fukushima, ist hier erkennbar noch nicht zu Ende." Dabei setze Ido, in Japan ein sehr bedeutender Politiker, allerdings eher auf Methanvorkommen in der Tiefsee als auf Erneuerbare Energien wie Windkraft. "Ich habe angeboten, dass wir überall da, wo dies gewünscht ist, auch gerne Hilfestellung geben, zum Beispiel in der Frage von Offshore-Techniken", so Albig.

Warmherziger Empfang

"Wir sind hier sehr freundlich und warmherzig empfangen worden. Man merkt, dass wir seit über 20 Jahren eine gewachsene Freundschaft, nicht nur Partnerschaft, mit der Präfektur Hyogo haben", sagte der Ministerpräsident. Am Vortag hatte er Gouverneur Ido wegen seines Engagements für die Zusammenarbeit mit dem Verdienstorden des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet. Ido hatte Albig den Hyogo Award verliehen. Diese gegenseitige Geste sei für ihn ein Höhepunkt des Besuchs gewesen, sagte der Ministerpräsident.

Besuchsprogramm zu Life Sciences

Der letzte Tag seiner Japan-Reise stand für Ministerpräsident Torsten Albig und Wirtschaftsminister Reinhard Meyer ansonsten ganz im Zeichen der Life Sciences. Mehr als 500 Biotechnologie-, Pharma- und Medizintechnik-Unternehmen sowie zahlreiche Forschungsinstitutionen entwickeln innovative Medikamente, Medizinprodukte und Dienstleistungen. Sie alle sind Teil des Cluster Life Science Nord, das zu jeweils 40 Prozent von den Ländern Schleswig-Holstein und Hamburg unterstützt wird.

Ein Mann blickt durch eine Fensterscheibe auf Reihen von Schränken eines Rechenzentrums. Ministerpräsident Albig besichtigte den K computer. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Ministerpräsident Albig besichtigte den K computer. © Staatskanzlei

Besichtigung des Supercomputers

Und so startete das Programm mit der Besichtigung des RIKEN Advanced Institute for Computional Science in Kobe, wo der K computer steht. Der japanische Supercomputer galt im Jahr seiner Inbetriebnahme (2011) als das schnellste und exakteste Rechnersystem der Welt. Derzeit ist er noch unter den TOP 5 weltweit. Seine Rechenkraft wird unter anderem im Bereich der Life Sciences genutzt, um die Funktion von Organen zu simulieren oder die Bindung von neuen Wirkstoffen zu erforschen.


Regenerative Therapien im Fokus

Weiter ging es für den Regierungschef und die 40-köpfige Delegation ins RIKEN Center for Developmental Biology (CDB), einem weltweit renommierten Forschungsinstitut, das führend bei der Entwicklung regenerativer Therapien ist. Ziel dieser Therapien ist es, patienteneigene Zellen so umzuprogrammieren, dass sie danach beschädigte oder kranke Organe wieder "funktionstüchtig" machen. Diese umprogrammierten Zellen werden als iPS-Zellen (induzierte pluripotente Stammzellen) bezeichnet. Am CDB wurde die weltweit erste an einem Patienten angewandte iPS-Zelltherapie zur Behandlung von altersbedingten Erkrankungen der Netzhaut des Auges entwickelt und 2014 umgesetzt. Das Center for Developmental Biology ist für norddeutsche Forscher und Unternehmer ein sehr wertvoller Kooperationspartner.

Zusammenarbeit der Life Science Cluster verlängert

Aus diesem Grund traf sich die Delegation am Mittag auch mit Vertretern der Foundation for Biomedical Research and Innovation (FBRI). Im Mittelpunkt stand die Unterzeichnung eines "Letters of Intent" zwischen FBRI und der Life Science Nord, um die Entwicklung von Innovationen für die Gesundheitswirtschaft zu fördern. Darin regeln beide Clustermanagement-Organisationen die Kooperation im RIT-Programm (Regional Industry-Tie-Up) der japanischen Außenhandelsorganisation JETRO, das den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen und Forschungseinrichtungen unterstützt. Das Programm wird bis 2017 verlängert, um die bislang sehr erfolgreiche Kooperation fortzusetzen.

Menschengruppe Ministerpräsident Albig (5.v.l.)  mit den Vertretern der beiden Clustermanagement-Organisationen. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Ministerpräsident Albig (5.v.l.) mit den Vertretern der beiden Clustermanagement-Organisationen. © Staatskanzlei

Ministerpräsident Albig würdigte die Zusammenarbeit der beiden Clustermanagement-Organisationen: "Life Science Nord hat einen mehr als passenden Partner gefunden, der nicht nur besonders fähig, sondern auch mutig ist. Diese Kooperation ist innovativ. Sie ist auf dem Weg zu neuen Horizonten und verbindet zwei Partner, die sich ganz und gar der medizinischen Forschung verschrieben haben und sie in eine neue Ära führen wollen."

Zukunftsträchtige Anknüpfungspunkte

"Schleswig-Holstein hat sich gemeinsam mit Hamburg mit der Einrichtung des Life Science Nord Clusters die Förderung der Life Science-Unternehmen in Norddeutschland zum Ziel gesetzt", sagte Minister Reinhard Meyer. "Dies geschieht unter anderem auch durch Kontakte zu Unternehmen und Einrichtungen auf internationaler Ebene. Durch die ähnlichen Schwerpunkte und Strukturen des norddeutschen und des japanischen Life Science Clusters ergeben sich hier viele zukunftsträchtige Anknüpfungspunkte."

Besuch bei Sysmex

Am Nachmittag besuchte Albig mit der Delegation die Firma Sysmex Corporation. Auf dem Programm stand die Besichtigung des Forschungs- und Entwicklungsgebäudes Technopark. Die Sysmex Corporation zählt zu den international führenden Anbietern von Lösungen für die Systematisierung von Prozessen in medizinischen Laboren, einschließlich Labordiagnostik und -automatisierung sowie klinischer Informationssysteme. In Norderstedt befinden sich die Firmenzentralen von Sysmex Europe und Sysmex Deutschland. Mit mehr als 500 Beschäftigten ist Sysmex einer der größten Arbeitgeber im Cluster Life Science Nord.