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Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein

© Archäologisches Landesamt S-H

Wie alt ist das Wrack am Strand von Sylt?

Im Oktober untersuchten Mitarbeiter des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein Wrackteile, die am Weststrand der Hörnum Odde, der Südspitze Sylts, zum Vorschein kamen (siehe Beitrag vom 14.10.2016: Das Wrack eines Plattbodenschiffs am Strand von Sylt).

Man sieht den Sägeschnitt einer Holzprobe.Eichenholzprobe © ALSH


Nun liegen die Ergebnisse der dendrochronologischen Untersuchung der entnommenen Holzproben vor. Die Analyse wurde am Deutschen Archäologischen Institut in Berlin durchgeführt. Sie ergab eine zeitliche Einordnung sowie eine Vermutung zur Herkunft des Holzes für zwei Spanten des Schiffes.


Die Eichenstämme, aus denen die Spanten hergestellt sind, wurden 1684 und 1690 gefällt. Die charakteristische Abfolge der Jahrringbreiten weist darauf hin, dass die Bäume im Havelgebiet gewachsen sind. Sie könnten von dort in die Elbe und dann nach Hamburg transportiert worden sein, denn Holz ist zu dieser Zeit eine begehrte Handelsware. Wo das Schiff gebaut wurde, wo sein Heimathafen lag und wohin es unterwegs war, bleibt jedoch weiter unbekannt.

Kielschwein mit MaststandspurKielschwein mit Maststandspur Anfang Dezember © Martin Lange


Die erneute Einmessung und Besichtigung der Wrackfundstelle am 9. Dezember 2016 zeigte, dass die im Oktober dokumentierten Bereiche des Wracks nicht mehr vorhanden sind. Dafür kamen neue Bereiche zum Vorschein. Hier wurde wesentlich mehr Nadelholz verbaut. Zwischenzeitlich war auch das Kielschwein freigespült worden. Dieses massive Holzteil ist das innen liegende Gegenstück zum Kiel des Schiffes. In die eckige Aussparung wurde der Mast eingelassen.


Die hochenergetische, erosive Situation an der Hörnum Odde sorgt dafür, dass die Holzteile des Wracks abgetragen werden. Aufgrund der fragmentarischen Erhaltung des Wracks, fehlender Beifunde und der notwendigen hohen Kosten kommt eine Bergung und Konservierung des Fundes jedoch nicht in Frage. Es bleibt die Dokumentation und wissenschaftliche Einordnung der Schiffskonstruktion. Arbeiten an dem Wrack werden jedoch durch die Fundsituation erschwert. Die Wrackteile werden nur bei Ostwindlagen, bei vollständig abgelaufener Ebbe für kurze Zeit sichtbar.

Wrackteile im WasserWrack in der Brandung © ALSH