Landesportal Schleswig-Holstein

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Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein

© Archäologisches Landesamt S-H

Dienststellen

Dienstellen des Archäologischen Landesamtes

Das Herrenhaus Annettenhöh ist seit 1991 Dienstsitz des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein. Das Land Schleswig-Holstein hatte den Besitz Annettenhöh 1985 von der Gräfin Ehrengard zu Rantzau auf Noer gekauft und das Anwesen grundlegend sanieren lassen.

Annettenhöh besitzt mit seinem Ende der 1980er-Jahre aufwendig restaurierten Saal einen Veranstaltungsraum für rund 100 Personen. Der Saal wird nicht nur für Dienstbesprechungen, sondern auch für wissenschaftliche Veranstaltungen und Tagungen vielfach genutzt. Im Hauptgebäude befinden sich auch die Büros der Mitarbeiter. Das benachbarte Gebäude wird als Werkstätten und Garagen genutzt.

Hauptstelle Schleswig

Der Besitz Annettenhöh wurde in den 30er-Jahren des 19. Jh. durch Dr. jur. Christian Ulrich Hans Baron von Brockdorff, der 1811 zum Obergerichtsrat und Landrat der Herzogtümer Schleswig und Holstein ernannt worden war, erworben. Er benannte den Besitz nach seiner Gemahlin Annette von Brockdorff, geb. von Lowtzow.
Auf den Ländereien befand sich auch ein kleines Gartenhäuschen, das Baron von Brockdorff häufig mit seiner Gemahlin Annette und seinem einzigen Sohn, Ludwig Ulrich Hans, besuchte.

AnnettenhöhSitz des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein © ALSH

1848 lag Annettenhöh im Kampfgebiet der Schlacht bei Schleswig, in der Dänen gegen Preußen kämpften. Bei diesen Kämpfen wurde auch das Gartenhäuschen zerstört und an seiner Stelle 1864 das Herrenhaus Annettenhöh von Dr. jur. Ludwig Ulrich Hans Freiherr von Brockdorff erbaut.

Dr. jur. Ludwig Ulrich Hans Freiherr von Brockdorff war bis dahin Diplomat im auswärtigen Dienst des Königreiches Dänemark und 1863 nach seiner Diplomaten-Laufbahn mit seiner Gemahlin Cäcilie von Brockdorff, geb. Kabrun, nach Schleswig zurückgekehrt. 1866 starb das einzige Kind des Freiherrn von Brockdorff und seiner Gemahlin Cäcilie von Brockdorff, Ulrich Bertram, im Alter von sieben Jahren. Daraufhin adoptierte die Familie von Brockdorff 1873 den vierjährigen Ulrich Carl Christian Graf Rantzau, dessen Vater, Hermann Graf zu Rantzau, 1872, erst 32jährig, verstorben war.

Dr. jur. Ulrich Carl Christian Graf Brockdorff-Rantzau (1869-1928) wurde der spätere Besitzer von Annettenhöh. Er war von 1894 an wie sein Adoptivvater im diplomatischen Dienst, u. a. 1912 Gesandter in Kopenhagen. Nach dem Ende des Kaiserreiches wurde Graf Brockdorff-Rantzau zunächst Staatssekretär, im Februar 1919 Reichsminister des Äußeren. Da er die harten Bedingungen des Versailler Vertrages als Leiter der deutschen Delegation nicht mildern konnte, lehnte er für sich die Unterzeichnung des Vertrages ab und trat im Juni 1919 als Außenminister zurück. Er bemühte sich als erster deutscher Botschafter in Moskau (1922-28) um eine deutsch-sowjetische Annäherung und trug zum Abschluss des Berliner Vertrages (1926) wesentlich bei. Brockdorff starb 1928 in Berlin.
Er ist im Park von Annettenhöh an der Seite seiner Mutter, Juliane Charlotte Christiane von Rantzau, geb. Gräfin von Brockdorff (1843-1923), und seines Zwillingsbruders Ernst Graf zu Rantzau (1869-1930) beigesetzt.

Der Besitz Annettenhöh ging dann auf den Sohn und Erben Ernst Graf Rantzau´s, Dr. jur. Frederik August Graf Rantzau, über. Dieser ist im Jahre 1945 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft umgekommen. Er war verheiratet mit Gräfin Ehrengard zu Rantzau auf Noer. Von ihr übernahm das Land Schleswig-Holstein 1985 das Herrenhaus Annettenhöh.

Außenstelle Neumünster

Die alte Papierfabrik

Das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein unterhält seit 1999 als einzige Dépendance eine Außenstelle in Neumünster. In der Außenstelle befinden sich das Gebietsdezernat Südost und Mitte. Sie ist in der alten Papierfabrik Neumünster, einem historischen Industriegebäude des 19. Jahrhunderts, untergebracht. Das dortige Büro umfasst mit Magazinräumen und Arbeitsräumen rund 180 Quadratmeter.

Die Papierfabrik Neumünster wurde 1849 von dem Unternehmer Gottfried Möller erbaut und zur industriellen Färbung von Papier genutzt. 1911 vernichtete ein Großfeuer das damalige Hauptgebäude. Es wurde wieder errichtet und aufgestockt und gewann nun in der Firmengeschichte seine eigentliche Bedeutung. 1934 übernahm Robert Wahle die Buntpapierfabrik. Er nutzte und vermietete die Räumlichkeiten als Lager- und Verkaufsflächen.
1990 übernahm die Stadt Neumünster das Gebäude mit dem Ziel, dort ein Industriemuseum einzurichten. Doch die Pläne zerschlugen sich. Ein privater Investor ließ das historische Gebäude schließlich in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein und Braunschweiger Architekturstudenten restaurieren.
Die Papierfabrik bietet heute auf 2.200 Quadratmetern Fläche vielfältige Nutzungsmöglichkeiten; eine Werbeagentur sowie eine Elektronikfirma sind inzwischen dort zu Hause. In den Räumen der alten Fabrik finden darüber hinaus regelmäßig kulturelle oder auch gesellschaftliche Veranstaltungen statt.