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Planung der neuen Brücke

Staatskanzlei

Planung der neuen Brücke

Das Kernstück der Planung ist der Neubau des Brückenbauwerks über den Nord-Ost-See-Kanal.

Visualisierung einer Autobahnbrücke, die über einen von einem Schiff befahrenen Kanal führt Visualisierung der neuen Brücke (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)So könnte die neue Brücke aussehen. © Verkehrsministerium

Ein Ersatzbauwerk ersetzt zwar "nur" ein bestehendes Bauwerk, ist dennoch aber ein komplexes Vorhaben, das sorgfältig geplant und vorbereitet werden muss.

Technische Machbarkeitsstudie

Die Planungen zum Ersatzbauwerk haben Anfang 2015 begonnen. Nach einigen Voruntersuchungen vor Ort, die z. B. Vermessungsarbeiten, Kartierungen, Bodenuntersuchungen etc. umfassten, und der Aufnahme des Bestandsbauwerks wurde eine technische Machbarkeitsstudie erarbeitet. In dieser Unterlage wurden verschiedene Bauwerksvarianten entworfen und miteinander verglichen.

Ziel dieser Untersuchung war es, nicht realisierbare oder nicht zielführende Varianten schon frühzeitig im Planungsprozess ausschließen zu können, um die weiteren Planungsschritte nur noch mit den realistischen Bauwerksalternativen durchzuführen. Folgende Varianten wurden in der technischen Machbarkeitsstudie untersucht:

  • Vergleich Brücke oder Tunnel
  • Gegenüberstellung Absenktunnel oder Bohrtunnel
  • Gegenüberstellung verschiedener Brückenkonstruktionen (Balkenbrücke, Schrägseilbrücke, Bogenbrücke)
  • Vergleich einteiliger oder zweiteiliger Brückenquerschnitt
  • Vergleich verschiedener Baumaterialien (Stahlbrücke, Spannbetonbrücke, Verbundbaubrücke (= Kombination aus einem Stahlträger und einer oben aufgelegten Betonplatte)
  • Variation der Pfeilerabstände (Hauptdurchfahrtsbreite auf dem Nord-Ostsee-Kanal)

Aktuell

Bund genehmigt sechsspurigen Ausbau der Rader Hochbrücke

PM Pressemitteilung vom 11.09.2017

Mehrere Bauwerksvarianten wurden aus Gründen der Wirtschaftlichkeit, des Bau- und Genehmigungsrisikos oder aus Umweltgründen ausgeschlossen. Es verblieben der Bohrtunnel und verschiedene Ausführungen der Balkenbrücke in Verbundbauweise mit zweiteiligem Brückenquerschnitt für die weitere Planung.

Vorplanung Bauwerk: Der Weg zur Vorzugsvariante

Im Planungsschritt der Vorplanung wurden die verbliebenen Varianten genauer untersucht. In der näheren Betrachtung stellte sich heraus, dass auch der Bohrtunnel u. a. aufgrund der großen Eingriffe in Natur und Landschaft während der Bauphase, der großen anfallenden Erdmengen und der hohen Kosten keine Alternative für den Ersatz der bestehenden Hochbrücke darstellt. Der Bohrtunnel wurde deshalb ebenfalls ausgeschlossen und wird nicht weiter betrachtet. In der Vorplanung waren somit nur noch verschiedene Varianten der Balkenbrücken verblieben. Diese unterschieden sich in der Ausbildung ihres Querschnittes, sie bestehen aber jeweils aus zwei voneinander getrennten Teil-Querschnitten.

Die Varianten werden derzeit durchgeplant und erneut hinsichtlich verschiedener Kriterien miteinander verglichen. So spielen Fragen der Wirtschaftlichkeit, der Bauzeit, der Robustheit und Erprobtheit der technischen Konstruktion sowie der Unterhaltungsfreundlichkeit eine wichtige Rolle in der Festlegung der Vorzugsvariante. Die Planungen hierzu werden noch in 2017 abgeschlossen.

Gleich mitgedacht: Windabweiser

Derzeit ist die Bestandsbrücke oft aufgrund von zu starkem Wind nur eingeschränkt befahrbar (Geschwindigkeitsbeschränkung für bestimmte Fahrzeuge) oder teilweise sogar gesperrt. Um zukünftig solche Einschränkungen zu vermeiden, soll die neue Brücke mit windabweisenden Wänden ausgestattet werden. Mit Hilfe von Windkanaluntersuchungen wird die optimale Höhe und Lage ermittelt und die Wirksamkeit der Wände in Bezug auf die verschiedenen Fahrzeugtypen Pkw, Lkw, Pkw mit Anhänger etc. wissenschaftlich untersucht.

Extrabreit: Der neue Querschnitt

Zeichnung eines Brückenquerschnitts mit Maßangaben Regelquerschnitt RQ36B (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Regelquerschnitt RQ 36 B für das Brückenbauwerk © Verkehrsministerium

Gemäß der Veröffentlichung der Straßenverkehrszählung 2015 hat der tägliche Verkehr über die Rader Hochbrücke zwischen 2010 und 2015 deutlich zugenommen - von 42.600 auf 54.200 Fahrzeuge pro 24 Stunden. Im Ergebnis der von der DEGES beauftragten Verkehrsuntersuchung wird ein Prognoseverkehr von rd. 60.900 Kfz/24 h für das Jahr 2030 ermittelt. Die Leistungsfähigkeitsberechnung ergibt, dass es mit einem vierstreifigen Querschnitt in 2030 zu Überlastungserscheinungen auf der Brücke kommen wird. Eine leistungsfähige Brücke ist also nur mit einem sechsstreifigen Querschnitt realisierbar.

Mit Schreiben vom 11. September 2017 hat das Bundesverkehrsministerium einem sechsstreifigen Querschnitt (RQ 36 B) zugestimmt, der zwischen der Anschlussstelle Büdelsdorf und dem Autobahnkreuz Rendsburg nunmehr realisiert werden soll.

Die nächsten Schritte

Nach Festlegung der Vorzugsvariante wird im nächsten Schritt der detaillierte Bauwerksentwurf erarbeitet und das Baustellen- und Logistikkonzept vertieft. Weder der Neubau noch der Abbruch werden emissionslos vonstattengehen können. Daher werden alle Möglichkeiten genutzt, um die Emissionen während des Baus so gering wie möglich zu halten.

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Die Anbindung der neuen Brücke

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