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Kreisverkehre - eine runde Sache

Staatskanzlei

Kreisverkehre - eine runde Sache

Kreisverkehre erfreuen sich in Schleswig-Holstein großer Beliebtheit - zwischen St. Peter-Ording auf der Halbinsel Eiderstedt und Burg auf Fehmarn ebenso wie zwischen List auf Sylt und Lauenburg an der Elbe. 190  gibt es inzwischen landesweit, zwei Drittel davon befinden sich in Ortschaften, die anderen sind außerorts.

Kreisverkehrsplätze haben gegenüber herkömmlichen Kreuzungen einige Vorteile. Sie zeichnen sich aus durch:

  • weniger Unfälle,
  • einen guten Verkehrsablauf,
  • eine vorteilhafte Einbindung in die Landschaft,
  • und sie sind kostengünstig.

Es gilt, unter Beachtung der Grenzen, die natürlich auch Kreisverkehrsplätze haben, die Verkehrssicherheit und Leistungsfähigkeit des Straßennetzes in Schleswig-Holstein weiter zu verbessern.

Beschilderung des Kreisverkehrs in Jarplund-WedingKreisel in Jarplund-Weding in der Nähe von Flensburg © M. Staudt (grafikfoto.de)

Warum Kreisverkehre?

Der erste Grund ist die Verkehrssicherheit: Nach einem Umbau zum Kreisverkehrsplatz sind die Unfallzahlen an Knotenpunkten um durchschnittlich 80 Prozent zurückgegangen. Zudem hat in der Regel die Schwere der Unfälle abgenommen. Der zweithäufigste Grund ist der Bau einer neuen Kreuzung oder Einmündung, bei der der Kreisverkehrsplatz dann gleich berücksichtigt wird. Weitere Gründe sind ein besserer Verkehrsfluss und eine optimale Verkehrsentwicklung, und letztlich geht es auch darum, Kosten zu sparen. Aber es kommt immer auf die konkrete Situation vor Ort an. Nicht überall ist ein Kreisverkehr die passendste Lösung.

Was sind Kreisverkehre?

Der Kreisverkehr heißt in der Fachsprache Kreisverkehrsplatz. Darunter versteht man einen Knotenpunkt, also eine Einmündung oder Kreuzung, mit drei oder mehr Knotenpunktarmen, die über eine im Richtungsverkehr befahrbare Kreisfahrbahn gleichrangig miteinander verknüpft sind. Ein Kreisverkehrsplatz besteht aus der Kreisinsel, der  Kreisfahrbahn und dem Fahrbahnteiler.
Grundsätzlich werden heute drei Möglichkeiten zur baulichen Gestaltung unterschieden: 

  • Der kleine Kreisverkehrsplatz mit einspuriger Verkehrsführung ist die Standardlösung.
  • Der Mini-Kreisverkehrsplatz bietet optimale Mobilität auf engstem Raum und ist ein Sonderfall für den innerstädtischen Bereich.
  • Der große Kreisverkehrsplatz mit zweispuriger Verkehrsführung ist ein Ausnahmefall.

Wer plant und baut Kreisverkehre?

Der jeweilige Straßenbaulastträger plant, baut, betreibt und erneuert seine Kreisverkehrsplätze. Zudem genehmigt der Baulastträger Maßnahmen, die von Kommunen oder privaten Investoren beantragt werden. Wer Straßenbaulastträger ist, ergibt sich aus der Zuordnung zu einer Straßenklassifizierung - für eine Landesstraße ist zum Beispiel das Land der Baulastträger.                     

Wie wird die Sache rund?

Es ist hilfreich, wenn bei der Planung die wichtigsten Dinge gleich berücksichtigt werden:

  • idealer Durchmesser: 35 bis 45 Meter,
  • Zufahrten rechtwinklig zum Kreismittelpunkt,
  • die Kreisinsel gestalten und bepflanzen,
  • Einfahr- und Ausfahrradien klein wählen,
  • Inseln in den Zufahrten einplanen,
  • außerorts abgesetzten Radweg einplanen,
  • die Befahrbarkeit für den Schwerverkehr berücksichtigen,
  • für rechtzeitige Erkennbarkeit sorgen sowie
  • Vorfahrt und Führung des ÖPNV beachten.

Wie verhält man sich als Verkehrsteilnehmer richtig?

Im Kreisverkehr geht es immer links herum. Die wichtigsten Verkehrsregeln sind:

  • Der Verkehr im Kreis hat Vorfahrt.
  • Bei der Einfahrt nicht blinken.
  • Bei der Ausfahrt immer blinken.
  • Die Mittelinsel darf nur von Fahrzeugen mit größeren Abmessungen bei zwingendem Bedarf überfahren werden.
  • Im Kreisverkehr ist das Halten auf der Fahrbahn verboten.