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Tiertötung

Staatskanzlei

Tiertötung

Ist das Töten von Saugferkeln zulässig? Unter welchen Umständen ist es zulässig? Wann ist es strikt untersagt? Was ist zu beachten? – Medienberichterstattungen haben zur Empörung bei Verbrauchern und zur Verunsicherung bei Tierhaltern geführt. Das Tierschutzgesetz macht hierzu klare Vorgaben, die nachfolgend erläutert werden.

Das Tierschutzgesetz (§ 2) erlaubt das Töten von Tieren nur, wenn ein vernünftiger Grund vorliegt. Dieser liegt vor bei verletzten Tieren oder Tieren mit einer Krankheit, die große Schmerzen oder Leiden verursacht, wenn es keine andere praktikable Möglichkeit gibt, diese Schmerzen oder Leiden zu lindern. In diesem Fall spricht man von einer Nottötung. Bei Ferkeln können dies z.B. ein fehlender Saugreflex, starke Unterkühlung, Kreislaufversagen, Festliegen oder eine angeborene Missbildung sein. Hier ist die Nottötung nicht nur zulässig, sondern der Tierhalter hat aus Tierschutzgründen sogar die Verpflichtung, die Tiere von ihren Schmerzen und Leiden zu erlösen. Die Entscheidung, ob das Tier unheilbar krank ist, muss für jedes einzelne Tier vom Tierhalter getroffen werden. Eine Entscheidung unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ist nicht zulässig. In einem solchen Fall liegt kein vernünftiger Grund nach dem Tierschutzgesetz vor, und die Tötung erfüllt einen Straftatbestand.

Gemäß § 4 Tierschutzgesetz muss ein Tier vor dem Töten betäubt werden. Diese Betäubung muss so erfolgen, dass das Tier schnell und unter Vermeidung von Schmerzen in einen Zustand der Wahrnehmungs- und Empfindungslosigkeit versetzt wird. Für das Ferkel bis zu einem Gewicht von 5 kg kann dies z.B. durch einen stumpfen Schlag auf den Kopf erfolgen. Dabei wird der Gegenstand, z.B. ein hartes Rundholz, zum Tier geführt. Die Wirksamkeit der Betäubung ist zu kontrollieren. Zeichen für eine sichere Betäubung sind das Erschlaffen der Muskulatur, starre Krämpfe ohne gerichtete Bewegungen, starre Augen und ein fehlender Lidschlussreflex. Ist das Tier sicher betäubt, erfolgt die Entblutung. Diese muss ohne Zeitverzug, d.h. direkt im Anschluss an die erfolgreiche Betäubung, erfolgen. Der rasche Blutentzug kann durch ein Durchtrennen beider Halsschlagadern - dem Halsschnitt - oder einen Bruststich erfolgen.

Anzeichen eines gesichert eingetretenen Todes sind das Ausbleiben von Atmung und Reflexen, eine erweiterte Pupille sowie das Erschlaffen der Muskulatur. Nach Feststellung des Todes muss das Tier noch mindestens zehn Minuten für eine Kontrolle zugänglich sein. Erst dann darf ein Verbringen in den Entsorgungsbereich erfolgen.

Zusammenfassend sei darauf hingewiesen, dass diese Vorgaben rechtlich bindende Vorgaben sind. Es ist auch weiterhin nicht erlaubt, die Ferkel zum Töten gegen Wände, Kanten oder auf den Boden zu schlagen. Die Nottötung von Ferkeln ist immer eine Einzelfallentscheidung und besteht aus zwei Schritten: der Betäubung und der Tötung. Bei der Betäubung mit einem stumpfen Schlag auf den Kopf ist es zwingend notwendig, dass der Gegenstand zum Tier geführt wird. Das Töten muss durch Blutentzug erfolgen.