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Mehrstufenmodell der DaZ-Sprachbildung

Staatskanzlei

Mehrstufenmodell der DaZ-Sprachbildung

Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache erhalten eine umfangreiche Sprachbildung

Sie sollen in Schulen aller Schularten im Rahmen einer durchgängigen Sprachbildung so gefördert werden, dass sie erfolgreich am Unterricht teilnehmen können und lernen, die deutsche Sprache in Wort und Schrift zu beherrschen. Zusätzlich zum Unterricht erfolgt eine Förderung in ergänzenden Sprachförder- und Integrationsmaßnahmen, zum Beispiel am Nachmittag und in den Ferien. So sollen den Schülerinnen und Schülern Bildungserfolge und der jeweils für sie oder ihn höchstmögliche Bildungsabschluss eröffnet werden - das ist die Grundlagen für eine gleichberechtigte schulische, berufliche und gesellschaftliche Teilhabe.

Beschulung in einem DaZ-Zentrum

Kinder und Jugendliche mit keinen oder äußerst geringen deutschen Sprachkenntnissen erhalten zunächst eine intensive Sprachbildung in den DaZ-Zentren ("Deutsch als Zweitsprache"). In jedem Kreis und in jeder kreisfreien Stadt gibt es DaZ-Zentren - inzwischen ist ein landesweites Netz von 270 DaZ-Zentren entstanden. Ein DaZ-Zentrum mit Basisklassen ist Bestandteil einer allgemein bildenden Schule und zuständig für die Sprachbildung in einem definierten Einzugsbereich.

Im Rahmen der Beschulung in der Basisstufe im DaZ-Zentrum erhalten die Schülerinnen und Schüler DaZ-Unterricht im Umfang von 20 bis 25 Wochenstunden, mindestens jedoch 15 Wochenstunden, der von Lehrkräften mit einer Zusatzqualifikation für DaZ erteilt wird. Erhalten die Schülerinnen und Schüler weniger als 20 bis 25 Wochenstunden DaZ-Unterricht, so werden sie in der verbleibenden Schulzeit in den Regelunterricht integriert. Diese Teilintegration soll abhängig von der jeweiligen Sprachentwicklung der Schülerinnen und Schüler sukzessive in immer mehr Unterrichtsstunden und Fächern erfolgen. In der Primarstufe gilt die Verlässlichkeit.

Der Wechsel von der Basis- in die Aufbaustufe richtet sich nach der jeweiligen Sprachentwicklung der Schülerinnen und Schüler und erfolgt in der Regel nach einem Jahr. In begründeten Ausnahmefällen kann der Verbleib in der Basisstufe bis zu zwei Jahren betragen. Für Schülerinnen und Schüler, die erst in der Basisstufe alphabetisiert werden, besteht die Möglichkeit, den Verbleib in der Basisstufe auf insgesamt bis zu drei Jahre zu verlängern.

Beschulung an einer Regelschule

Die Schülerinnen und Schüler verlassen die DaZ-Basisklasse und wechseln in die Regelschulen aller Schularten. Dort nehmen die Schülerinnen und Schüler grundsätzlich in einer ihrer Altersstufe entsprechenden Klasse in vollem Umfang am Unterricht der Schulen teil. Zusätzlich erhalten diese Kinder und Jugendlichen ergänzenden DaZ-Unterricht im Umfang von mindestens zwei und bis zu sechs Wochenstunden. Dieser Unterricht erfolgt entweder durch Lehrkräfte des für sie zuständigen DaZ-Zentrums oder durch DaZ-Lehrkräfte der Schule, zu der das Schulverhältnis besteht.

Vollständige Integration

Im Rahmen der durchgängigen Sprachbildung werden die Schülerinnen und Schüler durch sprachsensiblen Unterricht in allen Fächern und in allen Schularten darin unterstützt, Deutsch als Bildungssprache möglichst gut zu beherrschen. Die Sprachbildung soll entsprechend dem individuellen Bedarf kontinuierlich fortgesetzt werden. Die integrative Sprachbildung als Teil durchgängiger Sprachbildung ist mehr als bisher Aufgabe jedes Unterrichts und erfolgt durch alle Lehrkräfte aller Schulen, und zwar im Unterricht selbst, unterrichtsbegleitend sowie fächerbezogen.

Organisationsstruktur der DaZ-Zentren

 

Die Schulrätinnen und Schulräte in den Kreisen und kreisfreien Städten entscheiden über die Einrichtung von DaZ-Zentren an allen Schularten und die Umsetzung des zusätzlichen DaZ-Unterrichts im Rahmen der Aufbaustufen. Sie werden in ihrer DaZ-Arbeit von den in den Kreisen und kreisfreien Städten tätigen Kreisfachberaterinnen und Kreisfachberatern für DaZ unterstützt. In jeder Schule gibt es eine Lehrkraft als Ansprechperson für DaZ.

DaZ-Zentren können an allen allgemein bildenden Schulen geführt werden und sind jeweils Teil einer Schule. Sie bestehen aus mindestens einer Lerngruppe und mindestens 16 Schülerinnen und Schülern in der Basisstufe.

Die DaZ-Zentren sind in allen Schularten der allgemein bildenden Schulen so einzurichten, dass einerseits DaZ-Fachwissen gebündelt und ein verantwortungsvoller Einsatz der DaZ-Lehrkräfte sichergestellt und andererseits eine Teilintegration in dafür geeigneten Fächern umgesetzt werden kann. Zudem sollen die Schulwege der Kinder und Jugendlichen möglichst kurz gehalten werden.

Alle sind diesen Zielen verpflichtet:

  • Schülerinnen und Schüler mit einer anderen Erstsprache die erforderlichen Kenntnisse für eine erfolgreiche Teilnahme am Unterricht der deutschen Sprache zu vermitteln;
  • den Kindern und Jugendlichen Orientierung und Unterstützung für eine ihrer Begabungen entsprechende Schullaufbahn zu geben;
  • die Eltern und die beteiligten Schulen zu beraten;
  • die Schulen bei der sprachlichen und sozialen Integration der Schüler zu unterstützen;
  • die Schülerinnen und Schüler in einem möglichst kurzen Zeitraum auf ein sprachliches Niveau zu bringen, dass sie am Regelunterricht teilnehmen können (Teilintegration/Vollintegration);
  • eine durchgängige Sprachbildung in allen Fächern und Jahrgangsstufen des Regelunterrichts zu erreichen.

Qualifizierung und Fortbildung

In den Basiskursen der DaZ-Zentren und in den Aufbaukursen der allgemein bildenden Schulen unterrichten grundsätzlich Lehrkräfte mit einer Qualifikation für Deutsch als Zweitsprache, die sie entweder im Rahmen ihrer Ausbildung oder am Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein (IQSH) erworben haben. Durch eine modularisierte DaZ-Qualifizierung im IQSH konnten seit Beginn der Weiterqualifizierung im Jahr 2011 bereits rund 900 Lehrkräfte qualifiziert werden.

In der zweiten Phase der Lehrkräfteausbildung ist Deutsch als Zweitsprache integraler Bestandteil der Ausbildung im Fach Deutsch. Darüber hinaus erhalten alle Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst eine Einführung in das Konzept des Landes zur durchgängigen Sprachbildung.

Für künftige Lehramtsstudierende gilt, dass im Lehrkräftebildungsgesetz die durchgängige Sprachbildung als Pflichtelement in allen entsprechenden Studiengängen verankert worden ist, sodass sich die Universitäten des Landes bis 2017 an die Neuregelung anpassen. An der Europa-Universität Flensburg ist dies bereits seit 2013 eingeführt.

Mit Inkrafttreten der neuen Ausbildungs- und Prüfungsordnung zum 01. Februar 2016 können Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst ein DaZ-Zertifikat erwerben, das die Hausarbeit im Rahmen der zweiten Staatsprüfung ersetzt. Der Zertifikatskurs schließt mit einer benoteten Klausur ab und vermittelt Kenntnisse über den Zweitsprachenerwerb, die Grundsätze der Entwicklung von Sprachkompetenz, die Didaktik und Methodik des Unterrichts in Deutsch als Zweitsprache, die Nutzung der zur Verfügung stehenden Medien sowie rechtliche Rahmenbedingungen.

Ansprechpartnerin im Bildungsministerium

Kontakt

Referat für Sonderpädagogische Förderung, Inklusion und Integration im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein

Susan Kagelmacher
Deutsch als Zweitsprache
Jensendamm 5
24103 Kiel
Telefon: 0431 9882240
Fax: 0431 988 6132240