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Biosphärenreservate

Staatskanzlei

Biosphärenreservate

Seit 1976 werden im Rahmen des UNESCO-Programmes "Man and the Biosphere" (MAB) Biosphärenreservate anerkannt.

Dabei handelt es sich um großflächige Natur- und wertvolle Kulturlandschaften, die heute weltweit als Beispiel-Landschaften für die im Rahmen der AGENDA 21 formulierten Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung gesehen werden.

Ein Biosphärenreservat soll insbesondere drei sich ergänzende Funktionen erfüllen:

  • eine Schutzfunktion zum Zwecke der Erhaltung der biologischen Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten, Ökosysteme und Landschaften,
  • eine Entwicklungsfunktion, um nachhaltige, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklungen zu fördern, sowie
  • eine logistische Funktion, um Demonstrationsprojekte, Umweltbildung, Ausbildung, Forschung und Umweltbeobachtung, bezogen auf lokale, nationale und weltweite Angelegenheiten von Schutz und nachhaltiger Entwicklung zu unterstützen.

Darüber hinaus wird durch § 25 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) beziehungsweise § 14 Landesnaturschutzgesetz (LNatSchG) die Möglichkeit eröffnet, Biosphärenreservate als rechtsverbindlich festgesetzte einheitlich zu schützende und zu entwickelnde Gebiete auszuweisen.

In Schleswig-Holstein gibt es zwei Biosphärenreservate:

  • der "Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer" wurde 1990 als Biosphärenreservat der UNESCO anerkannt und 2005 erweitert zum "Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halligen".
  • 1997 erklärte die UNESCO das Gebiet von der Lutherstadt Wittenberg in Sachsen-Anhalt bis Tesperhude in Schleswig-Holstein zum länderübergreifenden Biosphärenreservat "Flusslandschaft Elbe".

Weitere Informationen:

UNESCO-Programm "Man and the Biosphere"

Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer

Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe

In Schleswig-Holstein gibt es neben dem Nationalpark Wattenmeer noch ein weiteres Biosphärenreservat: die Flusslandschaft Elbe. Dieses größte deutsche Biosphärenreservat umfasst 342.848 Hektar und erstreckt sich über 400 Kilometer entlang der mittleren Elbe über die fünf Bundesländer Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Um die zur Erhaltung und Entwicklung notwendigen Maßnahmen aufeinander abzustimmen, haben diese Elbe-Anliegerländer eine Arbeitsgemeinschaft "Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe" gebildet.

Die Anerkennung als Biosphärenreservat erfolgte im Oktober 1997; die Anerkennungsurkunde wurde am 22. April 1998 dem federführenden Bundesland Sachsen-Anhalt übergeben. Damit wurde erstmals in Europa ein noch naturnaher Niederungsstrom mit seiner historisch gewachsenen Kulturlandschaft in solcher Größenordnung mit diesem Schutzstatus versehen.

Mit 553 Hektar ist der schleswig-holsteinische Anteil der kleinste (0,1 Prozent). Der schleswig-holsteinische Teil wird im wesentlichen durch die beiden Naturschutzgebiete "Hohes Elbufer zwischen Tesperhude und Lauenburg" (455 Hektar) und "Lauenburger Elbvorland" (57 Hektar) im Kreis Herzogtum Lauenburg als Pflegezone gebildet, Flächen außerhalb der Naturschutzgebiete bilden die Entwicklungszone.

Weitere Informationen erhalten Sie auf den folgenden Internetseiten:

Kurzcharakterisierung Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe

Gesamtgröße:
342.848 Hektar

Beteiligte Bundesländer:
Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein

Teilgebiet Schleswig-Holstein:
Größe: 553 Hektar

Lauenburger Elbvorland:
Flussuferbereich der Elbe mit wechselnassen Röhrichten, Spülsaumformationen, Flut- und Magergrasfluren (Weiden oder Talwiesen), Brenndolden-Wiesen. Im Ostteil Uferweidengebüsch

Hohes Elbufer:
Flussuferbereich der Elbe mit wechselnassen Röhrichten, Spülsaumformationen und Weidengebüschen, zum Teil auch Grünland (Weiden oder Talwiesen), bewaldeter Geesthang, sonnige Säume, Rutschhänge.

Nutzungen:

  • Grünland: 83 Hektar (davon etwa 55 Hektar Feucht- und Auengrünland)
  • Wald: 363 Hektar (davon etwa 10 Hektar Auwald)
  • Gewässer (Elbe): 94 Hektar (einschließlich Ufervegetation)
  • Sonstige Rieder, Röhrichte und Hochstaudenfluren: 18 Hektar

Schutzwürdigkeit:
Großflächig naturnahe Elbuferbiotope, Vorkommen zahlreicher Elbstromtalpflanzen, biologisch-arealkundlich sehr wertvolles Gebiet; einziger größerer unbedeichter Elbwarder an der unteren Mittelelbe in Schleswig-Holstein

Geowissenschaftliche Bedeutung:
Geowissenschaftlich wertvolle und landschaftsprägende Steilabfälle des Urstromtals.