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IQB 2016: Viertklässler halten Bildungsniveau

Staatskanzlei

IQB 2016: Viertklässler halten Bildungsniveau

Gegen den Abwärtstrend: Schülerinnen und Schüler mit konstanten Leistungen

Zwei Kinder sitzen nebeneinander Zwei Grundschülerinnen (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Die Leistungen der schleswig-holsteinischen Schüler sind im Vergleich zum Bundestrend konstant. © M. Staudt / grafikfoto.de

Für mehr als 29.000 Viertklässler an 1.508 Grundschulen in ganz Deutschland hieß es im vergangenen Jahr 2016: Antreten zum großen Leistungstest im Rahmen des IQB-Bildungstrends. Dabei wurde der Leistungsstand in den Fächern Deutsch und Mathematik untersucht und mit Daten aus dem Jahr 2011 verglichen. Das Resultat: Bundesweit haben die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler in allen Bereichen abgenommen - eine Ausnahme bilden die schleswig-holsteinischen Viertklässler.

Gegen den Abwärtstrend

"Schleswig-Holstein entwickelt sich gegen den bundesweiten Abwärtstrend. Das ist zu einem großen Teil der engagierten Arbeit unserer Lehrkräfte zu verdanken", sagte Bildungsministerin Karin Prien. 2011 hätten die Schüler aus dem echten Norden noch im Durchschnitt oder darunter gelegen, heute lägen die Kompetenzen teilweise über dem Durchschnitt. Besonders erfreulich sei, dass es aktuell im Kompetenzbereich "Lesen" rund 1.000 Schüler weniger gebe, die die Mindeststandards der Jahrgangsstufe nicht erfüllen.

Die Studie zeige aber auch Handlungsfelder in Mathematik und Rechtschreibung auf, etwa die Verbesserung der Unterrichtsqualität und die Sprachförderung in den Grundschulen. "In der Rangfolge der Bundesländer liegt Schleswig-Holstein inzwischen vorne beziehungsweise im Mittelfeld, aber der Maßstab hat sich verändert. Nüchtern betrachtet stagniert das Leistungsvermögen in Schleswig-Holstein. Das ist kein befriedigendes Ergebnis und es bleibt viel zu tun", sagte die Ministerin.

Portraitfoto Karin Prien

Wir haben jetzt eine fundierte Rückmeldung über das Bildungssystem und über unsere eigenen Stärken und Schwächen. Darauf können wir aufbauen

Karin Prien

Grundschulen im Fokus

Prien betonte, es sei richtig, in den kommenden Jahren einen Schwerpunkt auf die Unterrichtqualität bei den Grundschulen zu legen, etwa durch mehr Unterricht in den Jahrgangsstufen 1 und 2 sowie neue Fachanforderungen für Mathematik und Deutsch. "Die verbundene Schreibschrift soll verpflichtend werden und den Kindern von Anfang an das richtige Schreiben vermittelt werden." Außerdem solle jedes Kind bis zum Ende der vierten Klasse einen Grundwortschatz von rund 800 Wörtern beherrschen. Seit 2013 muss jeder angehende Grundschullehrer Basisqualifikationen in Deutsch und Mathematik erwerben. Dieser Weg habe sich als richtig erwiesen, sagte die Ministerin: "Wir werden die Ausbildung dieser Lehrkräfte noch verbessern und gemeinsam mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern dazu Vorschläge erarbeiten."

Fünf-Punkte-Katalog

Die Bildungsministerin stellte einen Fünf-Punkte-Maßnahmenkatalog für die Grundschularbeit vor. Dazu gehören die Arbeitsschwerpunkte :

  • Risikogruppe weiter verkleinern - gute Projekte ausbauen: Gut eingeführte Projekte, die insbesondere an den Grundschulen schwache Schülerinnen und Schüler unterstützen, müssen weiter ausgebaut werden. Beispielhaft dafür stehen „Mathe macht stark“ und „Lesen macht stark“ in der Grundschule.
  • Leistungsspitze fördern: Schleswig-Holstein bekennt sich ausdrücklich zur gemeinsamen Bund-Länder-Initiative zur Förderung leistungsstarker und potenziell besonders leistungsfähiger Schülerinnen und Schüler
  • Mehr MINT: MINT-Offensive in allen Schularten, um den mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich zu stärken. Ziel ist auch, Mädchen stärker für den MINT-Bereich zu begeistern.
  • Gerechte Bildungschancen für alle: Zum Beispiel durch mehr Ganztagsangebote
  • Lehrkräfte unterstützen: Zum Beispiel durch eine Umfrage zur Lehrkräftegesundheit