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Demenz

Staatskanzlei

Demenz

In Deutschland leben geschätzt gegenwärtig ca. 1,5 Millionen Demenzkranke.

Zwei Drittel von ihnen haben bereits das 80. Lebensjahr vollendet, nur etwa 20.000 sind jünger als 65. Sofern kein Durchbruch in Prävention und Therapie gelingt, wird die Zahl der Erkrankten jedes Jahr um ca. 40.000 zunehmen und nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft bis 2050 auf etwa 3 Millionen steigen.

Die Landesregierung des Landes Schleswig-Holstein unterstützt seit vielen Jahren den Auf- und Ausbau von einfach erreichbaren Beratungs- und Betreuungsangeboten sowie die Weiterentwicklung von Diensten und Einrichtungen in der Pflege und Betreuung demenzkranker Menschen in enger Kooperation mit allen Beteiligten.

Demenz ist inzwischen eines der wichtigsten gesundheitspolitischen, aber auch gesellschaftspolitischen Themen der Zukunft.

Allgemeine Informationen

Die Zahl der an einer Demenz erkrankten Menschen in Schleswig-Holstein wird statistisch nicht erfasst. Menschen mit Demenz sind Teil unserer gesellschaftlichen Realität. Allein in Schleswig-Holstein sind geschätzt 57.600 (Stichtag 31.12.2015) Menschen betroffen. Durchschnittlich sind somit 2,0 % der Bevölkerung an einer Demenz erkrankt sowohl in ländlichen wie auch in städtischen Bereichen.

Die Landesregierung hat bis Ende 2016 einen Demenzplan für Schleswig-Holstein erstellt. Er zeigt eine landesweite Demenzstrategie auf mit ca. 80 Empfehlungen zur Umsetzung. Der Demenzplan trägt dazu bei, die Situation für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen zu verbessern, beteiligte Institutionen für den Umgang mit Menschen mit Demenz zu befähigen, Kooperations- und Infrastrukturen zu schaffen oder auszubauen mit dem Ziel, möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben in häuslicher Umgebung zu führen.

Es soll in Schleswig-Holstein zu einem Selbstverständnis werden, den Menschen mit einer Demenz ein Leben in Würde zu ermöglichen und deren Angehörigen eine angemessene Unterstützung zu kommen zu lassen.
Weitere Informationen Demenzplan Schleswig-Holstein.

Für die Landesregierung ist es ein wichtiges Anliegen, den Auf- und Ausbau von einfach erreichbaren Angeboten und die Weiterentwicklung von Diensten und Einrichtungen in der Pflege und Betreuung demenzkranker Menschen in enger Kooperation mit allen Beteiligten auf den Weg zu bringen und dort auch zu begleiten.

Die Pflegereform der Pflegestärkungsgesetze I-III bringt deutliche Leistungsverbesserungen für die Menschen mit Demenz, mit geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen und einer erheblich eingeschränkten Alltagskompetenz, bei denen ein erheblicher Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung gegeben ist.

Ein wichtiges Anliegen der Reform ist es insbesondere, die Angehörigen zu entlasten, die rund um die Uhr beansprucht werden, weil sie die kognitiv erkrankten Pflegebedürftigen nicht allein lassen können.

Zusätzliche Betreuung und allgemeine Unterstützung können Anspruchsberechtigte im Rahmen der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen. Mit den anerkannten Angeboten zur Unterstützung im Alltag sollen anspruchsberechtigten Versicherten im Alltag durch bedarfsorientierte, qualitätsgesicherte und niedrigschwellige Angebote unterstützt werden, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und so lange wie möglich in der eigenen Häuslichkeit sowie im vertrauten sozialen Umfeld zu leben. Pflegende Angehörige sollen unterstützt und entlastet werden.

Diese von der Landesregierung und den Landesverbänden und -vertretungen der Pflegekassen geförderten Unterstützungsangebote im Alltag gibt es in jedem Kreis und jeder kreisfreien Stadt in Schleswig-Holstein, siehe Angebote zur Unterstützung im Alltag nach der Alltagsförderungsverordnung (AföVO) des Landes Schleswig-Holstein.

Zuständig für die Beantragung einer Anerkennung und der Förderung von ehrenamtlichen Angeboten nach der AföVO ist das Landesamt für Soziale Dienste in Schleswig.

Anerkannte Leistungserbringer sind:

  1. ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die Leistungen erbringen und bei denen Pflegebedürftige in häuslicher Pflege in Gruppen oder im häuslichen Bereich betreut sowie pflegende Angehörige und vergleichbar nahestehende Pflegepersonen entlastet und unterstützt werden,
  2. ehrenamtliche Nachbarschaftshilfen, die als Einzelbetreuung im häuslichen Bereich tätig werden können und von Pflegekassen anerkannt werden. Nachbarschaftliche Unterstützungsleistungen sind z.B. Begleitung zu Arztbesuchen, Anregung und Unterstützung bei sozialen Kontakten und der Freizeitgestaltung, Einkaufshilfen, Aktivitäten zur Erhaltung der Selbstständigkeit,
  3. Agenturen zur Vermittlung von Unterstützungsangeboten im Alltag für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige sowie vergleichbar nahestehende Pflegepersonen, die individuelle und personenbezogene Leistungen vermitteln,
  4. Dienstleistungsunternehmen, die bei den Anspruchsberechtigten sowie Angehörigen oder vergleichbar nahestehenden Personen Leistungen zur Unterstützung im Alltag erbringen; dazu gehören tagesstrukturierende Maßnahmen sowie Aktivitäten zur Erhaltung der Selbstständigkeit, Alltagsbegleitung sowie Serviceangebote für haushaltsnahe Dienstleistungen. Haushaltnahe Dienstleistungen sind Alltagsanforderungen im Haushalt, wie die Nahrungsversorgung, übliche Reinigungsarbeiten, Wäschepflege und Einkauf usw.
  5. Einzelkräfte, die ihre Leistungen im Rahmen einer selbstständigen Tätigkeit oder eines unmittelbaren Beschäftigungsverhältnisses beim Leistungsempfänger im häuslichen Bereich für den berechtigten Personenkreis anbieten und Leistungen zur Unterstützung im Alltag erbringen, wie Begleitung zu Arztbesuchen, Anregung und Unterstützung bei sozialen Kontakten, der Freizeitgestaltung, Einkaufshilfen, Aktivitäten zur Erhaltung der Selbstständigkeit, tagesstrukturierende Maßnahmen, Alltagsbegleitung sowie Serviceangebote für haushaltsnahe Dienstleistungen; zu den haushaltnahen Dienstleistungen gehören insbesondere die Alltagsanforderungen im Haushalt wie die Nahrungsversorgung, übliche Reinigungsarbeiten, Wäschepflege.

Besondere Angebote der allgemeinen Anleitung und Betreuung bieten auch zugelassene Pflegedienste an. Die Landesverbände/-vertretungen der Pflegekassen führen ein Verzeichnis über alle Pflegedienste, die zusätzliche Betreuungsleistungen anbieten Ambulante Pflegedienste, die zusätzliche Betreuungsleistungen nach § 45 b SGB XI anbieten.

Um der demographischen Entwicklung Rechnung zu tragen sah die Bundesregierung die Notwendigkeit, rechtzeitig und ausreichend bedarfsorientierte Hilfsangebote zu schaffen, um die Lebensqualität die pflegebedürftigen Menschen zu verbessern sowie familiäre Pflegearrangements zu unterstützen und zu ergänzen. Zusätzlich zu den ambulanten Unterstützungsangeboten im Alltag sieht das Pflegestärkungsgesetz III § 43 b SGB XI vor, dass Pflegebedürftige in vollstationären Pflegeeinrichtungen nach § 84 Absatz 8 und nach § 85 Absatz 8 sowie den §§ 43 b, 53c SGB XI einen Anspruch auf zusätzliche Betreuung und Aktivierung haben.

Informationen rund um das Thema Demenz erhalten Sie auch bei der Alzheimer Gesellschaft Schleswig-Holstein e.V. www.alzheimer-sh.de

Weitere Informationen

Informationen zum Aufbau von Betreuungsgruppen im Land Schleswig-Holstein
Alltagsförderungsverordnung
Förderrichtlinie zur Alltagsförderungsverordnung

Das Kompetenzzentrum Demenz

Das vom Spitzenverband der Pflegekassen und dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren in Schleswig-Holstein geförderte „Kompetenzzentrum Demenz“ ist ein wesentlicher Baustein, das Thema Demenz in Schleswig-Holstein zu verankern.

Es soll die Versorgungsstrukturen des Landes Schleswig-Holstein für Menschen mit Demenz ausweiten, verbessern und qualitätsgesichert erhalten. Lücken in der Versorgung sollen erkannt und geschlossen werden. Dieses soll durch die Bündelung aller übergreifenden koordinierenden Aufgaben geschehen. Die bestehenden regionalen Hilfsangebote sollen fachlich durch Information, Beratung und Qualifizierung unterstützt werden. Es soll Empfehlungen des Demenzplans umsetzen und dazu beitragen, den Demenzplan weiter zu entwickeln.

Das Kompetenzzentrum Demenz bringt die Vernetzung der in Schleswig-Holstein beteiligten Akteure weiter voran und baut diese aus. Neben den ambulanten Pflegediensten und stationären Pflegeeinrichtungen sowie deren Trägerverbände sollen niedergelassene Ärzte, Betreuer, Sozialarbeiter sowie ehrenamtliche Helfer eingebunden werden. Aber auch Institutionen wie Krankenhäuser, Polizei und Feuerwehr sollen Teil des Netzwerkes werden.

Adressen und weitere Informationen: Kompetenzzentrum Demenz

Foto-Wanderausstellungen zum Thema Demenz

  1. "Leben mit Demenz", Fotografien von Claudia Thoelen.
    Bereits seit einigen Jahren unterstützt das Sozialministerium mit der Fotoausstellung "Leben mit Demenz" die Diskussion um die Weiterentwicklung einer fachlichen und menschlichen Begleitung demenzkranker Menschen und ihrer Angehörigen. Die Aufnahmen der Fotografin Claudia Thoelen sind eine gelungene Form, die Schwellenangst bei der Begegnung mit der fremd anmutenden Welt der demenzkranken Menschen zu überwinden. Diese Fotoausstellung kann für Präsentationen innerhalb Schleswig-Holsteins kostenlos ausgeliehen werden.

  2. "Alltag leben mit Demenz", Fotografien aus dem Fotowettbewerb der Initiative Vergissmeinnicht.
    Im Rahmen der Initiative Vergissmeinnicht hat die Alzheimer Gesellschaft Schleswig-Holstein e.V. im September 2006 einen Fotowettbewerb zum Thema "Alltag leben mit Demenz" ausgeschrieben. Betroffene und Angehörige erfahren durch die Demenz Veränderungen, die den Alltag zur Herausforderung machen. Die Initiative Vergissmeinnicht will diese Problematik ins öffentliche Bewusstsein rücken.

    Neben der Preisverleihung wurde auch die Wanderausstellung "Alltag leben mit Demenz" mit insgesamt 25 sehenswerten Fotos aus dem Wettbewerb eröffnet. Die Wanderausstellung soll anregen, sich mit der Problematik Demenz auseinanderzusetzen und die Wirklichkeit mit ihren schönen und schwierigen Seiten gleichermaßen zeigen.

Der Verleih beider Bilderausstellungen erfolgt über die Alzheimer Gesellschaft Schleswig-Holstein e.V., Alter Kirchenweg 33-41, 22844 Norderstedt.
Informationen zu den Ausstellungen und den Verleihbedingungen gibt es telefonisch unter 040 30857987.