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Gebietsmanagement

Staatskanzlei

Gebietsmanagement

Die FFH-Richtlinie verpflichtet die Mitgliedstaaten, die nötigen Maßnahmen festzulegen, mit deren Hilfe die in den ausgewählten Gebieten vorkommenden Lebensraumtypen und Arten erhalten oder wiederhergestellt werden können (Art. 6 Abs. 1 FFH-Richtlinie). Diese Maßnahmen können dabei in geeignete, extra für ein Gebiet aufgestellte Managementpläne oder in andere Entwicklungspläne integriert werden.

Das Management in den Natura 2000-Gebieten wird in Schleswig-Holstein konsequent als Kooperationsprozess und unter aktiver Beteiligung der vor Ort Betroffenen realisiert und damit den Anforderungen von Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft sowie den regionalen Belangen angemessen Rechnung getragen.

Als fachliche Grundlage dienen insbesondere Erhaltungsziele, die für alle Gebiete vorliegen. Eine einheitliche Grundstruktur der Managementpläne soll deren Vergleichbarkeit innerhalb des Landes sicherstellen. Die Bearbeitung der einzelnen Gebiete folgt einer Prioritätenliste, die unter anderem am Vorkommen prioritärer Lebensraumtypen und Arten und der Pflegebedürftigkeit der Biotope ausgerichtet ist.

Der Managementprozess wird seit April 2004 von einer Projektgruppe organisiert, die in der Anfangsphase der Managementplanung direkt dem Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR) zugeordnet war und seit Gründung des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) mit den operativen Aufgaben von dort aus fortgeführt wird. Unabhängig von der organisatorischen Ansiedlung der operativen Aufgaben erfolgen die Steuerung des Gesamtprozesses der Managementplanung und die Koordination der operativ tätigen Arbeitseinheiten (siehe unten) weiterhin vom MELUND aus.

Die größte Anzahl der Gebiete wird von der Projektgruppe im LLUR einschließlich der Integrierten Stationen bearbeitet. Darüber hinaus wird die Stiftung Naturschutz auf eigenen Flächen aktiv und die Bundeswehr nimmt die Managementplanung auf der Grundlage einer entsprechenden Vereinbarung zwischen dem Bund und dem Land auf militärisch genutzten Flächen wahr. In einzelnen Fällen wird die fachliche und moderierende Kompetenz beauftragter Dritter in Anspruch genommen.

In nutzungsintensiven, pflegebedürftigen und gegebenenfalls konfliktreichen Gebieten sind darüber hinaus Lokale Aktionen tätig. Hierbei handelt es sich um fachlich kompetente, regionale Trägerstrukturen, die die maßgeblichen örtlichen Akteure vertreten und weitgehend selbstverantwortlich in der Umsetzung von Natura 2000 tätig sind. Diese Strukturen können über einen gewissen Zeitraum vom Landwirtschafts- und Umweltministerium finanziell gefördert werden. Entsprechende Ansätze waren oder sind im Bereich der Oberen und Mittleren Treene, im Aukrug, an Schwartau und Schwentine, in Dithmarschen, in der Eider-Treene-Sorge-Niederung, im Osterautal,an der Leezener Au, im Naturpark Westensee-Obere Eider und im Gebiet Oldenburger-Graben-Niederung aktiv.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der unterschiedlichen Arbeitseinheiten gehen auf die jeweils Betroffenen zu, vereinbaren die Art der konkreten Zusammenarbeit und legen weitgehend einvernehmlich mit diesen die zur Erhaltung der Lebensraumtypen und Arten erforderlichen Maßnahmen fest. Darüber hinaus können auch freiwillige Maßnahmen abgestimmt werden, die zu einer wünschenswerten Entwicklung eines Gebietes beitragen können. Ergebnis und Ausdruck der Zusammenarbeit soll dann ein kompakter Managementplan sein.

Im Sinne der Transparenz des Verfahrens werden die fertig gestellten und vom MELUND gem. § 27 LNatSchG abgenommenen Pläne ins Internet eingestellt und können somit von interessierten Personen unter den jeweiligen Natura2000-Gebieten eingesehen werden:

Suchmaske für FFH-Gebiete

Suchmaske Vogelschutzgebiete

Veröffentlicht wird eine Fassung der Pläne, die die Schutzbedürfnisse personenbezogener Daten berücksichtigt, d. h. dass z. B. Karten mit der Darstellung privater Eigentumsverhältnisse nicht oder nur in einer anonymisierten Form in den bereitgestellten Unterlagen enthalten sind.

Weitergehende Informationen zum Gebietsmanagement halten die Landtagsberichte "Schutzmaßnahmen in Vogelschutz- und FFH-Gebieten" (Drs. 17/165) und "Stand der Umsetzung des Schutzes von Natura-2000-Gebieten in Schleswig-Holstein" (Drs. 18/414) bereit. Die Berichte können unter folgenden Links eingesehen und heruntergeladen werden:

Schutzmaßnahmen in Vogelschutz- und FFH-Gebieten

http://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl18/drucks/0400/drucksache-18-0414.pdf

Stand: 20.02.2013