Landesportal Schleswig-Holstein

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Piwik. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es hier.

Nachhaltigkeitsstrategie

Staatskanzlei

Nachhaltigkeitsstrategie

Nachhaltigkeitsstrategien sind Ausdruck der Bestrebungen von Institutionen (Unternehmen, Verbänden, Gebietskörperschaften, …), ihr Handeln nicht nur durch sporadische Aktivitäten zukunftsfähiger und damit nachhaltiger zu machen, sondern die Kriterien Nachhaltiger Entwicklung als Basis ihrer Aufgabenerfüllung zu betrachten. Im Idealfall gehören dazu Messgrößen und (Etappen-)Ziele in allen Bereichen, in denen innerhalb der Institutionen Entscheidungen zu treffen sind, sowie die permanente kritische Überprüfung hinsichtlich Zielen und Zielerreichung.

Mit der Nachhaltigkeitsstrategie "Zukunftsfähiges Schleswig-Holstein" beschreitet auch die schleswig-holsteinische Landesregierung unter dem Motto "Wie machen Zukunft" diesen Weg.

Nachhaltigkeitsstrategie "Zukunftsfähiges Schleswig-Holstein" (PDF 527KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Berichterstattung Nachhaltigkeitsbericht 2009 (PDF 3MB, Datei ist nicht barrierefrei)

Strategie-Entwicklung

In einem breit angelegten Prozess wurde in den Jahren 2000 bis 2003 die Nachhaltigkeitsstrategie "Zukunftsfähiges Schleswig-Holstein" erarbeitet, mit Kabinettsentscheidung vom 16.12.2003 zustimmend zur Kenntnis genommen und dem Landtag zugeleitet. Unter - zwischen Umweltministerium und Staatskanzlei - wechselnder Federführung, ausgehend von drei Themenschwerpunkten ("Arbeiten und Produzieren", "Zusammen Leben" und "Das Land Nutzen") hatten sich im Dialog mit den gesellschaftlichen Akteuren 12 Zukunftsfelder herauskristallisiert, in denen nachhaltigen Entwicklungen in Schleswig-Holstein nachgespürt wurde.

Um die Zukunftsfähigkeit möglichst umfassend abbilden zu können waren dann – zum Teil auch jenseits der 12 Zukunftsfelder - schließlich 39 Indikatoren ermittelt und festgelegt worden, die zusammen mit Vorschlägen für Lenkungs- und Entscheidungsstrukturen in die Strategie einflossen.

Strategie schärfen

Nach dem Regierungswechsel 2005 griffen sowohl der Koalitionsvertrag wie auch das Arbeitsprogramm der Landesregierung die in der Strategie vorgesehene Berichtspflicht über die Umsetzung und Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie auf. Die dafür erforderlichen Strukturen innerhalb und zwischen den Ressorts wurden unter Federführung des Landwirtschafts- und Umweltministeriums in Form einer interministeriellen Arbeitsgruppe (IMAG) neu etabliert, so dass die für 2009 angestrebte Berichterstattung an das Kabinett mit dem Ziel einer erstmaligen Bestandsaufnahme und Überprüfung der Strategie mit ihren Indikatoren im Hinblick auf maximale Aussagekraft, aber auch Kompatibilität zu anderen Systemen dieser Art, im Dezember 2009 erfolgen konnte. Der vorzeitige Regierungswechsel hatte auf diesen Prozess nur einen marginalen Einfluss, denn auch die neue Koalitionsvereinbarung berücksichtigt eine Fortführung der Nachhaltigkeitsstrategie.

  1. 3 Schwerpunkte
  2. 12 Zukunftsfelder
  3. 39 Indikatoren

3 Schwerpunkte

3 Schwerpunkte

Der Begriff der Nachhaltigkeit ist sehr komplex.

Um eine praxisnahe Strategieentwicklung zu unterstützen, wurde das breit gefächerte Feld strukturiert und eingegrenzt. Für die systematische Bearbeitung legte die Landesregierung zunächst drei Schwerpunkte fest:

  • Arbeiten und Produzieren
  • Zusammen Leben
  • Das Land nutzen

12 Zukunftsfelder

12 Zukunftsfelder

Verlauf der Dialog- und Kommunikationsphase

Der weitere Prozess wurde anhand von ausgewählten exemplarischen Pilotaktivitäten, so genannten Zukunftsfeldern, im Dialog mit den Akteuren durchgeführt. Die Auswahl der Zukunftsfelder beruhte auf der Auswertung der Bestandsaufnahme, die in der ersten Phase erhoben wurde und ist nicht abschließend. Themen, die noch nicht als Zukunftsfelder definiert wurden, können jederzeit aufgenommen werden. In folgenden 12 Zukunftsfeldern wurde im Zeitraum Februar 2002 bis März 2003 der Dialog mit den gesellschaftlichen Gruppen geführt:

Arbeiten und Produzieren

Schleswig-Holstein als Standort für zukunftsfähige Technologien

  • Technologiepolitik will die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen stärken. Maßnahmen zur Realisierung dies Ziels reichen von der Gestaltung eines optimalen Innovativationsklimas über die Schaffung einer leistungsfähigen Technologie-Infrastruktur bis hin zu einer effizienten finanziellen Förderung von Forschung und Entwicklung.

Nachhaltige Gestaltung und Bewirtschaftung von Gewerbegebieten

  • In der Zukunft sollen städtebauliche, ökologische und soziale Anforderungen an neue Gewerbegebiete berücksichtigt werden. Auf der Basis von Pilotvorhaben soll gezeigt werden, wie die Einbeziehung von Nachhaltigkeitskriterien bei der Erschließung und Bewirtschaftung von Gewerbegebieten Vorteile für alle Akteure bieten kann. Leitfaden zur Gewerbegebietsgestaltung "Gewerbegebiete für die Zukunft".

Familiengerechte Arbeitsstrukturen

  • Die Zukunftsfähigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft hängt von Arbeitsstrukturen ab, die es den Menschen erlauben, ihre Begabungen, Fähigkeiten und Erfahrungen im Beruf zu entfalten und ihre Existenz zu sichern, zeitgleich aber in einer familiären Bindung partnerschaftlich zu leben und den Bedürfnissen ihrer Kinder gerecht zu werden.

Zusammen leben

Demokratiekampagne - Beteiligung von Kindern und Jugendlichen

  • Die Einbindung von Kindern und Jugendlichen in kommunale Entscheidungsprozesse verfolgt das Ziel, sie für die Gestaltung einer Bürgergesellschaft zu interessieren und zu gewinnen. Die Umsetzung erfolgt auf kommunaler Ebene in Form repräsentativer Gremien, offener Gremien sowie projektorientierter Beteiligung.

Bildung für nachhaltige Entwicklung

  • Nachhaltigkeit als Prinzip - In diesem Modellprojekt geht es darum, die Bildungsprinzipien für die Gestaltung einer zukunftsfähigen Entwicklung in alle Bildungsbereiche einzuführen. Wesentliche Elemente sind unter anderen: Gestaltungskompetenz, Partizipation und innovative Methoden.
  • Baltic-Sea-Projekt - Ziel dieses Projektes ist die Schaffung eines Netzwerkes zwischen den Schulen der Ostsee-Anrainer-Staaten zum Austausch von Bildungskonzepten und Erfahrungen, um die Gestaltungskompetenz der Schüler und Schülerinnen zur Bewältigung der Zukunft zu fördern.
  • Bund-Länder-Kommission, Projekt "21" - Mit dem Förderprogramm "21" der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung wird versucht, die Ziele und Inhalte der Agenda 21 in die schulische Regelpraxis zu integrieren. Die Umweltbildung erfährt eine neue Orientierung, eine umfassendere Zielperspektive und neue didaktische Impulse. Schülerinnen und Schüler sollen lernen, die Zukunft des gemeinsamen globalen Lebensraumes kompetent und wertorientiert mitgestalten zu können.

Gewaltfreiheit der Gesellschaft

  • Gewaltprävention - Häusliche Gewalt - Häusliche Gewalt gegen Frauen und Kinder ist keine Privatangelegenheit. Meist liegt ihr ein Gewaltkreislauf zugrunde, der durchbrochen werden muss: Gewalttäter müssen zur Verantwortung gezogen, Opfer unterstützt werden.
  • Vorsorge gegen Kriminalität - Durch das Zusammenwirken von Bürgerinnen und Bürgern, Handel und Gewerbe, staatlichen Instanzen sowie Wissenschaft und kriminalpräventiven Räten sollen die Ursachen von Kriminalität erforscht, zukünftige Straftaten verhindert und das Sicherheitsgefühl erhöht werden. Dafür soll die Zahl der kriminalpräventiven Räte in den Kommunen erhöht werden.

Bürgergesellschaft

  • Für die Verwirklichung der Bürgergesellschaft ist die Förderung des Engagements von Bürgerinnen und Bürgern auf allen Ebenen unabdingbar. Die Landesinitiative Bürgergesellschaft will hierfür die Rahmenbedingungen verbessern, neue Konzepte zur Engagementförderung entwickeln und mit allen Beteiligten eine engamentfreundliche Infrastruktur schaffen.

Nachhaltige Stadtentwicklung

  • Zukunftsfähige Städte sind eine notwendige Voraussetzung für eine zukunftsfähige Gesellschaft und Motoren für gesellschaftliche Entwicklungsprozesse. Das Zukunftsfeld "Nachhaltige Stadtentwicklung" verfolgt das Ziel, stabile und zukunftsfähige Strukturen in der gesamten Bau– und Wohnungswirtschaft und im Städtebau zu entwickeln und zu etablieren. Dazu gehört unter anderem ein haushälterisches Bodenmanagement, die Mobilisierung von Konversionsflächen und Brachen, ein schonender Umgang mit Ressourcen, die Eindämmung von Zersiedelungseffekten im Stadt-Umland, eine stadtverträgliche Mobilität sowie die Stärkung von partizipatorischen Planungsprozessen.

Das Land nutzen

Transparente Produktion gesunder Nahrungsmittel

  • Um eine ressourcenschonende Produktion zu ermöglichen, die dem Verbraucherschutz Vorrang einräumt und das Qualitätsbewusstsein schärft, sind Regeln bei der Erzeugung von Nahrungsmitteln zu entwickeln. Ausgehend von dem "Konzept der Qualitätstore" sollen weitere Systeme für die Sicherung einer "gläsernen Produktion" entwickelt werden.

Potenziale einer multifunktionalen Landwirtschaft

Eine multifunktionale, das heißt nicht nur auf die Nahrungsmittelproduktion ausgerichtete Landwirtschaft ist das Leitbild der europäischen gemeinsamen Agrarpolitik. Ziel des Zukunftsfeldes ist es, die Potenziale dieses Konzeptes für Schleswig-Holstein zu konkretisieren.

Effiziente und ressourcenschonende Energiebedarfsdeckung

  • Unter Ausschöpfung der neuen Markt-Rahmenbedingungen und Ausnutzung der natürlichen Voraussetzungen des Landes soll am Beispiel von vier Schwerpunkten (Windenergienutzung, einer Initiative Biomasse und Energie, der kommunalen Kompetenzen beim Klimaschutz sowie der Einführung von kommunalem Energiemanagement zur weiteren Entwicklung einer nachhaltigen Energiewirtschaft beigetragen werden.

Verbesserungen im öffentlichen Personennahverkehr

  • Ziel ist die Entwicklung von praxisorientierten Lösungen, um eine weitere qualitative Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs-Angebotes im Land zu erreichen und einen weiteren Anstieg des motorisierten Individualverkehrs zu verhindern.

Für die 12 Zukunftsfelder waren jeweils federführende Ministerien verantwortlich, die Federführung für den Dialogprozess insgesamt lag beim Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft (MUNL; jetzt Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, MLUR).

Stand: 16.06.2009

39 Indikatoren

39 Indikatoren

Als Mess- oder Kenngrößen für die Bewertung und Trendbeschreibung zentraler Aktionsfelder einer Nachhaltigen Entwicklung hat sich die Anwendung von Indikatoren bewährt. Die Indikatoren verfolgen zwei grundsätzliche Zielrichtungen:

– Intern: Im Rahmen des Prozessmanagements dienen sie als Controlling-Instrument, um frühzeitig Aussagen über die erfolgreiche Ausrichtung des Prozesses im Rahmen der Nachhaltigen Entwicklung zu erhalten. Nur so sind Korrekturen am beschrittenen Weg möglich.

- Extern: Aktivitäten und Projekte im Rahmen einer Nachhaltigen Entwicklung erfordern oft eine Zusammenarbeit mehrerer Institutionen (Politik, Verwaltung, Unternehmen, Verbände etc.) und die Einbindung der Öffentlichkeit. Die Anwendung eines Monitoringsystems ist daher geeignet, über den aktuellen Stand des Erreichten zu berichten, auf bisherige Erfolge hinzuweisen, aber auch Probleme offen zu kommunizieren. Darüber hinaus kann die Anwendung eines einheitlichen Indikatorensystems bzw. gleicher Indikatoren Relationen zwischen den verschiedenen Akteuren (Kommunen, Länder, Bund, EU) aufzeigen.

Der Indikatorenkatalog von 2003 ist ein wesentlicher Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie und ermöglicht ein transparentes und kontinuierliches Monitoring. Er umfasst 22 Ziele und 39 Indikatoren.

39 Indikatoren (PDF 11KB, Datei ist nicht barrierefrei)

In einem späteren Prozess wurden die Indikatoren weiter evaluiert und geschärft - weitere Informationen:

Nachhaltigkeits-Indikatoren 2009