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Schleswig-Holstein -
Nobelpreisträger

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Schleswig-Holstein -
Nobelpreisträger

Thomas Mann, Günther Grass, Willy Brandt, Max Planck: Die Namen mehrerer Nobelpreisträger sind eng mit Schleswig-Holstein verbunden.

Schleswig-Holstein ist die Heimat von Persönlichkeiten, die durch herausragende wissenschaftliche Entdeckungen ihrer Zeit weit voraus waren und somit die Forschung revolutioniert haben. Auch durch ihr politisches Handeln und ihre Kunst haben die Nordlichter die Welt nachhaltig verändert. Ihre Namen werden für immer mit großartigen Leistungen verbunden sein – und mit dem Nobelpreis. Dieser renommierte Preis gilt als die höchste Auszeichnung auf den Gebieten der Physik, Chemie, Physiologie, Medizin, Literatur und für Friedensbemühungen.

Erfahren Sie hier mehr über diese Schleswig-Holsteiner und ihre außergewöhnlichen Verdienste rund um Wissenschaft, Kultur und Weltfrieden.

Olav Hohmeyer (*1953)

Der Wirtschaftswissenschaftler Olav Hohmeyer wurde 1953 in Minden geboren. Nach dem Studium in den USA und Bremen hat er sich in Forschungseinrichtungen in Karlsruhe und Mannheim einen Namen in Energiewissenschaften gemacht. Dies führte ihn zur Professur für Energie- und Ressourcenwirtschaft an der Universität Flensburg. Insbesondere seine Forschungen auf dem Gebiet der sozialen Kosten des Energieverbrauchs machten Hohmeyer international bekannt. Im Jahr 2007 ging der Friedensnobelpreis für die Arbeit im Bereich der Klimawandelforschung an den UN-Klimarat. Diesem gehörte Hohmeyer von 1996 bis 2011 als einziger Deutscher unter 30 Mitgliedern an.

Günter Grass (1927 - 2015)

Günter Grass (1927-2015) Literaturnobelpreisträger Günter Grass (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Günter Grass © dpa

Er ist einer der berühmtesten Schriftsteller Deutschlands: Günter Grass. 1959 schuf er mit der "Blechtrommel" eines der bedeutendsten Werke der deutschen Nachkriegsliteratur. Grass war aber auch als Maler, Grafiker und Bildhauer tätig. Nach der Rückkehr aus amerikanischer Gefangenschaft machte der 1927 in Danzig geborene Autor eine Steinmetzlehre in Düsseldorf. Danach studierte er Grafik und Bildhauerei in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt und Berlin. Während der Sechzigerjahre engagierte sich Günter Grass als Wahlkämpfer für die SPD und Willy Brandt. Auch danach blieb er der Politik noch treu: So kommentierte Grass noch häufig das politische und gesellschaftliche Tagesgeschehen. Unter den zahlreichen Preisen und Ehrungen ist der 1999 verliehene Literatur-Nobelpreis der wohl renommierteste. Laut Jury hat Grass "in munterschwarzen Fabeln das vergessene Gesicht der Geschichte gezeichnet". Bis zu seinem Tod 2015 wohnte der Nobelpreisträger in Behlendorf in der Nähe von Lübeck. In der Hansestadt selbst befindet sich das Günter-Grass-Haus mit dem überwiegenden Teil seiner literarischen und künstlerischen Originalwerke.

Willy Brandt (1913 - 1992)

Der Politiker und Journalist Willy Brandt wurde 1913 in Lübeck geboren. In jungen Jahren hat er unter seinem Geburtsnamen Ernst Karl Frahm im Umfeld von Julius Leber beim "Lübecker Volksboten" gearbeitet. Auf der Flucht vor den Nationalsozialisten ins skandinavische Exil im Jahr 1933 nahm er den Namen Willy Brandt an. Nach dem Zweiten Weltkrieg engagierte sich Brandt in der SPD und wurde 1957 Regierender Bürgermeister von Berlin, wo er den Mauerbau und den Kalten Krieg unmittelbar erlebte. Als SPD-Parteivorsitzender wurde der gebürtige Lübecker 1966 zunächst Außenminister, drei Jahre später Bundeskanzler. 1974 trat er wegen der Spionageaffäre "Guillaume" von dem Amt zurück. Für seine Ost- und Deutschlandpolitik erhielt Brandt 1971 den Friedensnobelpreis. Er starb 1992 in Unkel bei Bonn.

Otto Diels (1876 - 1954)

Porträtfoto des Nobelpreisträgers Otto Diels mit Seitenscheitel und Oberlippenbart. Er trägt ein dunkles Sakko mit weißem Hemd mit Stehkragen und dunkler Krawatte. Otto Diels (1876 - 1954) (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Otto Diels © Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek

Der Chemiker Otto Diels, geboren 1876 in Hamburg, war von 1916 bis 1944 Professor und Direktor des Chemischen Instituts an der Christian-Albrechts-Universität. 1950 erhielt er zusammen mit seinem Schüler und späteren Professorenkollegen Kurt Alder den Chemie-Nobelpreis für die Entdeckung und Entwicklung der Dien-Synthese ("Diels-Alder-Synthese"). Bei der chemischen Reaktion geht es um Bindungen zwischen Kohlenstoff-Atomen. Otto Diels starb 1954 in Kiel.

Thomas Mann (1875 - 1955)

Der weltberühmte Schriftsteller und Nobelpreisträger ist ein waschechter Lübecker. Thomas Mann wurde 1875 in der Hansestadt geboren und lebte dort bis zu seinem 23. Lebensjahr. Mit Romanen wie "Buddenbrooks" oder "Der Zauberberg" erlangte er Weltruhm. 1929 wurde Mann der Nobelpreis für Literatur verliehen. Während des Ersten Weltkriegs noch voller Begeisterung für Krieg und Kaiserreich wandelte er sich zum "Vernunftsrepublikaner" und politischen Mahner. Mann zählte zu den wichtigsten prominenten Gegnern des Nationalsozialismus. Am 11. Februar 1933 brach der Schriftsteller zu einer Reise durch Europa auf, von der er, nach der nationalsozialistischen Machtübernahme, nicht mehr nach Deutschland zurückkehrte. Im Dezember 1936 entzogen die Nazis Mann die deutsche Staatsbürgerschaft und die Ehrendoktorwürde, die ihm 1919 die Universität Bonn verliehen hatte. 1938 emigrierte der Schriftsteller in die USA. 1952 kehrte er nach Europa zurück, um in der Schweiz zu leben. Bei seinem letzten Besuch in seiner Geburtsstadt Lübeck im Mai 1955 wurde Thomas Mann zum Ehrenbürger ernannt. Wenig später, im August desselben Jahres, starb der Nobelpreisträger in Zürich.

Otto Meyerhof (1884 - 1951)

Der Arzt und Biochemiker Otto Meyerhof wurde 1884 in Hannover geboren. Er schrieb in Kiel seine Habilitation und war dort anschließend Professor. 1922 erhielt Meyerhof den Medizin-Nobelpreis für die Entdeckung gesetzmäßiger Verhältnisse zwischen dem Sauerstoffverbrauch und dem Milchsäureumsatz im Muskel. Nach verschiedenen Lehrtätigkeiten in Deutschland entzogen ihm die Nationalsozialisten 1935 die Lehrbefugnis. Der politische Druck wurde schließlich so groß, dass der Nobelpreisträger erst nach Frankreich und schließlich in die Vereinigten Staaten von Amerika auswandern musste. Dort starb er 1951 in Philadelphia.

Max Planck (1858 - 1947)

Max Planck im Porträt Max Planck (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Max Planck © Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Der gebürtige Kieler Max Planck war Physiker von Weltruf und Begründer der Quantentheorie. Zum Studium zog es ihn nach München und Berlin. Von 1885 bis 1889 lehrte Planck in seiner Heimatstadt, danach in Berlin, wo er in die Preußische Akademie der Wissenschaften aufgenommen wurde. Mit seiner Quantentheorie schuf der Wissenschaftler die Basis für eine grundlegende Umgestaltung der Physik. Dafür erhielt er 1918 den Nobelpreis für Physik. Planck übernahm 1930 die Leitung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, die sich später als Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften zur bedeutendsten außeruniversitären Forschungseinrichtung Deutschlands entwickelte. Der Nobelpreisträger starb 1947 in Göttingen.

Philipp Lenard (1862 - 1947)

Das wissenschaftliche Wirken des österreichisch-ungarischen Physikers Philipp Lenard ist überschattet durch seine Mitgliedschaft in der NSDAP und aktive Unterstützung des Nationalsozialismus. Geboren wurde er 1862 in Pressburg, dem heutigen Bratislava. Lenard war von 1898 bis 1907 Professor und Leiter des Physikalischen Instituts in Kiel und erhielt 1905 den Physik-Nobelpreis für seine Untersuchungen der Kathodenstrahlung. Der Physiker starb 1947 in Messelhausen (Baden).

Theodor Mommsen (1817 - 1903)

Der Historiker, Jurist und Politiker Theodor Mommsen erhielt für seine vierbändige "Römische Geschichte" 1902 den Nobelpreis für Literatur. Er ist neben Winston Churchill der einzige Historiker, dem jemals der Literaturnobelpreis verliehen wurde. 1817 kam der Nobelpreisträger in Garding an der Westküste, der heutigen Mommsen-Stadt, zur Welt. Nach dem Studium in Kiel arbeitete er als politischer Journalist und als Akademiker. Später war Mommsen Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses und des Reichstags. Er scheute dabei nicht den öffentlichen Konflikt mit den Mächtigen, wie zum Beispiel mit Bismarck. Mommsen starb 1903 in Charlottenburg.