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Modeschöpfer

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Modeschöpfer

Die Modeschöpfer Karl Lagerfeld und Jil Sander haben ihre Wurzeln in Schleswig-Holstein.

Karl Lagerfeld

Nach eigenen Angaben 1938 in Hamburg geboren, wohnte Karl Lagerfeld mit seiner Familie zwischen 1938 und 1949 mehrere Jahre in auf dem Landgut Bissenmoor bei Bad Bramstedt und in Hamburg. In Bad Bramstedt besuchte er die Jürgen-Fuhlendorf-Schule.

1952 zog die Familie nach Paris um, wo er das Lycée Montaigne beendete. Mit 16 Jahren gewann Lagerfeld den ersten Preis des Internationalen Wollsekreteriats mit einem Mantelentwurf und begann daraufhin eine Schneiderlehre bei Pierre Bahaim.

Chloé und Chanel

1959 wurde er künstlerischer Leiter des Hauses Patou. In den 70er Jahren entwarf Lagerfeld für Chloé eine Kollektion und wechselte 1983 zu dem Modellabel Chanel. Dort revolutionierte er die bereits bestehende moderne Kollektion des Konzerns und verhalf ihr zu einem anhaltenden Welterfolg. Zusammen mit Elizabeth Arden kreierte Lagerfeld seine erste eigene Parfümkollektion Photo, der viele weitere folgten. Bereits 1978 entwarf Lagerfeld für zahlreiche Bühnen und Opern in Europa extravagante und außergewöhnliche Kostüme.

Zwischen Tommy Hilfiger und Hennes & Mauritz

Neben den Erfolgen als Modedesigner und Kostümbildner erhielt Lagerfeld für sein fotographisches Talent 1996 den Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photographie. 2004 verkaufte der Modeschöpfer sein eigenes Label an den US-Konzern Tommy Hilfiger und entwarft im gleichen Jahr eine außergewöhnlich günstige Modelinie für den schwedischen Konzern Hennes & Mauritz.

Heute lebt und arbeitet der Modeschöpfer in Paris, New York und Rom.

Jil Sander

Am 27. November 1943 kam Jil Sander, die "Grande Dame" der deutschen Mode, in Wesselburen in Dithmarschen zur Welt. Getauft wurde sie auf den Namen Heidemarie Jiline Sander. Während ihres Textilingenieur-Studiums ging sie als Austauschstudentin für zwei Jahre nach Los Angeles. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland war sie zunächst bei verschiedenen Frauenmagazinen als Moderedakteurin tätig.

Einstieg in die Modewelt

Unter dem Namen Jil Sander eröffnete sie 1967 eine Modeboutique und Hamburg. Dort begann sie vier Jahre später mit dem Verkauf ihrer eigenen Kreationen, die vor allem "business women" ansprechen sollten.

Durchbruch mit dem "Zwiebellook"

Der Durchbruch gelang ihr jedoch erst 1976 mit dem "Zwiebellook". Denn ihrer Mode ermöglichte die Kombination verschiedenster Teile miteinander. Im Grunde jedoch passte die puristische Modeschöpferin, mit ihrer betont schlichten Eleganz nicht in eine Zeit, in der gerade bunte, opulente Kreationen "in" waren.

Fragrances & Beauty

1978 ging Jil Sander eine Kooperation mit dem Kosmetikunternehmen Lancaster ein und begann mit der Produktion einer eigenen Duft- und Pflegeserie. Das legendäre Jil Sander Sun kam jedoch erst 1989 auf den Markt.

Markenzeichen

Als eine der ersten Designerinnen warb Jil Sander für ihre Produkte. Ihr Gesicht avancierte schnell zum Werbeträger ihrer eigenen Marke. Ebenso typisch für ihre Arbeit sind ihre auf Körper geschnittenen Hosenanzüge sowie schlichte Trenchcoats und die unverwechselbare weiße Bluse.

Ihrer Zeit voraus

Die erste Hälfte der neunziger Jahre gilt als Blütezeit der Firma Jil Sander. Ihren Eintritt in die Riege der ganz großen Modefirmen markierte 1993 die Eröffnung einer Filiale auf der Pariser Prachtstraße "Avenue Montaigne". Das Jil Sander ihrer Zeit oft voraus war, zeigte sich nun auch: Ihr stets dezenter Modestil setzte sich durch. Ihr Innovationstalent bewies sie ebenso mit dem Börsengang ihres Unternehmens 1989. Die Jil Sander AG war damit eine der ersten börsennotierten Modefirmen.

Abschiede und Comebacks

1999 verkaufte Jil Sander den Großteil ihrer Firmenanteile an die Prada-Group und verließ das Unternahmen rasch nach Unstimmigkeiten mit den neuen Eigentümern. Von der Modewelt umjubelt kehrte sie 2003 zu ihrer Firma zurück. Jedoch nur für zwei Jahre. In der Folge entwarf sie für ein japanisches Unternehmen, wiederum als eine der ersten großen Designerinnen, eine dauerhafte Kollektion zu erschwinglichen Preisen. Ihr altes Label wurde unterdessen ebenfalls nach Ostasien verkauft, kam jedoch trotz guter Kritiken nur selten aus den roten Zahlen heraus. Im Februar 2012 kehrte Jil Sander, von der Presse oft als "Queen of less" umschrieben, abermals an die Spitze des Konzerns zurück.