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Nordseeinsel Pellworm

Staatskanzlei

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Nordseeinsel Pellworm

Im Herzen des Nationalparks liegt die grüne Insel Pellworm. Dabei kann man "grün" sowohl auf die Landschaft beziehen, als auch auf die Nutzung von regenerativer Energie. Die Insel produziert im Einklang mit der Natur doppelt so viel Strom, wie sie benötigt.

Ab Strucklahnungshörn geht es mit der Autofähre in einer guten halben Stunde rüber nach Pellworm. Seit 1992 gibt es auf Pellworm den Tiefwasseranleger. Er liegt zwei Kilometer außerhalb der eigentlichen Insel und ermöglicht einen regelmäßigen Fährverkehr. Nur wenn es zu stürmisch ist, kann die eine oder andere Fähre schon einmal ausfallen. Bei Termindruck damit gelassen umzugehen, fällt sogar einigen Pellwormern schwer.

Suppenteller oder Totenkopf

Viele sprechen von Pellworm als Suppenteller. Der 28 Kilometer lange und acht Meter hohe Seedeich ist der Tellerrand. Er schützt die Insel, die im Durchschnitt 50 Zentimeter unter dem Meeresspiegel liegt. Wie Nordstrand gehörte Pellworm ursprünglich zur großen Insel (Alt-) Nordstrand. Nach der zweiten "groten Mandrenke" musste die Marscheninsel neu bedeicht werden.

Vermutlich nicht gewollt, aber die Fantasie anregend, ist dabei eine interessante Form entstanden: Piratenfans drehen die Karte einmal um und erkennen das Profil eines Totenkopfes. Der jüngste Koog, der Bupheverkoog aus den 1930iger Jahren, bildet dabei das Kinn.

Der Hafen von Pellworm mit Fischkuttern Hafen der Nordseeinsel Pellworm (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) © M. Ruff / grafikfoto.de

Pütten und Vogelkoje

Die flache Insel besteht hauptsächlich aus Wiesen und Feldern. Mittendrin, im Landesinneren, liegt jedoch die schilfumwucherte Püttenlandschaft. Pütten sind kleine künstliche Seen, die durch den Deichbau entstanden. Die Erde wurde an einer Stelle abgetragen und am Rand der Insel wieder aufgeschichtet. Für Landwirtschaft wurde die "Kraterlandschaft" somit unbrauchbar und ist heute für Vögel ein geeignetes Brut- und Rastgebiet.

Auch die Vogelkoje ist ein Schutzgebiet der Vögel. Bis 1946 nutzten die Pellwormer die nach holländischem Vorbild erbaute Entenfanganlage. Enten wurden durch einen Teich im Wald zur Rast verleitet und durch Kanäle ins Netz gelockt. Die Vogelkoje ist heute im Vergleich zur restlichen Insel am dichtesten bewaldet.

Tanzbaron Liliencron

Für kurze Zeit im 19. Jahrhundert war der Dichter Detlev von Liliencron Vogt auf Pellworm. Von den Pellwormern als Tanzbaron bezeichnet - er erlaubte das Tanzen in der Gastwirtschaft - schrieb er zu dieser Zeit das Gedicht "Trutz blanke Hans".

Trutz blanke Hans

(Erste Strophe)

"Heute bin ich über Rungholt gefahren,
die Stadt ging unter vor sechshundert Jahren.
Noch schlagen die Wellen da wild und empört
wie damals, als sie die Marschen zerstört.
Die Maschine des Dampfers schütterte, stöhnte,
aus den Wassern rief es unheimlich und höhnte:
Trutz, Blanke Hans!"

Das Atlantis des Nordens

Das Gedicht verarbeitet die Rungholtsage und die Kraft des Meeres. Rungholt galt als reichster Ort der Insel (Alt-) Nordstrand und ging bereits 1362 unter. Im "Rungholtmuseum" des Pellwormer Heimatforschers Hellmut Bahnsen sind einige Fundstücke aus dem sagenumwobenen Rungholt ausgestellt. Die Turmruine der "Alten Kirche" St. Salvator ist das Wahrzeichen von Pellworm und fast von überall aus zu sehen. Der berühmte Orgelbauer Arp Schnitger baute 1711 die kostbare Orgel. Besucher nehmen deshalb gerne längere Wege in Kauf, um den Klängen der Orgel zu lauschen.

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