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Nachhaltiger Schutz der Halligen im Klimawandel

Staatskanzlei

Nachhaltiger Schutz der Halligen im Klimawandel

Die Halligen im nordfriesischen Wattenmeer stellen weltweit einmalige und schützenswerte Kultur- und Naturwerte dar; Theodor Storm nannte sie "Schwimmende Träume". Durch ihre exponierte Lage im Wattenmeer sind die Halligen und ihre Bewohner vom Meeresspiegelanstieg und höheren Sturmflutwasserständen besonders betroffen. Ziel der Landesregierung ist die langfristige Erhaltung der Halligen und der Schutz ihrer Bewohner vor den Angriffen des Meeres.

Die Halligen im nordfriesischen Wattenmeer stellen weltweit einmalige und schützenswerte Kultur- und Naturwerte dar; Theodor Storm nannte sie "Schwimmende Träume". Durch ihre exponierte Lage im Wattenmeer sind die Halligen und ihre Bewohner vom Meeresspiegelanstieg und höheren Sturmflutwasserständen besonders betroffen. Ziel der Landesregierung ist die langfristige Erhaltung der Halligen und der Schutz ihrer Bewohner vor den Angriffen des Meeres.

Auf Initiative der Landesregierung wurde daher eine Arbeitsgruppe "Halligen 2050" mit der Aufgabe gegründet, innovative und nachhaltige Konzepte zur Sicherung der Halligen und zum Schutz der Halligbewohner bei geänderten Klimabedingungen zu diskutieren. In der AG vertreten sind die Halligen mittels ihrer Bürgermeister, das Amt Pellworm und der Landkreis Nordfriesland, die Insel- und Halligkonferenz, das WWF sowie das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume und der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz. Die AG hat vielfältige Aktivitäten entfaltet, die nunmehr in einem ersten Bericht zusammengefasst wurden.

Nach einem geographischen Überblick über die Halligen werden im Bericht der erwartete Klimawandel und seine möglichen Konsequenzen für die Halligwelt in Form von Szenarien behandelt. Anschließend werden das optimierte gewässerkundliche Mess- und Überwachungsprogramm sowie erste Bemessungsgrundlagen für die Warften vorgestellt. Weitere Kapitel befassen sich mit dem Höhenwachstum auf den Halligen und dem Hochwasserschutz der Halligwarften. Die Ergebnisse der Forschungsprojekte SAHALL und ZukunftHallig sowie des Ideenwettbewerbes Hallig 2050, die flankierend zu den Arbeiten der AG Halligen 2050 liefen, werden hier dargestellt und bewertet. Der Gewinner des Ideenwettbewerbes schlug zum Beispiel vor, neue Gebäude auf sog. Tischen zu stellen, die nach Erfordernis hydraulisch angehoben werden können. In einer Synthese werden abschließend Empfehlungen zur langfristigen Erhaltung der Halligen und Halligwarften bei geänderten Klimabedingungen formuliert.

Hinsichtlich des Halligwachstums wurde festgestellt, dass der vertikale Aufwuchs schon seit Jahrzehnten deutlich hinter dem Anstieg des mittleren Tidehochwassers zurückbleibt. In der Folge nimmt die mittlere Geländehöhe, insbesondere der größeren Halligen, bezogen auf den Meeresspiegel ständig ab. Ohne Gegenmaßnahmen ist mit einem weiteren Absenken der relativen Geländehöhen zu rechnen. Zur Hochwassersicherheit der Halligwarften bei – künftig zu erwartenden – höheren Sturmflutwasserständen wurde festgestellt, dass bei mehreren Warften Defizite existieren (Anlage 1 im Bericht). Die Sturmflut Xaver vom Dezember 2013 mit Wasserständen auf den Halligen von 4,0 bis 4,5 m über NHN hat das Erfordernis von Anpassungsmaßnahmen nochmals klar aufgezeigt. Obwohl Xaver im langjährigen Vergleich "nur" etwa auf Platz 10 rangiert, stand das Wasser auf einigen Warften bereits vor der Haustür.

Die AG Halligen 2050 hat mehrere Handlungserfordernisse herausgearbeitet, die in Form von Empfehlungen am Ende des Berichtes beschrieben werden: (1) Änderungen frühzeitig erfassen, (2) Halligwachstum gewährleisten, (3) Objektschutz an Warftgebäuden erfassen und optimieren, (4) Bemessungsansatz für Halligwarften optimieren, (5) Schutzstandard der Warften ermitteln und bewerten, (6) Notwendige Maßnahmen umsetzen, (7) nachhaltige Küstenschutzmaßnahmen forcieren, und (8) die AG Halligen 2050 fortführen.

Bericht der Arbeitsgruppe HALLIGEN 2050: Möglichkeiten zur langfristigen Erhaltung der Halligen im Klimawandel (PDF 3MB, Datei ist nicht barrierefrei)