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Klimawandel

Staatskanzlei

Klimawandel

Dünenlandschaft auf Amrum © W. Diederich (grafikfoto.de)

Der Klimawandel hat auch für Schleswig-Holstein eine große Bedeutung. Schon jetzt sind Temperaturerhöhungen im Vergleich zum Anfang des 20. Jahrhunderts nachgewiesen worden. Sie fallen im Norden Deutschlands mit rund 0,4 °C gegenüber rund 1,2 °C in Süddeutschland noch vergleichsweise gering aus.

Bis zum Jahr 2100 ist aber eine Erhöhung der Jahresmitteltemperatur in Schleswig-Holstein um etwa 2 bis 4°C möglich. Dies verlangt neben Strategien zur Reduzierung und Vermeidung von Treibhausgasemissionen auch nach Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel.

Auswirkungen des Klimawandels (Klimafolgen)

Klimaänderungen beeinflussen Natur und Umwelt ebenso wie menschliche Handlungsbereiche. Betrachtet man den Zeitraum der vergangenen dreißig Jahre, sind auch in Deutschland bereits sichtbare Folgen des Klimawandels eingetreten.

Durch Hochwasser überflutete Strasse © LLUR

Ein markantes Beispiel hierfür in Deutschland ist der Masseverlust bei der überwiegenden Zahl der Gletscher. In Schleswig-Holstein beginnt der Frühling bereits früher, dokumentiert u.a. in phänologischen Untersuchungen, die auch speziell für unser Bundesland vorliegen. Mit den zu erwartenden Temperatur- und Niederschlagsänderungen werden weitere Klimafolgen spürbar.

Klimaveränderungen können eine große Bandbreite von Folgeerscheinungen nach sich ziehen. So führt eine dauerhafte Erwärmung übers Jahr dazu, dass sich Vegetationsperioden verschieben und verlängern. Dies hätte auf der einen Seite positive Folgen für eine bessere Ausnutzung in der Landwirtschaft und damit verbundene Ertragssteigerungen. Andererseits birgt dies aber auch das Risiko von Schäden z. B. durch einzelne Spätfröste, neu oder vermehrt auftretende Schädlinge oder auch damit einhergehende Wasserknappheit, so dass wiederum Anpassungsmaßnahmen notwendig werden könnten. Mildere Winter werden die Heizkosten senken. Extremereignisse führen beispielsweise zu kurzfristigen Überflutungen oder Hagelschäden.

Hitzetage erhöhen die Waldbrandgefahr oder beeinträchtigen die menschliche Gesundheit. Klimaschwankungen könnten im Fall von Dürren – insbesondere auf leichteren Böden – die Landwirtschaft und die kurzfristige Versorgung beeinträchtigen. Eine positive Folge des Klimawandels – höhere und verlässliche Sommertemperaturen in Verbindung mit weniger Niederschlägen – könnte in den nördlichen Küstenländern eine Stärkung des Tourismus sein.

Anpassung an den Klimawandel

Schematische Darstellung der Baureserven eines Deiches Baureserven eines Deiches (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Schematische Darstellung der Baureserven eines Deiches © MELUR

Der Klimawandel wird Folgen für viele Lebensbereiche haben. Die von der Bundesregierung beschlossene Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) teilt diese Bereiche in Handlungsfelder auf. Der Klimaschutzbericht 2009 der Landesregierung folgt dieser Systematik und benennt erstmals Handlungsoptionen für eine Anpassung an den Klimawandel in Schleswig-Holstein. Besonders betroffen sein werden die Bereiche Biologische Vielfalt, Wasserhaushalt, Wasserwirtschaft, Meeresschutz, Boden, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, sowie Tourismuswirtschaft. In einigen Handlungsfeldern sind bereits Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel eingeleitet worden (z.B. "Klimazuschlag" im Küstenschutz), in den meisten Fällen besteht aber noch weiterer Handlungsbedarf, der aufgrund der Unsicherheiten derzeit nur relativ allgemein umrissen werden kann. Deshalb ist es wichtig jetzt abzuschätzen, welche Klimaänderung in unserem Land welche Klimafolgen hervorruft. Hierfür brauchen wir u.a. eine fundierte Untersuchung der konkreten Risiken. Auf deren Grundlage können wir Strategien für eine Abmilderung der Auswirkungen des Klimawandels in kritischen Bereichen erarbeiten. Da dies nicht von heute auf morgen realisierbar ist, haben wir im "Fahrplan Anpassung an den Klimawandel" den Prozess dargestellt, wie wir eine Strategie für die Anpassung an die Folgen des Klimawandels in Schleswig-Holstein erarbeiten wollen.

Informationen aus dem Klimaschutzbericht zu beobachtenden und zukünftig zu erwartenden Klimawandel, Auswirkungen auf Natur und Gesellschaft und Handlungsoptionen für Schleswig-Holstein herunterladen sowie die Broschüre "Fahrplan Anpassung an den Klimawandel" können sie hier herunterladen:

Das Umweltministerium hat das Umweltbundesamt beauftragt, in einem Gutachten ein Klimafolgenmonitoring für das Land darzustellen und für den Klimawandel relevante Daten, die im MELUR und LLUR vorliegen, zu sichten und ihre Eignung für ein Monitoring zu prüfen. Darauf aufbauend sind in einem Folgegutachten Indikatoren zur Abbildung des Klimawandels in Schleswig-Holstein vorgeschlagen worden. Beide Studien finden Sie hier:

Klimareport des DWD für Schleswig-Holstein

Der Klimawandel steht in Schleswig-Holstein nicht mehr vor der Tür. Er steht bereits im Flur und zieht sich die Pantoffeln an. Das zeigt der neue Klimareport des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR).

Laut Report ist das Klima in Schleswig-Holstein wärmer geworden, seit 1881 um 1,3 Grad Celsius. Die Frosttage wurden weniger, die Sommertage mehr. Dabei ist die Zahl der Sommertage im Jahresmittel von 15 Tagen im Zeitraum 1961 bis 1990 auf 20 Tage im Zeitraum 1981 bis 2010 gestiegen, wie DWD-Vizepräsident Becker berichtete.

Gleichzeitig wurde es in Schleswig-Holstein nasser. In den Jahren 1961 bis 1990 betrug das Mittel des jährlichen Niederschlags noch 789 Millimeter. Im Zeitraum 1981 bis 2010 waren es 823 Millimeter, also 34 Millimeter mehr. Ein Millimeter entspricht dabei einem Niederschlag von einem Liter pro Quadratmeter.

Der Bericht kann hier heruntergeladen werden:

Klimareport 2017 (PDF 8MB, Datei ist nicht barrierefrei)

3. Regionalkonferenz Klimaanpassung Küstenregion der norddeutschen Bundesländer am 5. Juni 2014, Lübeck

Am 5. Juni 2014 fand die 3. Regionalkonferenz Klimaanpassung Küstenregion der norddeutschen Bundesländer Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachen und Schleswig-Holstein sowie des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit in der Musik- und Kongresshalle Lübeck (MUK) statt.

An der Veranstaltung nahmen rund 500 Gäste, darunter Vertreter aus Politik, Kommunen, Forschung und Verbänden teil.

Der thematische Schwerpunkt der 3. Regionalkonferenz Klimaanpassung Küstenregion lag auf den land- und forstwirtschaftlichen Anpassungsstrategien für die norddeutschen Küstenregionen. Der einführende Impulsvortrag von Prof. Dr. Mojib Latif zeigte den aktuellen Stand der Klimaforschung und des Klimawandels in Norddeutschland auf. An einer Podiumsdiskussion zur Frage „Herausforderungen an die Raumplanung und Landnutzung – welche Natur können und müssen wir schützen?“ nahmen Dr. Jörg Wagner, BMU, Minister Dr. Robert Habeck (SH), Senatorin Jutta Blankau (HH), Senator Dr. Joachim Lohse (HB), Minister Stefan Wenzel (Nds.) und Staatssekretärin Ina-Maria Ulbrich (MV) Stellung.

Im Rahmen von vier Workshops wurden einzelne Aspekte der Veranstaltung vertieft. Darin wurden die Aspekte Anpassung des Waldbaus an veränderte ökologische und ökonomische Rahmenbedingungen, die Klimaanpassung im ländlichen Raum, Natur und Landschaft in der Stadt und im urbanen Raum sowie der Klimawandel und die Folgen für die Landbewirtschaftung aufgegriffen.
Die Konferenz endete mit einer abschließenden Podiumsdiskussion unter Beteiligung von Minister Dr. Habeck, Max Schön, Vorstand Stiftung 2° - Deutsche Unternehmer für Klimaschutz, Prof. Dr. Hans von Storch Helmholtz-Zentrum und Dr. Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes.

Durch die intensiven Diskussionen und Beiträge unter Beteiligung des Fachpublikums konnte die Konferenz erfolgreich dazu beitragen, politische Handlungsoptionen zu land- und forstwirtschaftlichen Anpassungsstrategien für die norddeutschen Küstenregionen abzuleiten und weitere Aktivitäten der Länder und des Bundes zu unterstützen.

Impulsvortrag Prof. Dr. Latif (PDF 1MB, Datei ist nicht barrierefrei)

Dokumentation der Regionalkonferenz (PDF 4MB, Datei ist nicht barrierefrei)