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Allgemeine Informationen

Staatskanzlei

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Kinder sollen in Schleswig-Holstein "erfolgreich starten" – und zwar schon in ganz frühen Jahren.

Deshalb wird das Betreuungsangebot für die "Kleinen" von 0 bis 3 Jahren in Krippe und Tagespflege stetig ausgebaut und die "Großen" von 3 bis 6 Jahren werden in der Kindertagesstätte in ihrer Sprachentwicklung und Grundbildung gefördert.

In Schleswig-Holstein gibt es 1.754 Kindertageseinrichtungen mit 110.086 Plätzen für Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren. Die Eltern können - je nach Angebot - für ihr Kind zwischen einem Halbtagsplatz am Vor- oder Nachmittag sowie einem Ganztagsangebot und einem Hortplatz wählen. An vielen Standorten ist auch eine Betreuung während der Ferien selbstverständlich.

Betreuung unter drei Jahren

Seit dem 1. August 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch darauf, dass ihr Kind in einer Krippe oder in Tagespflege betreut wird, wenn es das erste Lebensjahr vollendet hat. Alle Ausbaubemühungen waren zunächst auf diesen Stichtag ausgerichtet.
Fazit: Es ist in Schleswig-Holstein gelungen, ein gutes Angebot an Betreuungsplätzen aufzubauen. Gestartet ist Schleswig-Holstein im Jahr 2007 mit einer Betreuungsquote von lediglich 8,3 %. Damals waren weniger als 6.000 Kinder unter drei Jahren in einer Tagesbetreuung.

Nach der offiziellen Kinder- und Jugendhilfestatistik des Statistikamtes Nord befanden sich am 01.03.2016 landesweit 21.877 Kinder in Schleswig-Holstein in einer Betreuung. Das entsprach einer Betreuungsquote von 30,9 %, im Frühjahr des Jahres 2016. Damit ist Schleswig-Holstein das westdeutsche Flächenland mit der höchsten Betreuungsquote.

Um den Ausbau der Kindertagesbetreuung zu unterstützen, haben sowohl der Bund als auch das Land Fördermittel für die erforderlichen Investitionen bereitgestellt. Mehr als 160 Mio. € sind bislang in den Ausbau der Kinderbetreuung geflossen. Mithilfe dieser Fördermittel konnten von Programmbeginn Ende 2008 bis Ende Juni 2014 insgesamt 16.800 zusätzliche Betreuungsplätze auf den Weg gebracht werden.

Da die zur Verfügung stehenden Mittel für den noch laufenden Ausbau der Betreuungsplätze nicht ausreichen, stellt der Bund ab 2015 weitere 18,2 Mio. € für Schleswig-Holstein bereit. Das Land ergänzt diese Fördermittel um gut 12 Mio. €, allerdings mit einer eigenen Schwerpunktsetzung.

Vorrangig sollen zusätzlich erforderliche Plätze im Elementarbereich bezuschusst werden, da immer mehr Eltern im Anschluss an die Krippenbetreuung einen Kindergartenplatz benötigen. Daneben sollen qualitätsverbessernde Maßnahmen für gute Rahmenbedingungen in Kindertageseinrichtungen unterstützt werden. Es können Bewegungsräume eingerichtet oder eine eigene Küche angeschafft werden. Mit ausreichender Bewegung und gesunder Ernährung wird die Kindertagesbetreuung gestärkt..

Modellversuch Inklusive Kita

Seit dem 01.01.2015 erproben Land, Kommunen und Träger gemeinsam in einem zweijährigen Modellversuch in vier Regionen, wie sich Kitas in Schleswig-Holstein von integrativen zu inklusiven Einrichtungen weiter entwickeln können.

Die Erprobung zielt auf einen Perspektivwechsel auf allen Ebenen: Nicht nur die Fachkräfte in der Kita entwickeln eine inklusive pädagogische Haltung und ein verändertes Verständnis von individueller Förderung – auch die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Leistungsstrukturen sollen inklusiv werden. Zu diesem Zweck soll untersucht werden, inwieweit sich das System der hochspezialisierten, auf Integration ausgerichteten Förderstrukturen auf eine Stärkung eines inklusiven Regelsystems hinbewegen kann, das niemanden ausschließt, Vielfalt wertschätzt und allen Kindern eine umfassende Teilhabe ermöglicht. Im besonderen Fokus stehen auch Kinder mit Beeinträchtigungen, die sich nur schwierig in die bisherige Förderstruktur einfügen lassen (zum Beispiel Kinder mit emotionalen oder Entwicklungs- und Verhaltensauffälligkeiten oder chronischen Erkrankungen).

Die Modellprojekte werden wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Ende 2015 soll eine erste Zwischenauswertung erfolgen. Auf der Grundlage der Evaluierungen sollen sodann Vorschläge für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Inklusionsprozess in Kindertagesstätten entwickelt werden.

Träger und Bildungsauftrag

Träger der Kindertageseinrichtungen sind Kommunen, Kirchen, Wohlfahrtsverbände, Elternvereine oder Unternehmen. Das Land stellt zur Finanzierung der Kindertagesbetreuung 2015 insgesamt 180,74 Millionen Euro bereit. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus 70 Millionen Euro für die Betreuung über Dreijähriger, 54,24 Millionen Euro von Land und Bund für die Betreuung unter Dreijähriger und weiteren 52,5 Millionen Euro des Landes für zusätzlich geschaffene Betreuungsplätze, Familienzentren, pädagogische Fachberatung sowie Qualitätsmanagement. Ebenfalls darin enthalten sind die Zuwendungen des Landes für die Sprachbildung in Kindertageseinrichtungen in Höhe von 4 Millionen Euro. Weitere 2 Millionen Euro wendet das Land 2015 für die Sprachintensivförderung (SPRINT) und die Sprachheilförderung auf.

Der zusätzliche Zuschuss des Landes an die Kommunen für U3-Betriebskosten und weitere Qualitätsmaßnahmen wird von derzeit 52,5 Millionen Euro bis 2017 auf 80 Millionen Euro jährlich anwachsen.

Die Kindertageseinrichtungen haben einen klaren Auftrag: Betreuung, Erziehung und Bildung. Vor allem der eigenständige Bildungsauftrag steht seit den PISA-Ergebnissen im Vordergrund. Bildung in Kindertagesstätten will die kindlichen Kompetenzen fördern, aber auch die Kinder in ihren individuellen Bildungswegen begleiten und ihnen neue Bildungswelten eröffnen.

Um die frühe Bildung zu fördern, hat die Landesregierung gemeinsam mit den Wohlfahrtsverbänden, Vertreterinnen und Vertreter von Fachschulen und der Fachhochschule sowie der Landeselternvertretung für Kindertageseinrichtungen Leitlinien zum Bildungsauftrag für Kindertageseinrichtungen erarbeitet. Diese wurden zur Erprobung an alle Kindertageseinrichtungen in Schleswig-Holstein verteilt und in regionalen Veranstaltungen diskutiert. Anschließend wurden die Erfahrungen mit den Leitlinien evaluiert und die Ergebnisse 2008 für eine Überarbeitung genutzt. Zusätzlich wurden Handreichungen für die einzelnen Bildungsbereiche erarbeitet, regionale Fachtage und Fortbildungsveranstaltungen zu den Bildungsleitlinien angeboten sowie Projekte durchgeführt.

Weitere Handreichungen sowie Fachtage und regionale Fortbildungsmaßnahmen zu den Querschnittsdimensionen der Bildungsleitlinien, zu Themen im Bereich der Kinder unter drei Jahren, der Zusammenarbeit von Kindertageseinrichtungen und Grundschulen sowie der Zusammenarbeit mit Eltern sind geplant bzw. werden zurzeit durchgeführt. Die Ergebnisse der in 2012/2013 erneut erfolgten Evaluierung der Leitlinien liegen vor und können ebenfalls auf dieser Seite eingesehen werden.

Kindertageseinrichtung ist ein Oberbegriff für Institutionen, in denen Kinder (von 0 bis 14 Jahre) für einen Teil des Tages oder ganztags betreut, gebildet und erzogen werden. Hierzu gehören Kindertagesstätten, Kindergärten, Kinderkrippen, Horte, Kinderhäuser und Kindergarten ähnliche Einrichtungen. Die Bedeutung der Kindertageseinrichtungen wird politisch und gesellschaftlich immer stärker anerkannt - 94,5 Prozent der Kinder besuchen vor ihrer Einschulung eine dieser Einrichtung.

Vereinbarung zur Finanzierung des Krippenausbaus

Am 10.Dezember 2012 haben die Landesregierung und Vertreter der kommunalen Spitzenverbände eine Vereinbarung zum Ausbau der Betreuung für Kinder unter drei Jahren unterzeichnet. Hier finden Sie Informationen dazu mehr lesen

Entwicklung von Familienzentren

Zum 1. August 2014 ist die Förderung von Familienzentren gestartet. Ziel ist es, den Aufbau und Betrieb von bis zu 100 Familienzentren zu fördern. Für das Jahr 2014 wurden dafür 1,3 Mio. € zur Verfügung gestellt. Ab 2015 sind es jährlich 2,5 Mio. €.

Familienzentren sollen:

  • Familien wohnortnahe Unterstützung durch niedrigschwellige Angebote bieten,
  • je nach regionalem Umfeld unterschiedliche Schwerpunkte setzen und hierbei auf die Bedarfe der Familien in ihrem Lebensraum eingehen,
  • eine bestehende, den Familien im Sozialraum bekannte und vertraute Einrichtung sein, die sich zu einer Anlaufstelle weiterentwickelt. Sie halten Betreuungsangebote und begleitende Hilfen vor. Sie sind Regeleinrichtungen (z.B. Kita, Schule) oder Institutionen, die mit den Angeboten einer Regeleinrichtung bereits vernetzt sind (Familienbildungsstätte, Mehrgenerationenhaus),
  • mit den maßgeblichen Akteuren im Sozialraum kooperieren und bestehende oder auch neu entstehende Angebote vernetzen – insbesondere im Bereich der Jugendhilfe sowie des Sozial- und Gesundheitswesens.

Kreise und kreisfreie Städte erhalten nach einer bestimmten Kontingentierung Mittel zum Auf- oder Ausbau von Familienzentren. Die Auswahl der Einrichtungen obliegt ihnen. Träger von Familienzentren können über diese Mittel Zuschüsse bis zur Höhe von 25.000 € für Personal- und Sachkosten gewährt werden. Dem unten stehenden Dokument können Sie entnehmen, welche Einrichtungen Familienzentren sind oder sich zu einem weiterentwickeln.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Familienzentren

Bericht der Landesregierung „Konzept für Familienzentren“ (PDF, 278 KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Befragung zu Familienzentren, Mehrgenerationenhäusern, nachbarschaftlichen Kompetenzzentren (PDF, 671 KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Eckpunktepapier zur Entwicklung von Familienzentren (PDF, 71 KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Fachberatung

Die Förderung der pädagogischen Fachberatung ist Teil der Landesmaßnahmen zur Steigerung der Kita-Qualität. Die pädagogische Fachberatung verbindet fachliche, entwicklungs- und organisationsbezogene Beratung der Leitung, der Fachkräfte sowie der Träger von Kindertageseinrichtungen. Insbesondere unterstützt sie das Qualitätsmanagement im Bereich von Kindertagesstätten.

Die Förderung pädagogischer Fachberatung soll zur qualitativen Verbesserung der Kindertagesbetreuung beitragen und der Optimierung von Rahmenbedingungen des pädagogischen Personals in Kindertageseinrichtungen dienen. Im Kalenderjahr 2014 stellte das Land erstmals 0,7 Mio. € für zusätzliche Fachberatung – insbesondere im U3-Bereich – zur Verfügung. 2015 wird der Förderbetrag auf 1,5 Mio. € erhöht und als fortlaufende Förderung etabliert werden.

Auf 1.723 Kindertageseinrichtungen in Schleswig-Holstein kommen derzeit ca. 60 pädagogische Fachberaterinnen/Fachberater, die überwiegend bei den freien Wohlfahrtsverbänden angesiedelt sind. Das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung wird eine offene, nicht abschließende Übersicht der im Land Schleswig-Holstein bekanntermaßen aktiven pädagogischen Fachberatungen zur Verfügung stellen, veröffentlichen und regelmäßig aktualisieren. Ziel ist es, so die Vernetzung und Kommunikation zwischen allen Beteiligten zu erleichtern.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Fachberatung

Erlass zur Förderung von Fachberatung

Liste von Fachberaterinnen und Fachberatern