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Norddeutscher Wissenschaftspreis 2015

Staatskanzlei

Norddeutscher Wissenschaftspreis 2015

Ministerin Alheit überreichte den Norddeutschen Wissenschaftspreis am 27.11.2015 – 100.000 Euro für länderübergreifendes Forschungsprojekt mit Beteiligung des GEOMAR in Kiel

Menschengruppe Verleihung Norddeutscher Wissenschaftspreis 2015 (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Staatssekretär Sebastian Schröder (MP) (v.l.), Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (HH), Prof. Dierk Hebbeln ( Uni Bremen), Bremens Senatorin Eva Quante-Brandt, Prof. André Freiwald (Senckenberg), Wissenschaftsministerin Kristin Alheit (SH), Wissenschafts-Abteilungsleiter Rüdiger Eichel (NI) und Prof. Christian Dullo (GEOMAR/SH). © Villwock

Anlässlich der Verleihung des Norddeutschen Wissenschaftspreises 2015 hob Wissenschaftsministerin Kristin Alheit den Stellenwert der länderübergreifenden Forschungskooperation hervor. „Die Preisträger zeigen eindrucksvoll - ebenso wie die eingereichten Projekte: Wir sind auf dem Weg zu einer eingespielten Arbeitsteilung über Ländergrenzen hinweg. Der Norden stellt sich neu auf und verbessert seine Konkurrenzfähigkeit, gerade auch auf dem Feld der Klima- und Umweltforschung“, betonte Alheit.

Preisträger 2015

Ein länderübergreifendes Wissenschaftlerteam der Universität Bremen, dem GEOMAR-Helmholtz-Zentrum in Kiel und dem Leibniz-Institut Senckenberg am Meer in Wilhelmshaven, das den Einfluss von Umweltveränderungen auf die Ökosysteme von Kaltwasserkorallen untersucht, ist der Preisträger 2015. „Meeres- und Klimaforschung sowie grüne Energie werden immer stärker zu Alleinstellungsmerkmalen in der deutschen Forschungslandschaft“, so Alheit anlässlich der Preisübergabe in Kiel. „Der Norden spielt dabei eine gewichtige Rolle.“

Vorsitzland

Schleswig-Holstein hat dieses Jahr den Vorsitz in der Norddeutschen Wissenschaftsministerkonferenz, die am 27.11.2015 in Kiel tagte, und war zugleich Gastgeberland für die Verleihung des Norddeutschen Wissenschaftspreises. Der Preis wird seit 2012 von den Bundesländern Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Freie und Hansestadt Hamburg, Freie Hansestadt Bremen und Schleswig-Holstein vergeben. In diesem Jahr wurde das Preisgeld einvernehmlich von 50 000 auf 100 000 Euro verdoppelt.

Forschungsprojekte

Mit dem Preis werden herausragende, länderübergreifende Wissenschaftskooperationen gewürdigt, die zur Profilierung der norddeutschen Forschungslandschaft beitragen. Das Preisgeld kann frei verwendet werden im Rahmen der Aufgaben von Hochschulen und Forschungseinrichtungen. In diesem Jahr stehen Projekte aus dem Bereich Klima- und Umweltforschung im Zentrum. Es haben sich insgesamt acht Forschungsprojekte beteiligt, in der Endausscheidung setzten sich die Preisträger gegen das „GENUS“-Projekt durch, das mit dem Benguela Auftriebsgebiet vor Südwest-Afrika eines der vier großen Auftriebsgebiete in den Ozeanen untersucht.

Das Auswahlverfahren wurde im Auftrag der norddeutschen Länder durch die Geschäftsstelle der wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen koordiniert. 2015 hatten sich 8 Teams um den Preis beworben. Im kommenden Jahr richtet Mecklenburg-Vorpommern den Preis aus. Es stehen dabei die Geisteswissenschaften im Fokus.

Hintergrund zu den Finalisten

  1. Kaltwasserkorallen im Atlantischen Ozean (einreichende Hochschule: Universität Bremen)

    Kaltwasserkorallen bilden faszinierende Ökosysteme entlang der Ränder nahezu aller Kontinente. Dabei stehen sie ihren weitaus besser bekannten tropischen Verwandten in Bezug auf die Artenvielfalt kaum nach. In den von ihnen bevorzugten Wassertiefen von 500 bis 1000 Meter sind die Kaltwasserkorallen allerdings viel schwerer zugänglich und deshalb bisher kaum untersucht. Trotzdem ist inzwischen deutlich geworden, dass auch sie durch sich ändernde Klima- und Umweltbedingungen maßgeblich beeinflusst werden. Wiederholt haben solche Änderungen regional sogar zum zeitweiligen Aussterben der Kaltwasserkorallen geführt.

    Angetrieben durch das gemeinsame Interesse, die Entwicklung der Kaltwasserkorallen zu verstehen, entwickeln Wissenschaftler aus dem MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen -, dem GEOMAR–Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel und dem Leibniz-Institut Senckenberg am Meer in Wilhelmshaven seit 15 Jahren zusammen nationale und internationale Forschungsprojekte. Diese führen sie auf Schiffsexpeditionen, während derer sie mit bemannten Tauchbooten und Tauchrobotern diese faszinierende Ökosysteme interdisziplinär untersuchen und dabei sogar ganz neue entdecken.

    Logo Norddeutscher Wissenschaftspreis .



  2. GENUS (einreichende Hochschule: Universität Hamburg)

    Das Benguela-Auftriebsgebiet vor Südwest-Afrika ist eines der vier großen Auftriebsgebiete in den Ozeanen. In diesen Regionen gelangt nährstoffreiches Tiefenwasser in die oberen lichtdurchfluteten Meereszonen und bewirkt dort eine hohe Ptimärproduktion, der andere Organismen folgen. Es beherbergt somit ein reiches und kommerziell wichtiges Nahrungsnetz mit komplexen CO2-Bilanzen.

    Das zentrale wissenschaftliche Ziel des GENUS-Projektes (Geochemistry and Ecology of the Namiban Upwelling System) ist es, den Einfluss des Klimawandels auf das Benguela-Auftriebsgebiet abzuschätzen. Dazu sollten die Beziehungen zwischen physikalischem Antrieb, biogeochemischen Kreisläufen (Nährstoffe und Treibhausgase) und der Ökosystemstruktur und -leistung aufgeklärt werden.

    Durch den Zusammenschluss der Universitäten Hamburg und Bremen im Verbund mit dem Helmholtz-Zentrum Geesthacht, dem Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde, dem Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie in Bremen und dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven ist die notwendige wissenschaftliche Kapazität entstanden, um die anspruchsvollen Ziele zu erreichen.

Kontakt

Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein