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Grundwassernutzung und Trinkwasserversorgung

Staatskanzlei

Grundwassernutzung und Trinkwasserversorgung

Die Versorgung der schleswig-holsteinischen Bevölkerung sowie der Industrie- und Gewerbebetriebe mit Wasser in Trinkwasserqualität stützt sich ausschließlich auf Grundwasser. Große leistungsfähige Stromsysteme mit der Möglichkeit, große Wassermengen als Oberflächenwasser zu gewinnen, fehlen mit Ausnahme der Elbe. Darüber hinaus fehlen im Binnenland die Möglichkeiten, durch die Anlage von oberirdischen Speichern den nach Güte und Menge schwankenden Wasserabfluss auszugleichen.

Zwar bestehen an den Meeresküsten und im tidebeeinflussten Teil der Elbe praktisch keine Grenzen für die Entnahme großer Wassermengen, jedoch ist dieses Wasser aufgrund des Salzgehaltes und insbesondere im Bereich der Elbe aufgrund des natürlichen Schwebstoffgehaltes uneingeschränkt ohne Aufbereitung praktisch nur für Kühlwasserzwecke zu verwenden. Schon für die Verwendung als industrielles Brauchwasser, noch mehr aber bei einer Verwendung als Trinkwasser wären umfangreiche Maßnahmen zur Aufbereitung dieses Wassers erforderlich, die mit den heute zur Verfügung stehenden technischen Verfahren eine Verwendung dieses Wassers als nicht wirtschaftlich erscheinen lassen.

Für die Trinkwasserversorgung und auch für die Versorgung des Gewerbes und der Industrie mit hochwertigem Brauchwasser kommt deshalb nur eine Nutzung des Grundwassers in Betracht.

Im Jahr 2013 wurden in Schleswig-Holstein durch fast 450 Wasserwerke etwa 205 Millionen Kubikmeter Grundwasser gefördert und zum Zwecke der öffentlichen Wasserversorgung abgegeben. Durch Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft wurden im gleichen Jahr etwa 600 Gewinnungsanlagen betrieben und damit rund 26 Millionen Kubikmeter Grundwasser aus dem Untergrund entnommen.

Entnahmen

Nach Jahren stetig steigenden Wasserverbrauches ist seit etwa 1995 eine Stagnation eingetreten bzw. ein leichter Rückgang der Grundwasserentnahmen zu verzeichnen. Insbesondere Grundwasserentnahmen für industrielle und gewerbliche Nutzungen sind sehr stark zurückgegangen. Durch innerbetriebliche Umstellungen wurde der Wasserverbrauch zum Teil drastisch reduziert und viele Betriebe mit nur noch geringem Wasserverbrauch haben die Eigenförderung aufgegeben und sich an die öffentliche Trinkwasserversorgung angeschlossen. Die öffentliche Trinkwasserversorgung umfasst mit fast 90 % den Hauptanteil der gesamten Grundwasserförderung.

Bei der Entnahmemengenerfassung werden nur die Benutzungen berücksichtigt, die auf Grund eines Wasserrechtes (Bewilligung, Erlaubnis) Grundwasser fördern. Erlaubnisfreie Benutzungen, wie private Hausbrunnen werden nicht erfasst. Im Zuge des ständig steigenden Anschlussgrads (2013: 98,7%, Quelle: Statistikamt Nord) wird dieser Anteil aber immer kleiner. Die Wasserrechtsinhaber haben ihre entnommenen Wassermengen der zuständigen Unteren Wasserbehörde mitzuteilen.

In Abbildung 1 ist die Anzahl der Wasserversorgungsunternehmen in Schleswig-Holstein und deren Abgabemengen vergleichend dargestellt. Im Jahr 2013 wurde durch 47 große Wasserversorger eine Menge von 163 Millionen Kubikmetern Grundwasser gefördert und als Trinkwasser an die Öffentlichkeit abgegeben. Demgegenüber wurde von 318 kleineren Unternehmen eine Menge von lediglich 7,4 Millionen Kubikmetern abgegeben.

Wasserversorgung in Schleswig-Holstein Wasserversorgung in Schleswig-Holstein (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) © Statistisches Amt HH/SH

Abbildung 2 zeigt die Entwicklung der Abgabemengen bei der öffentlichen Wasserversorgung. Seit 1995 ist hier ein nahezu kontinuierlicher Rückgang um 7,5 % festzustellen. Der Anschlussgrad der Einwohner ist im gleichen Zeitraum um 1,7 % gestiegen und lag im Jahr 2013 bei 98,7 %.

Entwicklung der Abgabemengen bei der öffentlichen Wasserversorgung Entwicklung der Abgabemengen bei der öffentlichen Wasserversorgung (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) © Statistisches Amt HH/SH