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Grundwassernutzung und Trinkwasserversorgung

Staatskanzlei

Grundwassernutzung und Trinkwasserversorgung

Die Versorgung der schleswig-holsteinischen Bevölkerung sowie der Industrie- und Gewerbebetriebe mit Wasser in Trinkwasserqualität stützt sich ausschließlich auf Grundwasser. Große leistungsfähige Stromsysteme mit der Möglichkeit, große Wassermengen als Oberflächenwasser zu gewinnen, fehlen mit Ausnahme der Elbe. Darüber hinaus fehlen im Binnenland die Möglichkeiten, durch die Anlage von oberirdischen Speichern den nach Güte und Menge schwankenden Wasserabfluss auszugleichen.

Zwar bestehen an den Meeresküsten und im tidebeeinflussten Teil der Elbe praktisch keine Grenzen für die Entnahme großer Wassermengen, jedoch ist dieses Wasser aufgrund des Salzgehaltes und insbesondere im Bereich der Elbe aufgrund des natürlichen Schwebstoffgehaltes uneingeschränkt ohne Aufbereitung praktisch nur für Kühlwasserzwecke zu verwenden. Schon für die Verwendung als industrielles Brauchwasser, noch mehr aber bei einer Verwendung als Trinkwasser wären umfangreiche Maßnahmen zur Aufbereitung dieses Wassers erforderlich, die mit den heute zur Verfügung stehenden technischen Verfahren eine Verwendung dieses Wassers als nicht wirtschaftlich erscheinen lassen.

Für die Trinkwasserversorgung und auch für die Versorgung des Gewerbes und der Industrie mit hochwertigem Brauchwasser kommt deshalb nur eine Nutzung des Grundwassers in Betracht.

Im Jahr 2004 wurden in Schleswig-Holstein durch mehr als 650 Wasserwerke etwa 207 Millionen Kubikmeter Grundwasser gefördert und zum Zwecke der öffentlichen Wasserversorgung abgegeben. Durch Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft wurden im gleichen Jahr mehr als 800 Gewinnungsanlagen betrieben und damit rund 37 Millionen Kubikmeter Grundwasser aus dem Untergrund entnommen.

Entnahmen

Nach Jahren stetig steigenden Wasserverbrauches ist seit etwa 1990 eine Stagnation eingetreten bzw. ein leichter Rückgang der Grundwasserentnahmen zu verzeichnen. Insbesondere Grundwasserentnahmen für industrielle und gewerbliche Nutzungen sind sehr stark zurückgegangen. Durch innerbetriebliche Umstellungen wurde der Wasserverbrauch zum Teil drastisch reduziert und viele Betriebe mit nur noch geringem Wasserverbrauch haben die Eigenförderung aufgegeben und sich an die öffentliche Trinkwasserversorgung angeschlossen. Die öffentliche Trinkwasserversorgung umfasst mit über 85 % den Hauptanteil der gesamten Grundwasserförderung.

Bei der Entnahmemengenerfassung werden nur die Benutzungen berücksichtigt, die auf Grund eines Wasserrechtes (Bewilligung, Erlaubnis) Grundwasser fördern. Erlaubnisfreie Benutzungen, wie private Hausbrunnen werden nicht erfasst. Im Zuge des ständig steigenden Anschlussgrads (1995: 97%, Quelle: Statistisches Landesamt) wird dieser Anteil aber immer kleiner. Die Wasserrechtsinhaber haben ihre entnommenen Wassermengen der zuständigen Unteren Wasserbehörde mitzuteilen. Diese leitet die Meldung für die Zusammenstellung der landesweiten Entnahmestatistik ans LLUR weiter.

Jährliche Entnahmemengen für die gesamte Grundwasserentnahme in Schleswig-Holstein

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Summe der jährlichen Grundwasserentnahmen in Schleswig- Holstein, unterteilt nach Entnahmezweck.
Diese Entnahmemengen wurden aus den gemeldeten Einzelentnahmen errechnet, die Aufteilung nach Entnahmezweck wurde durch das LLUR vorgenommen.
Durch Rundungen bei den prozentualen Anteilen kann es zu geringen Abweichungen bei der Gesamtsumme kommen.

Beschreibung des Entnahmezweckes:
öffentliche Wasserversorgung: umfasst alle Entnahmen von Wasserwerken, Wasserversorgungsgemeinschaften u. ä., die im wesentlichen der Trinkwasserversorgung dienen.
Nicht erfasst werden Entnahmen, die der Versorgung von einzelnen Haushalten dienen, da hier keine Pflicht zur Meldung von Entnahmemengen besteht.

Gewerbe, Industrie: umfasst alle Entnahmen, die für Produktionszwecke in Industrie und Gewerbe genutzt werden (z. B. Kühlwasser)

GW-Ableitung: beinhaltet alle Entnahmen zur Grundwasserabsenkung, etwa für den Abbau von Rohstoffen (Kreide, Kies) oder zur Gebäudesicherung

Beregnung: schließt alle Entnahmen ein, die zur Beregnung oder Bewässerung von land- oder forstwirtschaftlichen sowie gartenbaulichen Flächen dienen

Jährliche Entnahmemenge für die Grundwasserentnahme - Schleswig-Holstein
Gebiet19951996199719981999
öffentliche
Wasser-
versorgung
Menge
m³/a
228.414.500 225.469.473 223.094.044 218.858.797 225.954.740
Anteil
in %
84,285,585,585,685,3
Gewerbe,
Industrie
Menge
m³/a
29.115.87227.152.74826.649.65825.680.43724.491.498
Anteil
in %
10,710,310,210,09,2
GW-
Ableitung
Menge
m³/a
9.928.6577.568.5678.659.4109.992.21010.789.226
Anteil
in %
3,72,93,33,94,1
BeregnungMenge
m³/a
3.837.6853.369.1852.638.8811.181.9783.754.124
Anteil
in %
1,41,31,00,51,4
Gesamt-
menge
Menge
m³/a
271.296.714263.559.973261.041.993255.713.422264.989.588
Jährliche Entnahmemenge für die Grundwasserentnahme - Schleswig-Holstein
Gebiet20002001200220032004
öffentliche
Wasser-
versorgung
Menge
m³/a
228.669.232225.203.476219.861.974219.688.942206.751.504
Anteil
in %
85,986,385,785,185,0
Gewerbe,
Industrie
Menge
m³/a
24.157.03223.525.20623.323.63224.670.67024.228.295
Anteil
in %
9,19,09,19,610,0
GW-
Ableitung
Menge
m³/a
10.384.6939.708.62311.165.1768.784.0909.794.549
Anteil
in %
3,93,74,43,44,0
BeregnungMenge
m³/a
3.128.7552.409.9062.118.8144.938.6222.547.514
Anteil
in %
1,20,90,81,91,0
Gesamt-
menge
Menge
m³/a
266.339.712260.847.211256.469.596258.082.324243.321.862

Jährliche Entnahmemengen für die gesamte Grundwasserentnahme in Schleswig-Holstein
Bearbeitungsstand: 17.01.2007

Grafische Darstellung der Grundwasserentnahme in Schleswig-Holstein

Werden die Daten der oben erwähnten Tabelle grafisch dargestellt, ergibt sich folgendes Bild:

Grundwasserentnahme in Schleswig-Holstein Grundwasserentnahme in Schleswig-Holstein (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) © MELUR