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Hilfe für die Geburtshilfe

Staatskanzlei

Hilfe für die Geburtshilfe

Der Krankenhausplan Schleswig-Holstein. In einer Serie stellen wir die Versorgungsschwerpunkte vor. Teil 2: Geburtshilfe

Die Entwicklung der Geburtshilfe in Schleswig-Holstein ist geprägt von folgenden Faktoren:

Geburtshaus von AussenWarten auf die Geburt im Haus Pniel. © Haus Pniel

  • Rückgang von Geburten
  • Nur begrenzt zur Verfügung stehendes Fachkräftepersonal
  • Durch den medizinischen Fortschritt bedingte Weiterentwicklung von Qualitätsstandards
  • Zunahme von Risikogeburten aufgrund des steigenden Alters von Erstgebärenden.

Insbesondere in einem Flächenland wie Schleswig-Holstein sind innovative Konzepte und eine Vielzahl von Maßnahmen notwendig, um allen Frauen eine sichere Geburt zu ermöglichen.

Die Landesregierung unterstützt unter anderem die folgenden Maßnahmen:

alle öffnen

Kostenloses Boarding

Um Notfällen vorzubeugen, bieten einige Kliniken für Risikoschwangere oder für Schwangere, die weite Wege zur nächsten Geburtsklinik zu überbrücken haben, das sogenannte Boarding an: Schwangere können ein bis zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin in einer Unterkunft in Kliniknähe wohnen. Mitunter auch mit dem Partner und Geschwisterkindern. An den Klinikstandorten in Flensburg und Husum ist ein Ausbau der vorgeburtlichen Unterbringung geplant. In Flensburg und Niebüll werden die Kosten für das Boarding der Bewohnerinnen von Sylt und Föhr von den Krankenkassen übernommen. Damit ist Schleswig-Holstein das einzige Bundesland, das kostenloses Boarding anbietet.

Hebamme in 24-Stunden-Bereitschaft

Auf Sylt gibt es mit der Hebammen-Rufbereitschaft ein bundesweit einmaliges Projekt. Der Modellversuch der 24-Stunden-Bereitschaft wird von den gesetzlichen Krankenkassen, dem Land Schleswig-Holstein und den Gemeinden finanziert.

Neuerungen in der Hebammen-Ausbildung

Neben dem Ausbau des Boarding und der Hebammen-Rufbereitschaft unterstützt die Landesregierung die Einführung einer akademischen Hebammen-Ausbildung. Die geplante Neuerung soll 20 neue Ausbildungsplätze für angehende Hebammen in Schleswig-Holstein schaffen.

Optimierung im Rettungsdienst

Alle Rettungskräfte müssen über Kenntnisse der Nothilfe bei geburtshilflichen Notfällen durch ihre Ausbildung verfügen. In den Behandlungsleitlinien für den Rettungsdienst sind die bevorstehende und die einsetzende Geburt sowie die Erstversorgung eines Neugeborenen enthalten.

Training am Simulator für den Notfall

Angehende Notfallsanitäter und -sanitäterinnen nehmen während ihrer klinischen Ausbildungsabschnitte am Universitätsklinikum an speziellen Trainings teil. Das Institut für Rettungs- und Notfallmedizin (IRUN) ist für die Koordination und Betreuung der Trainings zuständig. Der dabei auch eingesetzte Simulations-Rettungswagen sowie die lebensgroße Simulationspuppe „Sim-Mom“ und der Neugeborenen-Simulator „SimNewB“ sind von der Landesregierung finanziert.

Ausbau der Kliniken in Schleswig-Holstein

Damit die Kliniken in Schleswig-Holstein auch räumlich die besten Voraussetzungen für eine sichere Geburt erfüllen, fördert die Landesregierung den Bau von zusätzlichen Kreißsälen in Kiel, Flensburg und Husum. Darüber hinaus unterstützt das Land den Umbau der Wöchnerinnenstation am Universitätsklinikum in Lübeck. Auf der Wöchnerinnenstation ermöglicht ein erfahrenes Team aus Ärzten, Krankenschwestern und Hebammen eine umfassende Nachsorge der jungen Mütter und ihrer Neugeborenen in den ersten Tagen nach der Geburt.

Flächendeckende Versorgung

Der Krankenhausplan 2017 regelt die Verteilung der unterschiedlichen Versorgungsstufen im Land. Die Landesregierung will vor allem eine flächendeckende Versorgung mit Perinatalzentren sicherstellen. Damit wird eine qualitativ hochwertige regionale Versorgung für die Geburtshilfe gewährleistet.

Geburtshilfe Schleswig-Holstein Geburtshilfe Schleswig-Holstein (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) © MSGWG

Die Krankenhäuser werden je nach Personal und vorhandenen Einrichtungen in einer der vier Versorgungsstufen eingeordnet. Es gibt:

  • Perinatalzentrum Level 1 (uneingeschränkte Versorgung von Früh- und Neugeborenen)

  • Perinatalzentrum Level 2 (Mindestgewicht der Früh- und Neugeborenen: 1.250 Gramm)

  • Perinataler Schwerpunkt (Mindestgewicht der Früh- und Neugeborenen: 1.500 Gramm)

  • Geburtsklinik (Entbindung reifer Neugeborener ohne vorhersehbare Komplikationen).

Die Perinatalzentren kommen nicht nur den Frühgeborenen zu Gute, sondern allen Neugeborenen und darüber hinaus Kindern aller Altersstufen zugute. Etwa 12 bis 15 Prozent aller neugeborenen Kinder werden krankenhauspflichtig. Die Perinatalzentren Level 1 und 2 stellen die Versorgung sicher für alle Kinder, die eine intensivmedizinische Behandlung auf höchstem Niveau benötigen; dies können u.a. unvorhersehbare Notfälle, ungeplant zu früh geborene Kinder sowie Unfälle und schwere Infektionen sein. Zu den Aufgaben der Perinatalzentren gehört ebenfalls die Begleitung und Verzögerung einer drohenden Frühgeburt, um dem Kind durch den Erhalt der Schwangerschaft einen besseren Start ins Leben zu ermöglichen.

Zum Krankenhausplan 2017

Zum 1. Teil der Serie Krankenhausplan 2017: Überblick

Zum 3. Teil der Serie Krankenhausplan 2017: Wenn keine Heilung mehr möglich ist - Palliativversorgung

Zum 4. Teil der Serie Krankenhausplan 2017: Auch im Alter gut behandelt

Zum 5. Teil der Serie Krankenhausplan 2017: Schlaganfallversorgung - Unterstützung im Land