Landesportal Schleswig-Holstein

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Piwik. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es hier.

Praxisnetze: Gemeinsam besser versorgt

Staatskanzlei

Praxisnetze: Gemeinsam besser versorgt

Mehrere hundert Praxisnetze gibt es mittlerweile in Deutschland. Was genau ist ein Praxisnetz? Ein regionaler Zusammenschluss von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten verschiedener Fachrichtungen sowie Psychotherapeutinnen und -therapeuten. Ihr Ziel: Die Menschen in einer Region wohnortnah besser und effizienter versorgen. Angesichts des demographischen Wandels und den medizinischen Entwicklungen gewinnen regionale Kooperationen in der Gesundheitsversorgung an Bedeutung.

Aber nicht nur die Patienten profitieren von den Zusammenschlüssen. Auch für die Mitglieder des Netzes hat die Zusammenarbeit entscheidende Vorteile: Sie werden organisatorisch sowie administrativ unterstützt und tauschen Fachwissen untereinander aus. Außerdem nehmen sie an netzinternen Fort- und Weiterbildungen teil. Sie lernen also voneinander. Die Selbstständigkeit wird dabei nicht angetastet. Jedes Mitglied arbeitet weiterhin freiberuflich und führt seine Praxis in Eigenverantwortung.

Anerkennung durch die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein

Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die sich zu einem Verbund zusammengeschlossen haben, können einen Antrag auf Anerkennung bei der Kassenärztlichen Vereinigung des jeweiligen Bundeslandes stellen. Damit das Praxisnetz anerkannt wird, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Welche Voraussetzungen das in Schleswig-Holstein sind, gibt die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) vor. Sie entscheidet über die Anerkennung. Mit der Anerkennung haben die Praxisnetze die Möglichkeit, finanzielle Unterstützung der KVSH zu erhalten. Wie die Fördergelder eingesetzt werden, entscheiden die Praxisnetze selbst.

Strukturelle Voraussetzungen

Ein Praxisnetz, das anerkannt werden möchte, muss bestimmte Strukturvorgaben erfüllen:

  • Es müssen mindestens 20 Praxen teilnehmen.
  • Die maximale Zahl der Praxen darf 100 nicht überschreiten.
  • Es müssen mindestens drei Fachgruppen vertreten sein. Dazu muss mindestens ein Hausarzt oder eine Hausärztin zählen.
  • Das Praxisnetz deckt ein zusammenhängendes Gebiet ab, sodass eine wohnortnahe Versorgung möglich ist.
  • Das Praxisnetz besteht seit mindestens drei Jahren.
  • Es existieren gemeinsame Standards.
  • Das Netz verfügt über Managementstrukturen: eine Geschäftsstelle, eine Geschäftsführung und eine Ärztliche Leitung.
  • Die Mitglieder nutzen die Kommunikationsplattform KV-SafeNet.

Die drei Versorgungsziele

Nach der Richtlinie der KVSH muss ein Praxisnetz drei Versorgungsziele verfolgen.

  1. Patientenzentrierung
  2. Kooperative Berufsausübung
  3. Verbesserte Effizienz/Prozessoptimierung

Je mehr Versorgungsziele ein Praxisnetz erfüllt, desto höher wird es eingestuft. Die niedrigste Anerkennungsstufe ist die Basisstufe. Danach folgt die Stufe I. Die höchste Anerkennungsstufe ist Stufe II.

Eines von zweien: Das Praxisnetz Herzogtum Lauenburg

Logo Praxisnetz Herzogtum Lauenburg © PNHL

Bisher gibt es in ganz Deutschland nur zwei Praxisnetze, die in der Stufe II anerkannt sind. Eines davon ist das Praxisnetz Herzogtum Lauenburg (PNHL). Was ist das Besondere an diesem Praxisnetz?

Immer im Austausch

Der Austausch untereinander steht an erster Stelle. So finden zweimal jährlich ein Pflegedialog und ein Klinikdialog statt. Dort werden gemeinsame Versorgungsprojekte entwickelt. Auch die Patientenzeitschrift „Vernetzt“ trägt zum Informationsaustausch bei. Interessierte finden dort Kontaktdaten und Öffnungszeiten der Praxen sowie Informationen zu verschiedensten Beratungsangeboten in der Region. Damit aber nicht nur die Patienten, sondern auch die Mitglieder selbst über die aktuellen Entwicklungen im Praxisnetz Bescheid wissen, erscheint vier Mal im Jahr das netzeigene Mitgliedermagazin „vernetzt + versorgt“.

Voneinander Lernen

Um die medizinische Versorgung der Patienten stetig zu verbessern, unterstützen die Mitglieder sich gegenseitig. Bei der sogenannten Peer Review besuchen sie einander in ihren Praxen, beobachten die Arbeit und helfen dabei, Lösungen für medizinische und organisatorische Probleme zu finden.

Barrierefreiheit

Beim Umbau oder Neubau von Praxen und Ärztehäusern steht das PNHL beratend zur Seite, insbesondere für barrierefreie Räumlichkeiten. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. informiert das Praxisnetz auch über Barrierefreiheit bei Webseiten, Datenbanken und Dokumenten.

Rheuma-Netz und Wundmanagerin

Im Landkreis Herzogtum-Lauenburg sind Rheumatologinnen und Rheumatologen Mangelware. Damit Menschen mit rheumatischen Erkrankungen trotzdem schnell und gut medizinisch versorgt werden können, ist das Rheuma-Netz gegründet worden. Darüber hinaus erhält das Praxisnetz fachliche Unterstützung durch die netzeigene Wundmanagerin.

Zum Internetauftritt des Praxisnetzes Herzogtum Lauenburg

Allgemeinmediziner Dr. Ulrich Berghof
© Privat

Interview

Wie Praxisnetze die medizinische Versorgung in Schleswig-Holstein verbessern, erfahren Sie im Interview mit Dr. Ulrich Berghof.

mehr lesen

Der Dachverband der Praxisnetze in Schleswig-Holstein

Rund 21 Praxisnetze in Schleswig-Holstein haben sich zu einem Dachverband zusammengeschlossen. Der Dachverband vertritt die gemeinsamen Interessen der Mitglieder, fördert den Informationsaustausch sowie den Erhalt und die Weiterentwicklung der Netze.

Zum Internetauftritt des Dachverbandes Praxisnetze in Schleswig-Holstein

Zurück zur Übersicht der Fokusthemen