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Laien retten Leben

Staatskanzlei

Laien retten Leben

Für die meisten Menschen, die nicht als professionelle Notfallretter tätig sind, ist diese Situation entsetzlich: Ein Passant oder Angehöriger bricht zusammen und man selbst ist der einzige Mensch weit und breit, der helfen kann. Und muss! Was Sie im Fall der Fälle wissen sollten und wer Ihnen in Schleswig-Holstein hilft, die Nerven zu behalten, sagen wir Ihnen hier.

Was sollten die sogenannten Notfallzeugen tun, wenn ein Mensch in Lebensgefahr ist? Das Wichtigste ist, ruhig zu bleiben und schnell zu handeln.

  1. Notruf 112 absetzen und folgende Fragen beantworten:
    Wer ruft an?
    Was ist passiert?
    Wo ist es passiert?
    Wie viele Verletzte oder Betroffene?
    Welche Art der Verletzung oder des Notfalls liegt vor?
  2. Herzdruckmassage starten: cirka 100-mal pro Minute mit übereinandergelegten Händen die Mitte des Brustkorbs eines Erwachsenen mindestens fünf Zentimeter tief eindrücken.
  3. Sollten weitere Helfer vor Ort sein: Atemwege freimachen und bei der Herzdruckmassage abwechseln.
  4. Ist einer der Helfer mit der Beatmungstechnik (Mund-zu-Mund oder Mund-zu-Nase) vertraut: Im Wechsel 30-mal den Brustkorb drücken und zweimal beatmen.
  5. Diese Maßnahmen so lange durchhalten bis professionelle Rettungskräfte vor Ort sind.

Herzinfarkt

Logo für die Defibrillatoren. Es ist ein grünes Quadrat, in dem sich ein weißes Herz und in der rechten Ecke ein weißes Kreuz befindet. In dem weißen Herz wiederum befindet sich ein gründer Blitz.An diesem Zeichen ist ein öffentlicher Defibrillator zu erkennen. © Landesarbeitsgemeinschaft Herz und Kreislauf in Schleswig-Holstein e. V.

Beim Herzinfarkt sind die allerersten Minuten entscheidend. Daher sollte sofort die 112 gewählt werden. Bis der Notarzt eintrifft, können auch Laien helfen: mit einem Automatisierten Externen Defibrillator (AED). Die Anwendung des Defibrillators ist so einfach, dass jeder das Leben eines Kollegen, Freundes oder einer anderen Person retten kann. Mit eindeutigen und ruhigen Sprachanweisungen führt das Gerät durch jeden Schritt der Anwendung. Niemand muss Angst haben, etwas falsch zu machen oder den Zustand des Patienten gar zu verschlimmern.
Zu finden sind die Geräte an zahlreichen öffentlichen Standorten in ganz Schleswig-Holstein. Eine Übersicht der Standorte stellt die Landesarbeitsgemeinschaft Herz und Kreislauf in Schleswig-Holstein e. V. zur Verfügung. Der schleswig-holsteinische Sparkassen- und Giroverband fördert das Projekt finanziell.

Zu den AED-Standorten in Schleswig-Holstein („AED-Kataster“)

Zur Landesarbeitsagentur Herz und Kreislauf

Doch was tun, wenn man selbst eine Herzattacke erleidet und alleine ist? Das wichtigste ist, schnell zu reagieren und keine Panik zu bekommen. Es gibt einfache Verhaltensweisen, die weiterhelfen:

  • Husten Sie sehr energisch und oft. So wird Sauerstoff in die Lunge befördert und der Herzrhythmus stabilisiert
  • Atmen Sie vor jedem Husten tief ein.
  • Husten Sie so lange, bis Hilfe kommt oder sich Ihr Herzrhythmus normalisiert hat.

Schlaganfall

Bei einem akuten Schlaganfall wählt man die allgemeine Notrufnummer 112. Betroffene und Angehörige sollten aber dennoch wissen, wo sich die nächstgelegene Expertenklinik oder sogenannte Stroke Unit befindet. Denn auch beim Schlaganfall kommt es darauf an, möglichst schnell die geeigneten Maßnahmen einzuleiten, um irreparable Schädigungen wie zum Beispiel den Verlust des Sprachzentrums zu vermeiden.
Die Deutsche Schlaganfallgesellschaft e. V. hat eine deutschlandweite interaktive Karte erstellt, auf der Sie alle fünf der in Schleswig-Holstein befindlichen zertifizierten Spezialstationen für den Notfall finden.

Zur Stroke Unit in Ihrer Nähe

Und wie erkennt man einen Schlaganfall? Es gibt vier Anzeichen für einen Schlaganfall, die man ganz leicht bei dem Betroffenen abfragen kann:

  • Schafft der Betroffene es, zu lächeln?
  • Kann der Betroffene einen ganz einfachen Satz zu sprechen (Beispiel: „Das Wetter ist schön“)?
  • Ist es dem Betroffenen möglich, beide Arme zu heben?
  • Kann der Betroffene seine Zunge gerade und ohne sie zu bewegen herausstrecken?

Falls er oder sie Probleme mit einem dieser Tests hat, rufen Sie am besten umgehend die Notfallnummer und beschreiben Sie die Symptome am Telefon.


Gift-Unfälle

Vor allen Dingen Kinder im Alter von ein bis vier Jahren, die sich noch in der „Entdeckerphase“ befinden, sind gefährdet. Haushaltschemikalien, Medikamente oder nicht zum Verzehr geeignete Pflanzenteile – die Vielfalt der möglichen Ursache von Vergiftungssymptomen ist groß. Bei schweren Vergiftungen sollten Sie in jedem Fall den Notarzt rufen und mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen. Die Bundesländer Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen haben ein gemeinsames Giftinformationszentrum eingerichtet, das neben einer zentralen Giftnotrufnummer viele wertvolle Hinweise bietet, was im Notfall zu tun ist.

Giftnotruf-Zentrale Nord    
Telefon 0551 19240

Zum Giftinformationszentrum Nord