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Hygiene

Staatskanzlei

Hygiene

Bis zu 80 Prozent aller ansteckenden Krankheiten, Grippe und Magen-Darm-Infektionen eingeschlossen, werden über unsere Hände weitergegeben. Der einfachste und effektivste Schutz ist das Händewaschen.

Leider nehmen es viele Menschen mit dem Händewaschen nicht so genau. Laut einer Londoner Studie wäscht sich nur jeder dritte Mann nach dem Besuch einer öffentlichen Toilette die Hände. Bei den Frauen sind es immerhin 64 Prozent, die anschließend zur Seife greifen. In den Kliniken müssen ganz andere Maßnahmen ergriffen werden, um zu verhindern, dass Viren und Bakterien sich ausbreiten.

Was ist Hygiene?

Das Wort „Hygiene“ stammt aus dem Griechischen und ist abgeleitet von dem Begriff „Hygieia“, mit dem die Göttin der Gesundheit bezeichnet wird. Laut der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie ist Hygiene die „Lehre von der Verhütung der Krankheiten und der Erhaltung, Förderung und Festigung der Gesundheit.“ Das heißt: Hygiene ist dazu da, die Ausbreitung und Ansteckung mit Krankheiten zu verhindern. Hygiene hat zum Ziel, dass wir gesund sind und es auch bleiben.

Hygiene im Alltag

Händewaschen ist im privaten Bereich das A und O, wenn es darum geht, sich vor Krankheiten schützen zu wollen. Regelmäßiges, gründliches Händewaschen verringert die Anzahl der Keime auf der Haut und sorgt so dafür, dass weniger Erreger an Dritte weitergereicht oder selbst über die Schleimhäute (Mund, Nase, Augen) in den Körper aufgenommen werden. Entscheidend ist, wie und wann man sich die Hände wäscht. 20 bis 30 Sekunden muss man dabei rechnen. Bei häufigem Händewaschen darf die Hautpflege nicht vergessen werden.

Auch das richtige Husten und Niesen trägt dazu bei, die Ansteckungsgefahr einzudämmen. Es erscheint zwar höflich, die Hand beim Husten oder Niesen vor Mund und Nase zu halten, besonders hygienisch ist dies aber nicht. Die Krankheitserreger haften dann an den Händen und werden so an andere übertragen.

Eine Hand drückt auf den Seifenspender und die andere Hand fängt es auf. Beide Hände sind rosa eingefärbt. © BZgA

Deshalb ist weitaus sinnvoller, beim Husten und Niesen Abstand zu halten, sich wegzudrehen und ein Taschentuch parat zu haben. Zur Not hilft auch die Armbeuge. Und nicht vergessen: Händewaschen!

Zum Informationsfilm „Richtig Händewaschen“ von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Zum Merkblatt „Schutz vor Lebensmittelinfektionen im Privathaushalt“ vom Bundesinstitut für Risikobewertung

Hygiene im Krankenhaus

Was heute undenkbar ist, war früher üblich. Noch bis ins 19. Jahrhundert hinein gab es keine Hygienemaßnahmen bei medizinischen Eingriffen. Ärzte operierten mit schmutzigen Fingern, unsauberem Besteck und blutigen Schürzen. Die Folge: Infektionen, die nicht selten den Tod des Patienten nach sich zogen.

Heutzutage ist Hygiene ein essenzielles Element des Krankenhausalltags. Die Händehygiene, insbesondere die Händedesinfektion, zählt hierbei zu den wichtigsten Maßnahmen der Verhütung von Infektionen. Als weitere Maßnahme der Keimminderung findet eine Desinfektion bestimmter Flächen statt. Dazu gehören Flächen im patientennahen Bereich, die aufgrund des häufigen Kontaktes eine Keimquelle darstellen können. Sogenannte Barrieremaßnahmen, also Schutzausrüstung in Form von Einmalhandschuhen, Schürze, Kittel, Mund- Nasenschutz, gehören ebenso zur grundsätzlichen Krankenhaushygiene wie die sachgemäße Abfall- und Wäscheentsorgung.

Hygiene in Schleswig-Holstein

Die Krankenhäuser sind per Landesverordnung verpflichtet, das Hygienemanagement nach dem Stand der medizinischen Wissenschaft sicherzustellen. Eine Hygienekommission, der Verantwortliche aus verschiedenen Krankenhausbereichen angehören, legt das grundsätzliche Vorgehen fest. Wesentlich für die Umsetzung von Maßnahmen ist die Ausstattung mit Hygienefachpersonal, hierzu zählen die Hygienefachkraft (pflegerisches Fachpersonal) und der Krankenhaushygieniker (ärztliches Fachpersonal). Die Arbeit des Hygienefachpersonals wird unterstützt durch hygienebeauftragte Ärzten sowie hygienebeauftragte Pflegekräfte, die auf die Umsetzung von Hygienemaßnahmen vor Ort hinwirken. Die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten trägt wesentlich dazu bei, die Ausbreitung von Erregern zu verhindern. Leider gelingt dies nicht immer. Nach wie vor stellen Patienten mit Infektionserkrankungen oder mit multiresistenten Erregern eine große Herausforderung für Krankenhäuser dar.

Dr. Bärbel Christiansen
© UKSH

Interview

Die Leiterin Dr. Bärbel Christiansen der Internen Krankenhaushygiene am UKSH ist auch Kommissionsvorsitzende am RKI.

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Die Gesundheitsämter der Kreise und kreisfreien Städte sind unter anderem für die infektionshygienische Überwachung von Gemeinschaftseinrichtungen und medizinischen Einrichtungen wie z.B. Krankenhäusern in Schleswig-Holstein zuständig. Auch die Ermittlung von konkreten Infektionsquellen und Kontaktpersonen sowie die Anordnung von Isolierungsmaßnahmen und Desinfektionsmaßnahmen u.Ä. gehören zu den Aufgaben des Öffentlichen Gesundheitsdienstes.

Zur Adressenliste der Öffentlichen Gesundheitsdienste und Gesundheitsämter

Das Land Schleswig-Holstein hat spezifische Anforderungen an die Hygiene in medizinischen und nicht-medizinischen Einrichtungen formuliert. Mit den entsprechenden Landesverordnungen wurden einheitliche Voraussetzungen zur Infektionsprävention geschaffen.

Zu den Regelungen und Hinweisen zur Hygiene des Landes Schleswig-Holstein

Gemeinsam gegen Multiresistente Erreger

Das Netzwerk „Gemeinsam gegen ‚Multiresistente Erreger‘ in Schleswig-Holstein“ (MRE SH) ist ein Zusammenschluss der Gesundheitsämter der Kreise und Kreisfreien Städte. Ziel von MRE SH ist es, einheitliche Grundlagen für den Umgang mit antibiotikaresistenten Keimen zu schaffen. Als fachliche Basis dienen die Empfehlungen der KRINKO auf Bundesebene. Landesweit abgestimmte Informationen, beispielsweise zum Thema „Eingangsscreening“, „Hygieneplan Alten- und Pflegeheime“ oder „Umgang mit Antibiotika“ veröffentlicht das Netzwerk auf seiner Internetseite. Dort stehen die Informationen auch zum Download zur Verfügung.

Zur Website des Netzwerkes MRE SH

Dezember 2016