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Leukämie bei Kindern

© Robert Seeberg, grafikfoto.de

Leukämie bei Kindern

Leukämie bei Kindern in der Elbmarsch

In Geesthacht (Schleswig-Holstein) sowie in der Samtgemeinde Elbmarsch (Niedersachsen) wurden zwischen 1990 und 2010 nach Daten des Deutschen Kinderkrebsregisters Mainz 16 Leukämieerkrankungen bei Kindern unter 15 Jahren gemeldet. Es handelt sich um eine deutliche Häufung dieser Erkrankung in dieser Region (Leukämie-Cluster). Wird die durchschnittliche Erkrankungsrate für Leukämien bei Kindern in Deutschland zugrunde gelegt, dann wären in diesem Zeitraum laut Deutschem Kinderkrebsregister nur etwa sechs statt 16 Erkrankungsfälle zu erwarten gewesen.

Die Länder Schleswig-Holstein und Niedersachsen befassten sich frühzeitig und sehr intensiv mit der Ursachenforschung, wobei sie jeweils eine eigene Fachkommission einsetzten und aufwändige Untersuchungsprogramme durchführen ließen. Aus allen bisher durchgeführten Untersuchungen ergeben sich jedoch keine Anhaltspunkte für die Verursachung dieses Leukämie-Clusters. Dies deckt sich mit Berichten von entsprechenden nationalen und internationalen wissenschaftlichen Untersuchungen, nach denen ebenfalls bisher nicht gelungen ist, für einzelne Cluster kindlicher Leukämien eine Ursache zu entdecken.

Die Landesregierung verfolgt aufmerksam die Entwicklung neuer Hypothesen und Methoden zur Ursachenforschung kindlicher Leukämieerkrankungen und Clusterentstehung, um die Aufklärung möglicher Ursachen der Erkrankungshäufung in dieser Region weiterzubringen. In diesem Zusammenhang stehen folgende Berichte zur Verfügung:

Norddeutsche Leukämie- und Lymphomstudie (NLL) - Kurzfassung - (PDF 115KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Bericht der Landesregierung "Leukämiefälle im Raum Geesthacht/Elbmarsch" (PDF 455KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Im Zusammenhang mit diesen Aufklärungsbemühungen fördert die Landesregierung im Rahmen ihrer Möglichkeiten weitere Forschungsanstrengungen zur Aufklärung der Ursachen kindlicher Leukämieerkrankungen wie zum Beispiel das folgende Projekt:

Buch © M. Staudt, grafikfoto.de

Grundlagenforschung zur kindlichen Akuten Lymphatischen Leukämie (ALL)
Etwa ein Drittel der Krebserkrankungen bei Kindern unter 15 Jahren sind Leukämien. Sie stellen den größten Anteil unter allen Krebserkrankungen im jungen Lebensalter. Innerhalb dieser Gruppe macht die akute lymphatische Leukämie (ALL) den größten Anteil aus. Nach zwei Fachgesprächen im Gesundheitsministerium in Kiel in den Jahren 2007 und 2009 mit nationalen und internationalen Experten auf dem Gebiet der kindlichen Leukämien wurde der Weg der grundsätzlichen Ursachenforschung der kindlichen Leukämie mit neuen Forschungsansätzen im Bereich der Molekularbiologie und Genetik beschritten.

Auf Vermittlung des Landes Schleswig-Holstein beim Bundesumweltministerium kam 2009/2010 ein erstes Forschungsprogramm zustande. Vom Bundesamt für Strahlenschutz wurde das Projekt: „Umweltbedingte genetische Veränderungen im Zusammenhang mit der Entstehung von Leukämien im Kindesalter“ des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein mit Bundesmitteln als Forschungsvorhaben gefördert. Die Studie wurde in Kooperation der Klinik für Allgemeine Pädiatrie und dem Institut für Klinische Molekularbiologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein Campus Kiel, mit internationaler Beteiligung durchgeführt.

Bei der Studie handelt es sich um eine sogenannte Genomweite Assoziationstudie (GWAS), bei der untersucht wird, ob bei an akuter lymphatischer Leukämie (ALL) erkrankten Kindern bei einem bestimmten genetischen Subtyp signifikant häufiger bestimmte genetische Varianten vorhanden sind. Diese konnte durch die genetischen Untersuchungen belegt werden. Bei diesen genetischen Befunden handelt es sich aber nicht um solche, wie sie im Sinne klassischer Erbkrankheiten bekannt sind. Es handelt sich vielmehr um die normale genetische Variation, die für die individuellen Unterschiede zwischen einzelnen Personen verantwortlich ist.

Die Ergebnisse der Studie stellen einen möglichen Zusammenhang mit der Entwicklung bösartiger Tumoren her. Der genauere Mechanismen, dem die Anfälligkeit für diese bestimmte Form der ALL im Kindesalter zu Grunde liegt, bleibt vorerst unklar. Dies unterstreicht die Notwendigkeit für weitere molekulargenetische Untersuchungen des unbekannten Mechanismus. Sie wären auch notwendig, um den Einfluss eines bislang ungeklärten möglichen strahlungsassoziierten Risikos für die ALL im Kindesalter zu untersuchen.

Die Originalveröffentlichung (in Englisch) in der Zeitschrift Leukemia erhalten Sie hier

Kontakt

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