Landesportal Schleswig-Holstein

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Umsetzung

Staatskanzlei

Umsetzung

Die fachliche Zuständigkeit für Gender Mainstreaming liegt in Schleswig-Holstein entsprechend dem Rahmenkonzept der Landesregierung bei den einzelnen Ressorts.

Die Fachministerinnen und Fachminister geben für ihren Zuständigkeitsbereich vor ("top down"), dass Politikprozesse so organisiert, optimiert, finanziert, umgesetzt und evaluiert werden, dass die Perspektive der Geschlechtergleichstellung als durchgängiges Handlungsprinzip angewendet wird.

Alle Führungskräfte der Landesverwaltung sind im Jahr 2003 in Veranstaltungen über Gender Mainstreaming und das Rahmenkonzept der Landesregierung informiert worden. Die Beschäftigten in den Ministerien und im nachgeordneten Bereich können auf vielfältige Beispiele guter Praxis zurückgreifen, insbesondere auf Erfahrungen ressortinterner Modellprojekte, bei denen das Verfahren für verschiedene Politikfelder und Handlungsebenen exemplarisch in allen Ressorts angewendet wurde. Die Beispiele sind in dem Bericht der Landesregierung "Umsetzung des Gender Mainstreaming Prinzips in der Landesverwaltung" an den schleswig-holsteinischen Landtag (Drucksache 15/521 neu) dargestellt.

Alle Kabinettsvorlagen dokumentieren in einem entsprechenden Prüfpunkt die Einhaltung des Gender Mainstreaming -Verfahrens. Bei Bedarf werden Beschäftigte in der Landesverwaltung praxisnah weiterqualifiziert. Dies ermöglicht Führungskräften, die Verantwortung dafür zu tragen, dass Gender Mainstreaming in ihrem Zuständigkeitsbereich angewendet wird. Alle anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden in die Lage versetzt, in ihrer fachlichen Funktion das Gender Mainstreaming-Prinzip zu beachten.

Die von den Ressorts dezentral verfolgte Umsetzung von Gender Mainstreaming als politische Querschnittsaufgabe und als Qualitätsstandard für alle Handlungsfelder wird von einer zentralen Stelle im Gleichstellungsministerium unterstützt. Das Angebot einer fachlichen Begleitung durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung baut auf dem erreichten Umsetzungsstand auf und setzt am individuellen Bedarf an.

Zum Beispiel kann eine Genderanalyse zu Fachthemen begleitet werden, gemeinsam eine Strukturierung der Erfolgskontrolle erarbeitet werden, oder es können die Möglichkeiten zur Datenerhebung gemeinsam geprüft werden. Im Mittelpunkt der fachlichen Begleitung steht die Konkretion der Umsetzung von Gender Mainstreaming für unterschiedliche Themenbereiche und Aufgabenfelder als Teil der routinemäßigen Planungs- und Steuerungsprozesse der Ministerien - einschließlich des allgemeinen Controllings, wie sie in dem "Rahmenkonzept Controlling für die Landesverwaltung" beschrieben sind.

Für künftige Beschäftigte der Landesverwaltung soll Gender Mainstreaming als selbstverständlicher Teil professionellen Verwaltungshandelns bereits Thema der Ausbildung sein. Dozentinnen und Dozenten der Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung (FHVD) haben hierzu in Zusammenarbeit mit dem Finanzministerium und mit dem ehemaligen Ministerium für Bildung und Frauen (jetzt Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung) ein aus mehreren sich ergänzenden Bausteinen bestehendes Schulungskonzept entwickelt, das zurzeit erprobt wird.

Das Gender-Kompetenzteam an der FHVD steht über die Ausbildung künftiger Beschäftigter hinaus auch den Dienststellen der Landesregierung zu Fragen der Umsetzung von Gender Mainstreaming und für Fortbildungsmaßnahmen zur Verfügung.

Ein Pilotprojekt zur Erprobung des Prinzips von Gender Budgeting bezogen auf einzelne Ausgabetitel des Landeshaushalts wurde 2014 begonnen.