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Allgemeine Informationen

Staatskanzlei

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Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist ebenso ein Menschenrecht wie sie Voraussetzung ist für eine demokratische, von dem Prinzip der Gleichheit aller Menschen geprägten Gesellschaft.

Gleichberechtigung zu verwirklichen zählt deshalb zu den grundlegenden Zielen in der Politik eines demokratischen und sozialen Rechtsstaats.

Um der Verwirklichung dieses Zieles näher zu kommen, hat sich die Europäische Union 1999 im Amsterdamer Vertrag auf eine Förderung der Gleichstellung der Geschlechter im Sinne von Gender Mainstreaming verständigt (Artikel 3 Absatz 2 EGV). In der Bundesrepublik Deutschland leitet sich eine entsprechende Verpflichtung außerdem aus Artikel 3 des Grundgesetzes ab. Für die schleswig-holsteinische Landesregierung, die Gemeinden und Gemeindeverbände wird in Artikel 6 der Landesverfassung "die Förderung der rechtlichen und tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern" zur Aufgabe erklärt.
Bewährte Förderprogramme zum Abbau bestehender Benachteiligungen werden durch die Einführung von Gender Mainstreaming durch eine präventiv wirkende Strategie ergänzt: Ungleichbehandlung sollen künftig grundsätzlich vermieden werden. Hierzu werden Belange von Frauen und Männern in alle politischen Vorhaben und Programme vorausschauend einbezogen und ihre Folgen für Frauen und Männer vor einer Entscheidungsfindung analysiert.
Durch Gender Mainstreaming wird der Grundsatz des "Guten Regierens" (Good Governance) mit Perspektive auf das Geschlechterverhältnis verwirklicht, indem einseitige Nachteile für Frauen oder für Männer bei der Gestaltung von Politik vermieden werden.
Die Landesregierung versteht die konsequente Umsetzung von Gender Mainstreaming auch als Beispiel für alle anderen gesellschaftlichen Bereiche. Sie markiert dabei einen Zwischenschritt: von einer auf die soziale Situation von Frauen ausgerichteten Perspektive (Frauenpolitik) über die selbstverständliche Prüfung der Auswirkungen eigenen Handelns auf Frauen und Männer (Geschlechterpolitik) durch Umsetzung von Gender Mainstreaming hin zur Beachtung der Vielfalt individueller Lebenslagen von Frauen und Männern in unserer heutigen Gesellschaft (Diversity-Politik).

Strategische Ausrichtung der Bausteine zur Einführung von Gender Mainstreaming

Die Umsetzung von Gender Mainstreaming in der Landesregierung erfolgt schrittweise und ist dabei strategisch ausgerichtet. Die einzelnen Umsetzungsschritte zielen auf eine möglichst große Breitenwirkung, orientieren sich am Grundsatz der Nachhaltigkeit, bauen aufeinander auf und ergänzen sich sinnvoll.
Ein Beispiel hierfür ist das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH). Zielgruppe eines ersten Qualifizierungsschrittes war die Abteilung Schulentwicklung. Die dortigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen Schulen vor Ort in den Bereichen Organisationsentwicklung, Unterrichtsentwicklung und Personalentwicklung. Sie arbeiten dabei mit Lehrerinnen und Lehrern sowie mit Schulleitungen zusammen. Neben einer Einführung in Grundlagen des Gender Mainstreaming wurden konkrete Umsetzungsschritte für die Bereiche Organisations-, Unterrichts- und Personalentwicklung gemeinsam erarbeitet. So soll Heterogenität Querschnittsthema bei der Aufgabenerstellung im Bereich Unterrichtsentwicklung sein. Die externe Evaluation der Schulen (EVIT) beinhaltet Bausteine zur Geschlechterdimension von Unterricht, Schulorganisation und Schulleben. Bei der Personalentwicklung für alle Lehrkräfte und bei der Qualifizierung von Führungskräften verständigten sich die Verantwortlichen auf ein Genderkonzept. Es beinhaltet die Bildung möglichst gemischtgeschlechtlicher Leitungsteams für Veranstaltungen, eine Fortführung der eigenen Qualifizierung zur besseren Kommunikation der Geschlechterrollenthematik in den Kursen, die Beachtung geschlechtsspezifischer Themen in den Kursen zur Potenzialanalyse (zum Beispiel Vielfalt von Führungsmodellen und Führungskompetenzen), die Integration von Genderthemen in die Module der Führungskräftequalifizierung und die Angebote zur Personalentwicklung sowie die Bilanzierung von Veranstaltungen aus einer Gender-Perspektive.
Im Rahmen routinemäßiger Besprechungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Abteilung Schulentwicklung sowie der für Personalentwicklung zuständigen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren werden diese Umsetzungsschritte gemeinsam kontinuierlich reflektiert und weiterentwickelt.
Auch die Steuerverwaltung geht strategisch vor. Das für die Ausbildung künftiger Beamtinnen und Beamter an der Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung in Altenholz entwickelte modulare Konzept eignet sich auch für eine Anwendung in der Fortbildung. Themen- und zielgruppenspezifisch zugeschnittene Angebote integrieren Gender Mainstreaming in einen größeren fachlichen Kontext und wenden sich zum Beispiel an Sachgebietsleitungen, Personalverantwortliche, Projektgruppen oder Gleichstellungsbeauftragte. Die Einbindung von Gender Mainstreaming in die Ausbildung an der Fachhochschule, in Fortbildungsmaßnahmen des Bildungszentrums der Steuerverwaltung in Malente und Qualifizierungsimpulse im Finanzministerium ergänzen sich zu einem Gesamtkonzept für die Einführung von Gender Mainstreaming in der Steuerverwaltung. Es gewährleistet einen einheitlichen Qualifizierungsstandard aller Zielgruppen.