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Wiederaufbau in den Wäldern Schleswig-Holsteins nach den Stürmen "Christian" und "Xaver"

Staatskanzlei

Wiederaufbau in den Wäldern Schleswig-Holsteins nach den Stürmen "Christian" und "Xaver"

Die Stürme "Christian" und "Xaver" haben 2013 in den Wäldern Schleswig-Holsteins zum Teil große Zerstörungen hinterlassen. So wurde auch der Wald in Stafstedt stark in Mitleidenschaft gezogen. In dem ca. vier Hektar großen Waldbestand fielen fast 500 Kubikmeter Holz dem Sturm zum Opfer und eine Fläche von mehr als einem Hektar musste wieder aufgeforstet werden.

Der Forstmulcher hat gerade in Windwurfflächen besonders mit schweren Bedingungen zu kämpfen © Rolf-Martin Niemöller

Nach der Aufarbeitung der vom Sturm geworfenen und gebrochenen Bäume im Frühjahr 2014 stellte die Forstbetriebsgemeinschaft Hohenwestedt im Oktober 2014 im Rahmen der Förderung der ländlichen Entwicklung durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) einen Antrag auf Gewährung einer Zuwendung nach den Richtlinien für die Förderung forstwirtschaftlicher Maßnahmen im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes". Nach erfolgter Vorbewilligung durch die Forstabteilung der Landwirtschaftskammer wurde mit den Kulturbegründungsarbeiten begonnen.

Der Boden in dieser Waldfläche ist ein schwach mit Nährstoffen versorgter Sandboden. Entsprechend der Empfehlung der Standortkartierung wurden für die Wiederaufforstung eine Nadellaubmischkultur aus Roteichen, Buchen, Douglasien und Lärchen geplant und umgesetzt.

Zunächst wurden die behindernden Stubben und sonstigen Resthölzer von einem schweren Forstmulcher zerkleinert, um die Fläche möglichst einfach bepflanzen und die spätere Pflege möglichst gut sicherstellen zu können. Das vom Forstmulcher zerschredderte Humusmaterial verbleibt als Schutzschicht und als wertvoller Humus auf der Aufforstungsfläche. Vor dem Pflanzen wurde nun noch ein sogenanntes Kullagerät eingesetzt, mit dem die Pflanzplätze durch geringes Wegkratzen des Humus geschaffen werden. Nach dieser Vorbereitung ist es erheblich leichter, die Pflanzen in den Mineralboden zu setzen, was erforderlich ist, um eine hohe Anwuchsrate zu erreichen.

Seit Frühjahr 2015 stehen auf der Fläche nun 5.425 Pflanzen. Dank der guten Bodenvorbereitung und dem relativ ausgeglichenen Witterungsverlauf im Jahr 2015 ist der größte Teil der Pflanzen gut angewachsen. Zur Pflege und Stabilisierung der gesetzten Pflanzen wurde die Fläche im Oktober 2015 freigemäht.

Kostenbeispiel für die Kulturbegründung einer Windwurffläche von 1,1 Hektar als Mischkultur

Kulturvorbereitung (insbes. das Mulchen) (brutto)ca. 2.178 €
Pflanzen und Pflanzung (brutto)ca. 5.701 €
Zaun 464 lfdm. (brutto)ca. 3 589 €
Nebenkostenca. 532 €
Gesamtkostenca. 11.999 €
Summe der förderfähigen Nettokostenca. 9.825 €
Förderung als Mischkultur (70 % der Nettokosten)ca. 6.877 €
  • davon finanziert durch die EU
ca. 3.645 €
  • davon finanziert durch den Bund
ca. 1.939 €
  • davon finanziert durch das Land SH
ca. 1.293 €
Eigenleistung des Waldbesitzers (30 % der Netto-
kosten, die Mehrwertsteuer und Nebenkosten)
ca. 5.122 €

Text: Rolf-Martin Niemöller, Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein

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