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Energiewende im Wärmesektor

Staatskanzlei

Energiewende im Wärmesektor

Der Wärmemarkt steht beim Ausbau der Erneuerbaren Energien bisher kaum im Fokus der öffentlichen und politischen Diskussion. Dabei gibt es gute Gründe sich intensiver mit diesem Energiesegment zu befassen:

  • Für private Haushalte haben die Kosten der Wärmeversorgung in der Regel einen höheren Ausgabenanteil als Strom.
  • Der Wärmesektor ist mit einem Anteil von über 50 Prozent des deutschen Endenergieverbrauchs das größte Segment innerhalb der Energiebranche. Davon entfallen auf den Gebäudebereich rund 40 Prozent des Endenergieverbrauchs, hinzu kommt Wärme für industrielle Prozesse.
  • Die Umsetzung der europäischen, nationalen und schleswig-holsteinischen klimapolitischen Ziele wird bei konsequenter Umsetzung tief greifende Auswirkungen auch auf die bisherige Wärmeversorgung haben.

Übergeordnetes Klimaschutzziel auf europäischer und auf Bundesebene ist die Minderung der Treibhausgasemissionen um 80-95 Prozent bis 2050 gegenüber 1990. Das bedeutet: bezogen auf den Wärmesektor dürfen die durchschnittlichen CO2-Emissionen 2050 nur noch zwischen 35-65 kg pro Megawattstunden (MWhth) liegen. Die CO2-Emissionen fossiler Brennstoffe liegen deutlich höher, z.B. sind es bei einer Ölheizung rund 300 kg pro MWhth, bei Gas-Brennwertkesseln 180 kg pro MWhth. Auch moderne Anlagen, die durch Solarthermie unterstützt werden, erreichen die Reduktionsziele mit Abstand nicht. D.h. fossile Brennstoffe können im Wärmemarkt 2050 keine nennenswerte Rolle mehr spielen.

Für die Politik wie für die Akteure im Wärmesektor kommt es deshalb in den kommenden Dekaden darauf an, Weichen zu stellen, die den erforderlichen Umbau begünstigen sowie kontraproduktive Rahmenbedingungen und "stranded Investments" verhindern.

Eckpunkte einer solchen Strategie für den Wärmesektor sind:

  • Senkung des Wärmebedarfs bei Neubauten durch Anhebung der ordnungsrechtlichen Anforderungen,
  • ausreichende Förderinstrumente für eine deutlich verstärkte wärmetechnische Sanierung des Gebäudebestandes,
  • Optimierung der Wärmeinfrastruktur für den Gebäudebestand,
  • Ausbau der Wärme aus Erneuerbaren Energien.

Die Landesregierung hat sich im Energiewende- und Klimaschutzgesetz (EWKG), welches im März 2017 in Kraft getreten ist, das Ziel gesetzt, den Anteil Erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch im Wärmesektor von heute 14 % auf 22 % in 2025 zu erhöhen.

Zur Unterstützung der Wärmewende wird Kommunen und kommunalen Unternehmen seit 2014 über die Energie- und Klimaschutzinitiative (EKI) eine kostenlose Initialberatung angeboten. Außerdem werden regelmäßig Fachveranstaltungen durchgeführt sowie vielfältige Informationen auf der "EKI"-Webseite zur Verfügung gestellt.