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Wie werde ich Deutsche oder Deutscher?

Staatskanzlei

Wie werde ich Deutsche oder Deutscher?

Wenn Sie noch keinen deutschen Pass haben, können Sie sich einbürgern lassen. Damit werden Sie Deutsche oder Deutscher. Sie können dann gleichberechtigt am gesellschaftlichen und politischen Leben teilnehmen.

Wo kann ich mich informieren?

Hier können nur die Grundzüge des Einbürgerungsrechts dargestellt werden. Deshalb sollten Sie sich in jedem Fall persönlich von der zuständigen Einbürgerungsbehörde beraten lassen.

In Schleswig-Holstein sind die Landrätinnen und Landräte der Kreise und die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der kreisfreien Städte für Einbürgerungen zuständig. Dort erhalten Sie ausführliche Informationen über die Einbürgerungsvoraussetzungen und eine umfassende Beratung.

Informieren können Sie sich auch bei der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, die die Broschüre "Wege zur Einbürgerung / Wie werde ich Deutsche – wie werde ich Deutscher" veröffentlicht hat.

Beauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration

Welche Regelungen gelten?

Der Erwerb und der Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit sind im Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG) geregelt. Alles Wichtige dazu, wie das Gesetz anzuwenden ist, steht in den "Vorläufigen Anwendungshinweisen" des Bundesministeriums des Innern. Daneben hat das Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein den Einbürgerungsbehörden 2009 ergänzende Anwendungshinweise gegeben.


Wie werde ich Deutsche oder Deutscher?

Deutsche Staatsangehörigkeit durch Geburt – Abstammungsprinzip

Wer als Kind eines deutschen Elternteils geboren wird, erwirbt nach dem Abstammungsprinzip mit der Geburt gemäß § 4 StAG automatisch auch die deutsche Staatsangehörigkeit.

Sind die Eltern zum Zeitpunkt der Geburt nicht verheiratet und besitzt nur der Vater die deutsche Staatsangehörigkeit, bedarf es zum Geburtserwerb der Anerkennung oder Feststellung der Vaterschaft. Ein solches Verfahren muss eingeleitet worden sein, bevor das Kind das 23. Lebensjahr vollendet hat.

Deutsche Staatsangehörigkeit durch Geburt – Geburtsortsprinzip

Seit dem 01. Januar 2000 erwirbt ein in Deutschland geborenes Kind ausländischer Eltern mit Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn mindestens ein Elternteil am Tag der Geburt des Kindes

  • seit acht Jahren rechtmäßig seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat und
  • ein unbefristetes Aufenthaltsrecht oder als Staatsangehöriger der Schweiz oder dessen Familienangehöriger eine Aufenthaltserlaubnis auf Grund des Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten und der Schweizerischen Eidgenossenschaft über die Freizügigkeit besitzt.

Das Kind wird in der Regel über das Abstammungsprinzip mit Geburt neben der deutschen auch die ausländische Staatsangehörigkeit erwerben. Es ist damit Mehrstaater. Nach dem Optionsmodell muss es sich nach Erreichen der Volljährigkeit (Vollendung des 18. Lebensjahres) entscheiden, ob es die deutsche oder die ausländische Staatsangehörigkeit behalten will (sog. Optionspflicht).

Deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung – Anspruchseinbürgerung

Wer auf Dauer in Deutschland lebt, hat im Regelfall einen Rechtsanspruch auf Einbürgerung, sofern folgende Voraussetzungen vorliegen:

  • rechtmäßiger und gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland von 8 Jahren,
  • Besitz einer Aufenthaltserlaubnis für die im Gesetz genannten Aufenthaltszwecke oder einer Niederlassungserlaubnis zum Zeitpunkt der Einbürgerung,
  • Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland,
  • keine Anhaltspunkte für eine extremistische oder terroristische Betätigung,
  • ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache,
  • Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland,
  • keine erheblichen Vorstrafen,
  • in der Regel Aufgabe beziehungsweise Verlust der bisherigen Staatsangehörigkeit,
  • Sicherung des Lebensunterhalts ohne Inanspruchnahme von Leistungen nach dem Zweiten oder Zwölften Buch Sozialgesetzbuch.

Ehegatten und minderjährige Kinder können unter diesen Voraussetzungen mit eingebürgert werden, auch wenn sie sich noch nicht seit 8 Jahren rechtmäßig im Inland aufhalten.

Deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung – Ermessenseinbürgerung

Besteht kein Rechtsanspruch auf Einbürgerung, ist unter bestimmten Voraussetzungen auch eine so genannte Ermessenseinbürgerung möglich, wenn im Einzelfall ein so genanntes "öffentliches Interesse an der Einbürgerung" festgestellt werden kann.

Wie weise ich ausreichende Sprachkenntnisse nach?

Sie haben ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache, wenn Sie die Anforderungen an die Sprachprüfung zum Zertifikat Deutsch (Niveau B 1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens) in mündlicher und schriftlicher Form erfüllen.

Sie können ausreichende deutsche Sprachkenntnisse durch Unterlagen nachweisen. Es reicht aus, wenn Sie

  • eine Bescheinigung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge über die erfolgreiche Teilnahme an einem Sprachkurs im Rahmen eines Integrationskurses erhalten haben,
  • das Zertifikat Deutsch (B 1) oder ein gleichwertiges oder höherwertiges Sprachdiplom erworben haben,
  • vier Jahre eine deutschsprachige Schule mit Erfolg (Versetzung in die nächsthöhere Klasse) besucht und im Fach "Deutsch" mindestens die Note „ausreichend“ erzielt haben,
  • einen Hauptschulabschluss oder wenigstens gleichwertigen deutschen Schulabschluss erworben und im Fach "Deutsch" mindestens die Note „ausreichend“ erzielt haben,
  • in die zehnte Klasse einer weiterführenden deutschsprachigen Schule (Realschule, Gymnasium oder Gesamtschule) versetzt worden sind und im Fach „Deutsch“ mindestens die Note „ausreichend“ erzielt haben oder
  • ein Studium an einer deutschsprachigen Hochschule oder Fachhochschule oder eine deutsche Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen haben.

Wenn Sie keinen dieser Nachweise vorlegen können, kann die Einbürgerungsbehörde Sie auffordern, an einem Sprachtest teilzunehmen.

In Schleswig-Holstein verfügt der Landesverband der Volkshochschulen über eine Lizenz zur Durchführung von Prüfungen zum Zertifikat Deutsch (B 1). Prüfungstermine werden in den Volkshochschulen vor Ort entsprechend der Nachfrage angeboten. Über die nächsten in der Nähe Ihres Wohnorts gelegenen Prüfungstermine gibt Ihnen die Geschäftsstelle des Landesverbandes Auskunft:

Landesverband der Volkshochschulen Schleswig-Holsteins e.V.
Holstenbrücke 7
24103 Kiel
Prüfungszentrale: Sina Hubrig
Telefon: 0431 97984-13
Telefax: 0431 996-85
E-Mail: hu@vhs-sh.de
Landesverband der Volkshochschulen Schleswig-Holsteins e.V.

Außerdem kann die Sprachprüfung zum Zertifikat Deutsch bei folgenden Einrichtungen abgelegt werden:

inlingua Sprachschule Kiel
Alter Markt 1-2
24103 Kiel
Telefon: 0431 98138-0
E-Mail: info@inlingua-kiel.de
inlingua Sprachschule Kiel

Dittchenbühne e.V. Sprachenschule
Hermann-Sudermann-Allee 50
25335 Elmshorn
Telefon: 04121 89710
E-Mail: buero@dittchenbuehne.de
Dittchenbühne e.V. Sprachenschule

Das Goethe-Institut unterhält in Schleswig-Holstein kein Institut, dafür aber in Hamburg:

Goethe Institut Hamburg
Hühnerposten 1
20097 Hamburg
Telefon: 040 238543-0
E-Mail: hamburg@goethe.de
Goethe Institut Hamburg

Bevor Sie sich zu einer Sprachprüfung anmelden, sollten Sie sich bei einer Volkshochschule oder einem der anderen Sprachkursträger beraten lassen. Sie sollten die Prüfung nicht ohne Vorbereitung antreten. Möglicherweise ist der Besuch eines Vorbereitungskurses erforderlich. Auch wenn Sie bereits über gute bis sehr gute schriftliche und mündliche Deutschkenntnisse verfügen, sollten Sie sich unbedingt mit dem Ablauf der Prüfung und den Aufgabenstellungen vertraut machen. Sie sollten mindestens einen Modelltest gründlich durchgearbeitet haben. Die Kenntnis der Aufgabenstellungen ist entscheidend, damit Sie in der Prüfung selbst Zeit haben, sich auf die inhaltlichen Anforderungen zu konzentrieren.

Wie weise ich Kenntnisse der deutschen Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse nach?

Eine Reihe Gesetzbücher in einem Regal Gesetzbücher (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) © Justizministerium

Sie können Kenntnisse der deutschen Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland durch eine Bescheinigung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge über die Teilnahme am Test "Leben in Deutschland" mit einer Punktzahl von mehr als 16 Punkten oder durch einen so genannten nachweisen. Zur Vorbereitung auf diesen Test können Sie einen Einbürgerungskurs oder ein Vorbereitungsseminar besuchen. Sie sind aber nicht zur Teilnahme verpflichtet. Sie können sich auch selbständig auf den Einbürgerungstest vorbereiten.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat ausführliche Informationen zum Einbürgerungstest eingestellt, darunter einen interaktiven Fragenkatalog sowie einen Mustertest. Der Mustertest zeigt nach Auswertung nicht nur die richtigen Antworten an, sondern gibt anschließend auch Erläuterungen zu den Fragen und Antworten.

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge - Willkommen in Deutschland

Prüfstelle in Schleswig-Holstein und als zurzeit einzige Einrichtung zur Abnahme des Einbürgerungstests berechtigt ist der Landesverband der Volkshochschulen Schleswig-Holsteins e.V. Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an den

Landesverband der Volkshochschulen Schleswig-Holsteins e.V.
Holstenbrücke 7
24103 Kiel
Telefon: 0431 97984-13
Telefax: 0431 99685
E-Mail: na@vhs-sh.de
Landesverband der Volkshochschulen Schleswig-Holsteins e.V.

Der Nachweis staatsbürgerlicher Kenntnisse ist auch erbracht, wenn Sie einen Abschluss einer deutschen Hauptschule oder einen vergleichbaren oder höheren Schulabschluss einer deutschen allgemeinbildenden Schule nachweisen können.

Auf einen Einbürgerungstest wird verzichtet, wenn Sie unter 16 Jahre alt sind oder wenn Sie die Voraussetzungen wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung oder aufgrund Ihres Alters nicht erfüllen können. In diesen Fällen kann von Ihnen verlangt werden, dass Sie entsprechende ärztliche Atteste vorlegen.

Was ist das Optionsmodell?

Kinder ausländischer Eltern, die die deutsche Staatsangehörigkeit nach dem Geburtsortsprinzip haben und daneben noch eine andere Staatsangehörigkeit besitzen, müssen mit Beginn der Volljährigkeit, spätestens jedoch bis zur Vollendung des 23. Lebensjahres erklären, ob sie die deutsche oder eine andere Staatsangehörigkeit behalten wollen (sog. Optionspflicht).

Alle Optionspflichtigen werden nach Erreichen der Volljährigkeit von der zuständigen Behörde ausführlich schriftlich informiert. Sie müssen dann eine schriftliche Erklärung darüber abgeben, für welche Staatsangehörigkeit sie sich entscheiden.

  1. Entscheidung für die deutsche Staatsangehörigkeit

    Will die betroffene Person die deutsche Staatsangehörigkeit behalten, muss sie grundsätzlich bis zum 23. Lebensjahr den Verlust der ausländischen Staatsangehörigkeit nachweisen, damit die deutsche Staatsangehörigkeit nicht verloren geht.

    In vielen Fällen kann die ausländische Staatsangehörigkeit jedoch beibehalten werden. Das gilt zum Beispiel, wenn die Aufgabe der Staatsangehörigkeit des anderen Staates rechtlich gar nicht möglich ist oder bestimmte Umstände vorliegen, die die Aufgabe der anderen Staatsangehörigkeit unzumutbar machen. Das gilt darüber hinaus, wenn Gründe vorliegen, die bei einer Einbürgerung zur Hinnahme von Mehrstaatigkeit führen würden. Das betrifft etwa diejenigen, die die Staatsangehörigkeit eines Mitgliedstaates der Europäischen Union und der Schweiz besitzen. In allen diesen Fällen ist eine schriftliche Genehmigung der zuständigen Staatsangehörigkeitsbehörde erforderlich (sog. Beibehaltungsgenehmigung).

    Die Beibehaltungsgenehmigung muss beantragt werden. Der Antrag kann nur bis zum 21. Lebensjahr gestellt werden (Ausschlussfrist!). Er sollte auch vorsorglich gestellt werden, wenn damit zu rechnen ist, dass der Verlust der ausländischen Staatsangehörigkeit nicht vor der Vollendung des 23. Lebensjahres herbeigeführt werden kann.

    Wurde der Antrag auf Beibehaltungsgenehmigung rechtzeitig gestellt, muss die Beibehaltungsgenehmigung erteilt werden, wenn einer der gesetzlich geregelten Ausnahmegründe vorliegt.
  2. Entscheidung für die ausländische Staatsangehörigkeit

    In diesem Fall geht die deutsche Staatsangehörigkeit in dem Moment verloren, in dem die zuständige Behörde die schriftliche Erklärung erhält.
  3. Keine Abgabe einer Erklärung bis zur Vollendung des 23. Lebensjahres

    In diesem Fall geht die deutsche Staatsangehörigkeit automatisch am 23. Geburtstag verloren.

Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit bei Erwerb einer ausländischen Staatsangehörigkeit

Seit dem 01. Januar 2000 verliert ein deutscher Staatsangehöriger seine deutsche Staatsangehörigkeit automatisch immer dann, wenn er freiwillig auf Antrag eine ausländische Staatsangehörigkeit (wieder) annimmt (§ 25 Absatz 1 StAG). Dabei ist es unerheblich, ob er sich dauerhaft in Deutschland oder im Ausland aufhält.

Der Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit lässt sich nur vermeiden, wenn vor dem Erwerb der ausländischen Staatsangehörigkeit eine Genehmigung zur Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit durch die Staatsangehörigkeitsbehörde erteilt wurde.

Kein Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit tritt ein beim Erwerb einer Staatsangehörigkeit eines Mitgliedstaates der Europäischen Union oder der Schweiz. Eine Beibehaltungsgenehmigung ist in diesen Fällen nicht erforderlich.

Was tun bei Verlust der Einbürgerungsurkunde?

Mit der Einbürgerung erhalten Sie eine Urkunde, mit der Sie gegenüber allen Behörden nachweisen, dass Sie die deutsche Staatsangehörigkeit erworben haben. Geht diese verloren, benötigen Sie unter Umständen einen Nachweis über die erfolgte Einbürgerung.

Sind Sie durch das Ministerium für Inneres und Sport des Landes Schleswig-Holstein oder das Ministerium für Justiz, Gleichstellung und Integration des Landes Schleswig-Holstein (MJGI) bzw. das Ministerium für Justiz, Europa und Kultur des Landes Schleswig-Holstein (MJEK) eingebürgert worden, ist für die Ausstellung einer Bescheinigung über die erfolgte Einbürgerung das Ministerium für Inneres und Sport Schleswig-Holstein zuständig. In allen anderen Fällen wenden Sie sich bitte an die Behörde, die Ihre Einbürgerung vollzogen hat (Staatsangehörigkeitsausweis).

Benötigen Sie eine Staatsangehörigkeitsbescheinigung des Ministeriums für Inneres und Sport Schleswig-Holstein können Sie diese unter der Email-Adresse Staatsangehoerigkeit@im.landsh.de beantragen. Geben Sie dabei bitte folgende Daten an:

  • Name aktuell
  • Name bei Einbürgerung
  • Geburtsdatum
  • Geburtsort
  • Anschrift aktuell
  • Anschrift bei Einbürgerung
  • Telefonnummer
  • wenn vorhanden: ST-Nummer

Die Gebühr für die Ausstellung der Bescheinigung beträgt 10 Euro.