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Schulische Begabungsförderung

Staatskanzlei

Schulische Begabungsförderung

Das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) unterstützt die Schulen bei der Gestaltung von begabungsförderndem Unterricht.

Das Ziel der Beratung und Begleitung zur Begabungs- und Begabtenförderung besteht primär in der Bereitstellung begabungsfördernden Unterrichts sowie unterstützender innerschulischer Strukturen und Angebote für besonders begabte Schülerinnen und Schüler.

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Information und Beratung

Lehrer, Eltern und Schüler finden für Einzelfragen Beratung in den Telefonsprechzeiten der Beratungslehrer der einzelnen Schularten.

Das Ministerium für Bildung und Wissenschaft ermöglicht sowohl Schülerinnen und Schülern, Eltern als auch Erzieherinnen, Erziehern und Lehrkräften ein spezifisches Beratungsangebot zu Fragen der Begabtenförderung.

  1. Beratung
  2. Underachiever

Beratung

Beratung

Fragen Sie Ihre Ansprechpartner nach Beratungsangeboten für Schüler/innen, Eltern, Lehrkräfte und Erzieher/innen.

Das Bildungsministerium ermöglicht sowohl Schülerinnen und Schülern, Eltern als auch Erzieherinnen, Erziehern und Lehrkräften ein spezifisches Beratungsangebot zu Fragen der Begabtenförderung.

Bereich Kita/Übergang GS
Simone Thiel
Tel. 04621/977939
Beratungszeit: mittwochs 18-20 Uhr
Mail: simone.thiel@iqsh.de

Grundschulalter

Regina Jansen (Grundschule Fleckeby)
Beratungszeit: mittwochs 17-19 Uhr
Tel. 04356 884449

Weiterführende Schulen

Birgit Lehfeldt (Anne-Frank-Schule Bargteheide)
Beratungszeit: montags 18-20 Uhr
Tel. 04535 515210

Anette Fiedler
Tel. (040) 41167040
Beratungszeit: montags 17-19 Uhr
Mail: anette.fiedler@iqsh.de

Die Beratungslehrkräfte stehen nicht nur für eine telefonische Beratung zur Verfügung. Sie führen, soweit es ihre Zeit zulässt, auch Fortbildungen im Rahmen der schulinternen Lehrerfortbildung durch. Darüber hinaus bieten sie Module innerhalb der Lehrerausbildung und Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte an, die man über die entsprechende Internetseite des IQSH finden kann.

Die Beratungslehrkräfte können auch im Einzelfall zur Entwicklung von individuellen Lernplänen hinzugezogen werden.

Underachiever

Underachiever

Was bedeutet "Underachievement“ bei hochbegabten Schülerinnen und Schülern?

Mit Underachievement (Minderleistung) bei hochbegabten Schülerinnen und Schülern ist das Auseinanderklaffen zwischen dem vorhandenen intellektuellen Potential (IQ ≥ 130) und der tatsächlich gezeigten Leistung (Performanz) gemeint. Underachievement entsteht über einen langfristigen, oft schleichenden Prozess. Die Entstehungsgeschichte von hochbegabten Minderleistern im Sekundarstufenbereich lässt sich häufig in den Grundschul- oder Vorschulbereich zurückverfolgen.

Woran erkennt man Underachievement?

Prof. D. Rost[1] nennt zahlreiche "Verdachtsmomente“, die Lehrkräften Hinweise auf eine mögliche Hochbegabung bei unterdurchschnittlichen Leistungen geben können, zum Beispiel:

  • besondere intellektuelle Leistungen in außerunterrichtlichen oder außerschulischen Bereichen; Berichte von Eltern unter anderem über besondere Fähigkeiten, Leistungen, Expertise,
  • deutlicher Leistungseinbruch nach früheren sehr guten Leistungen,
  • schnelle Auffassungsgabe bei Einführung neuer Unterrichtsthemen,
  • vereinzelte oder gerade bei schwierigen Themen auffallend gute Beiträge bei ansonsten schwacher Aufmerksamkeit,
  • kaum Beteiligung am Unterricht, aber korrekte Antworten auf direktes Befragen.

Als Symptome werden in der Literatur darüber hinaus häufig beschrieben - in Bezug auf das schulische Arbeiten:

  • eine reduzierte Leistungsmotivation, häufig verbunden mit einem Desinteresse an schulischem Lernen,
  • eine Anstrengungsvermeidungshaltung,
  • defizitäre Lern- und Arbeitstechniken,
  • Probleme in der Beziehung zu Lehrkräften und Mitschülern,

und in Bezug auf Persönlichkeitsmerkmale:

  • ungünstige Kontrollüberzeugung,
  • ungenügend entwickelte Fähigkeit zur Selbststeuerung,
  • mangelndes Selbstvertrauen.

Zunächst gilt es zu schauen, worin diese Symptome ihre Ursache haben. Als Ursachen werden in der Literatur häufig beschrieben - in Bezug auf das schulische Arbeiten:

  • frühe und anhaltende Unterforderung, auch in Bezug auf die angebotenen Lern- und Arbeitstechniken,
  • die Art der Stoffvermittlung (lehrerzentriert/viele Wiederholungen/schrittweises Lernen) und damit verbunden die fehlende Notwendigkeit, solide Lern- und Arbeitstechniken zu entwickeln,
  • das Gefühl, nicht verstanden zu werden (keine/kaum Wertschätzung gegenüber der eigenen Leistungsfähigkeit/Missverständnisse/andere Interessen),
  • widersprüchliche Wertvorstellungen hinsichtlich schulischen Lernens in Schule und Familie,
  • ausgeprägte außerschulische Interessen, die viel Zeit binden und zur Vernachlässigung der Schule führen,

in Bezug auf Persönlichkeitsmerkmale:

  • positive oder negative Erfahrungen werden als Glück, Zufall oder Pech betrachtet und nicht auf den eigenen Einfluss zurückgeführt,
  • negative Erfahrungen z.B. Mobbing, kritische Lebensereignisse, die den Leistungsabfall/die fehlende Antriebskraft verstärken.

Was ist zu tun?

Die Förderung und Unterstützung zum Abbau des Underachievement bei einem hochbegabten Schüler/einer hochbegabten Schülerin muss an den beschriebenen Symptomen und deren Ursachen ansetzen, wobei eine auf den jeweiligen Einzelfall abgestimmte Strategie zu entwickeln ist.

Vorrangiges Ziel einer Förderung/ Unterstützung sollte die positive Stärkung der Lern- und Persönlichkeitsentwicklung der Schülerin/des Schülers sein.

Dazu ist es erforderlich, das Selbstwertgefühl der Schülerin/des Schülers zu verbessern, das heißt die persönlichen Stärken des Schülers/der Schülerin müssen im Gespräch zwischen Lehrkräften/ Erziehungsberechtigten und Betroffenen thematisiert werden. Diese Stärken muss der Schüler/die Schülerin bei den Unterstützungsangeboten einbringen können. Erfolgserlebnisse müssen gezielt ermöglicht werden und auch kleine Fortschritte bemerkt und positiv verstärkt werden. Die Erwartungen und Zielsetzungen müssen daher realistisch und gut erreichbar sein.

[1] Rost, D.H., Sparfeldt, J.R. „Underachievement“ aus psychologischer und pädagogischer Sicht in: Hessisches Kultusministerium, Hochbegabung und Schule, 1. Auflage 2008 Seite 61

Ausbildung und Fortbildung

Regelmäßige Abruf- und Terminveranstaltungen zur Begabungs- und Begabtenförderung decken ein breites Angebot zur schulischen Begabtenförderung ab.
formix - Begabungsförderung

Als Teil der Lehrerausbildung in Schleswig-Holstein finden schulartübergreifende Wahlmodule für Lehrer im Vorbereitungsdienst zu Themen der Begabten- und Begabungsförderung statt.
Ausbildungsbuchung

Schulentwicklung

Besondere Chancen bietet der Bereich der Begabungsförderung hinsichtlich der Schulentwicklung. Flexibilisierung der schulischen Strukturen, Teamarbeit und Öffnung der Schule nach außen sind im Zusammenhang mit Begabungsförderung präzise fokussierbar.

  • Zertifikat „schulische Beratungslehrkraft“
    Durch die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen zur Begabten- und Begabungsförderung im Umfang von 35 Stunden in den Bereichen Unterrichtsentwicklung, Diagnostik und Beratung kann das Zertifikat „Schulische Beratungslehrkraft Begabtenförderung“ erworben werden.
  • Schülerpaten
    Schülerpaten sind selbst (hoch-)begabte Schülerinnen und Schüler ab Klasse 9 (mind. 14 Jahre), die ihre eigenen Erfahrungen und Strategien zur erfolgreichen Bewältigung der schulischen Anforderungen an jüngere Mitschüler und Mitschülerinnen weitergeben möchten. Sie erhalten eine fundierte Ausbildung in Zusammenarbeit mit der DGhK (Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind).
  • Schulentwicklungstage
    Kollegien, die Begabungsförderung implementieren oder intensivieren möchten, erhalten maßgeschneiderte Unterstützung im Rahmen schulinterner Fortbildungen (Ganz- oder Halbtage). Auch Fachschaften oder Jahrgangsteams werden beraten und begleitet.
  • Fortbildungen für Koordinatoren und schulische Führungskräfte
    Möglichleiten und Implikationen der Begabungsförderung für Schulprogrammarbeit und Schulentwicklung werden für verschiedene schulische Leitungspositionen aufbereitet und vermittelt.

Kooperation und Netzwerk

Auch die 35 Schulen im SHiB-Programm (SHiB = Schleswig-Holstein inklusive Begabungsförderung) widmen sich in ihrer Arbeit der inklusiven Begabungsförderung; diese aber unter besonderer Betonung des Inklusionsgedankens und hinsichtlich möglicherweise auftretender Lern- und Entwicklungsschwierigkeiten begabter Schülerinnen und Schüler.

  • Kompetenzzentren
    "Kompetenzzentrum Begabtenförderung" können sich landesweit 16 weiterführende Schulen, Kitas und Grundschulen nennen. Sie beraten und unterstützen weitere Schulen bei der Begabtenförderung.
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  • Projekt Übergänge
    Im Projekt Übergänge werden Konzepte der schulartübergreifenden Kommunikation und Zusammenarbeit erprobt, die der Kontinuität von Bildungsbiografien - besonders hinsichtlich der besonderen Bedürfnisse besonders begabter Schülerinnen und Schüler - zuträglich sind.

  • SHiB
    Im SHiB-Projekt befinden sich Schulen, die Begabte mit ihren Stärken und gegebenenfalls (Lern-)Schwierigkeiten im Unterricht erkennen, die Schülerinnen und Schüler ermutigen, ihre Begabungspotenziale zu entfalten und gegebenenfalls (Lern-)Schwierigkeiten zu überwinden. Den Schülerinnen und Schülern wird so eine ihren Stärken und ihrem Potenzial angemessene Lernbiografie ermöglicht.
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Zusammenarbeit

Das IQSH arbeitet in Belangen der Begabten- und Begabungsförderung in vielfältiger Weise mit unterschiedlichen Partnern zusammen. Zu nennen sind hier insbesondere folgende Institutionen:

Kontakt

Maren Stolte
Telefon: 0431 5403-136