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Ausbildung - Arbeiten beim Land Schleswig-Holstein

© Holger Stöhrmann

"Dumme Fragen gibt es nicht"

Datum 24.10.2017

Lehrer haben vormittags recht und nachmittags frei? Auf den Jobmessen räumen Mitarbeiter des Schulministeriums mit Vorurteilen über den Lehrerberuf auf.

Drei Personen sitzen an einem Tisch und beraten junge Leute. Mit wechselnden Teams ist das Bildungsministerium auf den Jobmessen unterwegs. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Mit wechselnden Teams ist das Bildungsministerium auf den Jobmessen unterwegs. © Staatskanzlei

Ohne sie geht es nicht: Rund 28.000 Lehrerinnen und Lehrer unterrichten an den schleswig-holsteinischen Schulen. Das Berufsfeld ist vielfältig und fordernd: Sie sind Schulleiterinnen, koordinieren die Orientierungsstufe, leiten Fachkonferenzen, sind Vertrauenslehrer oder betreuen Klassen als Klassenlehrer. Doch der Fachkräftemangel betrifft auch das Bildungswesen: In den Schulen und Berufsschulen werden Lehrkräfte dringend gebraucht. Auf Jobmessen im ganzen Land wirbt das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (MBWK) für den Lehrerberuf.

Heute im Porträt: Das Team des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Waldemar Maron stammt aus der Rheinmetropole Köln. Vor mehr als 30 Jahren zog es den 51-Jährigen in den echten Norden. Als Soldat sah Maron das Meer so, wie andere es nie sehen. Vier Jahre diente er an Bord des U-Bootes "U 28". "Dann habe ich hier meine Frau kennengelernt, eine Familie gegründet und bin in Kiel hängengeblieben", erzählt Maron.

Nach seiner Dienstzeit bei der Bundeswehr machte Maron eine Ausbildung zum Justizvollzugsbeamten und arbeitete fünf Jahre in der JVA Fuhlsbüttel. 1994 absolvierte er erfolgreich eine weitere Ausbildung in der Allgemeinen Verwaltung und arbeitet seit 1996 im schleswig-holsteinischen Bildungsministerium. Seit 2015 vertritt er das Land auf den Jobmessen. Hauptamtlich begleitet Maron die Referendare an den Berufsschulen im Land von ihrer Bewerbung bis zur Abschlussprüfung und ist außerdem für den Quer- und Seiteneinstieg in den Schuldienst zuständig.

Harald Sell arbeitet seit 14 Jahren für das MBWK. Dort ist der Personaler für die Ausbildung von Lehrkräften für die Sekundarstufe I und Sonderpädagogen sowie von Nachwuchskräften für die Allgemeine Verwaltung zuständig.

Der 58-jährige Kieler arbeitete mehr als zwei Jahrzehnte in der Bundeswehrverwaltung. "Hier war es üblich, spätestens nach fünf Jahren sein Betätigungsfeld zu verändern. Deshalb bin ich viel herumgekommen", sagt Sell "Ich war im Personalwesen, als IT-Administrator und Sicherheitsbeauftragter tätig, um nur einige Beispiele zu nennen." Es verschlug ihn sogar auf den NATO-Stützpunkt Decimomannu auf Sardinien, wo er vier Jahre lang als Netzwerkadministrator arbeitete. Als 2002 seine Dienststelle in Kiel aufgelöst wurde, wechselte Sell ins Bildungsministerium.

Kampf gegen Klischees

Menschen die Angst vor dem Lehrerberuf zu nehmen, das sei es, was beide an ihrer Aufgabe reize. Immer wieder müsse man gegen Halbwahrheiten und Pauschalisierungen ankämpfen, die vor allem durch die Medien vermittelt würden. "Aber ich freue mich, wenn ein Messebesucher mir sagt, dass seine Bedenken ausgeräumt sind und er jetzt positiv in die Zukunft sieht", sagt Maron.

Abwechslungsreiche Gespräche

Auf den Messen treffen sie auf Besucherinnen und Besucher aller Altersgruppen. Mal kämen mehr Abiturienten, mal mehr Seiteneinsteiger zwischen 30 und 40 Jahren. Schülerinnen und Schüler interessierten sich vor allem für den Verlauf des Studiums, mögliche Fächerkombinationen und Jobchancen, erzählt Maron. Er betont: "Wir bemühen uns, immer ein offenes Ohr für die Probleme der Besucher zu haben." "Dumme Fragen gibt es nicht", ergänzt Sell.

Wer kann sich bewerben?

"Wer lehren will, braucht ein offenes Wesen, selbstbewusstes Auftreten und Struktur in der Lebensplanung. Der Rest ist Begabung", davon ist Sell überzeugt. Vergleichen könne man die Anforderungen in den verschiedenen Schulformen nicht. So müssten Grundschullehrkräfte oder Sonderpädagogen andere Fähigkeiten mitbringen als beispielsweise Gymnasiallehrkräfte. Wer Grundschülerinnen und Grundschüler unterrichten wolle, müsse den Unterricht spielerischer gestalten, um den Kindern etwas beizubringen. Sonderpädagogen bräuchten dagegen besonders viel Geduld, um Vertrauen zu den Schülerinnen und Schülern aufzubauen und Wissen zu vermitteln. Gleichzeitig müsse man gut mit Rückschlägen umgehen können. "Aber gerade in diesen Klassen entstehen oft besonders tiefe Bindungen zwischen dem Lehrer und seinen Schülern", sagt Sell.

Nach ihrem Hochschulstudium werden die angehenden Lehrerinnen und Lehrer im Vorbereitungsdienst für ihren Beruf angelernt. Die in Fällen eines dringenden Bedarfes einzustellenden Quer- oder Seiteneinsteiger brauchen ebenfalls einen Hochschulabschluss, aus dem sich dann die Unterrichtsfächer oder die beruflichen bzw. sonderpädagogischen Fachrichtungen ergeben.

Mehr über den Lehrerberuf erfahren

Alle Messeteams unserer Serie im Überblick

Teil 1 - Der Justizvollzug

Teil 2 - Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr

Teil 3 - Die Landespolizei

Teil 4 - Die Justiz

Teil 5 - Das Landesamt für Vermessung und Geoinformation

Teil 7 - Der Allgemeine Verwaltungsdienst