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Ausbildung - Arbeiten beim Land Schleswig-Holstein

© Holger Stöhrmann

Beamter/in im Allgemeinen Vollzugsdienst oder Werkdienst

Was macht eine Beamtin oder ein Beamter im Allgemeinen Vollzugsdienst oder im Werkdienst?

Den Beruf der Beamtin oder des Beamten im Allgemeinen Vollzugsdienst kennen die meisten Menschen nur aus den Medien, zum Beispiel wenn in einem Krimi schwere Gefängnistüren geöffnet oder geschlossen werden. Diese Darstellung hat mit den tatsächlichen Aufgaben des Allgemeinen Vollzugsdienstes jedoch wenig zu tun.

Die Beamten im Allgemeinen Vollzugsdienst wirken an der Beaufsichtigung, Betreuung und Versorgung der Gefangenen mit. Sie stellen zahlenmäßig die größte Gruppe der Bediensteten in den Justizvollzugsanstalten. Im Rahmen ihrer Aufgaben unterstützen die Beamten im Allgemeinen Vollzugsdienst die Gefangenen, damit diese das Vollzugziel eines Lebens in sozialer Verantwortung ohne Straftaten erreichen. Gleichzeitig schützen sie die Allgemeinheit durch die sichere Unterbringung der Gefangenen.

Besonderheiten im Werkdienst
Die Beamtinnen und Beamten des Werkdienstes leiten die Arbeitsbetriebe einer Justizvollzugsanstalt (zum Beispiel die Tischlerei). In den Arbeitsbetrieben sammeln die Gefangenen Arbeitserfahrung oder werden beruflich aus- oder weitergebildet. Die Beamtinnen und Beamten des Werkdienstes sind für die Organisation und Ausgestaltung der Betriebe zuständig. Sie leiten diese nach betriebswirtschaftlichen und fachlichen Grundsätzen.

Im Einzelnen

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Welche Eigenschaften sollte ich mitbringen?

Wer Beamtin oder Beamter im Allgemeinen Vollzugsdienst werden möchte, sollte folgende Fähigkeiten haben:

Soziale Kompetenz:

  • Durchsetzungsfähigkeit, damit eigene Standpunkte bzw. Weisungen und Vorgaben überzeugend dargestellt und ggf. auch gegen Widerstände durchgesetzt werden können,
  • Kommunikationsfähigkeit, um Mitteilungen klar und deutlich zu formulieren, und um Botschaften anderer auch unter Einbeziehung von Mimik, Gestik und Körperhaltung richtig interpretieren zu können,
  • Konflikt- und Kooperationsfähigkeit, damit schwierige Situationen klar erkannt und unter Berücksichtigung der Interessen anderer bewältigt werden können,
  • Einfühlungsvermögen, um sich in das Denken und Fühlen sowie das Weltbild der Gefangenen hineinversetzen zu können und so Konflikte möglichst gar nicht erst entstehen zu lassen.

Persönliche Kompetenz:

  • Aufmerksamkeit sowie Beobachtungsfähigkeit, damit Auffälligkeiten und Veränderungen bei der Arbeit mit den Gefangenen schnell erkannt und entsprechend reagiert werden kann,
  • Belastungsfähigkeit, damit die Anforderungen, die durch die besondere Situation des Arbeitens mit Straftätern im Vollzug und die Tätigkeit im Schichtdienst entstehen, gut bewältigt werden können,
  • Selbstvertrauen und Konsequenz, damit gesetzte Ziele verfolgt und getroffene Entscheidungen effizient umgesetzt werden können.

Körperliche Kompetenz:
Gute körperliche Fitness, um im Einzelfall auch unmittelbaren Zwang einsetzen zu können.

Welche Einstellungsvoraussetzungen gibt es?

Schulabschluss:

  • Die laufbahnrechtlichen Bildungsvoraussetzungen erfordern:
  • den Realschulabschluss bzw. mittleren Bildungsabschluss oder
  • den Hauptschulabschluss und den Abschluss einer für die Laufbahn förderlichen Berufsausbildung oder
  • eine abgeschlossene Ausbildung in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis oder
  • einen als gleichwertig anerkannten Bildungsstand.

Weitere Voraussetzungen:

  • Die deutsche Staatsangehörigkeit oder die Staatsangehörigkeit eines Mitgliedsstaates der EU muss nachgewiesen (siehe § 7 Beamtenstatusgesetz) werden, es muss die Gewähr dafür geboten werden, jederzeit für die freiheitlich demokratische Grundordnung im Sinne des GG einzutreten,
  • Bewerber müssen persönlich geeignet sein, das heißt den besonderen körperlichen, geistigen und charakterlichen Anforderungen des Justizvollzuges im Allgemeinen Vollzugsdienst gerecht werden.

Besonderheiten im Werkdienst
Die Meisterprüfung eines Handwerks nach der Handwerksordnung muss nachgewiesen werden.

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Ausbildungsbeginn:
1. April eines Jahres

Ausbildungsdauer:
2 Jahre

Ausbildungsaufbau:
Der Vorbereitungsdienst besteht aus der berufspraktischen Ausbildung, die in den Justizvollzugsanstalten, der Jugendanstalt und der Jugendarrestanstalt des Landes Schleswig-Holstein absolviert wird, und aus der fachtheoretischen Ausbildung von sieben Monaten, die in der Justizvollzugsschule des Landes Schleswig-Holstein in Neumünster stattfindet.

Ausbildungsaufbau
Ausbildungsbereich Dauer
Berufspraktische Einführung in der Einstellungsanstalt 2 Monate
Fachtheoretischer Einführungslehrgang an der Justizvollzugsschule2 Monate
Berufspraktische Ausbildung in der Einstellungsanstalt und weiteren Ausbildungsbehörden15 Monate
Fachtheoretischer Abschlusslehrgang an der Justizvollzugsschule 5 Monate
Laufbahnprüfung (schriftlicher Teil mit fünf Prüfungsklausuren und mündlicher Teil)

Ausbildungsorte:

• Justizvollzugsanstalten des Landes Schleswig-Holstein in Kiel, Lübeck, Neumünster, Flensburg und Itzehoe, Jugendanstalt Schleswig, Jugendarrestanstalt Moltsfelde.
• Justizvollzugsschule des Landes Schleswig-Holstein in Neumünster

Art des Ausbildungsverhältnisses:
Auszubildende werden in den Vorbereitungsdienst der Laufbahn der Fachrichtung Justiz, Laufbahngruppe 1, zweites Einstiegsamt, Laufbahnzweig Allgemeiner Vollzugsdienst oder Werkdienst in das Beamtenverhältnis auf Widerruf eingestellt.

Welche Inhalte hat die Ausbildung?

Der Vorbereitungsdienst vermittelt den Anwärterinnen und Anwärtern die Fachkenntnisse, Fähigkeiten und Methoden, die sie zur Erfüllung der Aufgaben in ihrer Laufbahn befähigen. Er dient zugleich der Persönlichkeitsbildung.

Ausbildungsinhalte der fachtheoretischen Ausbildung an der Justizvollzugsschule sind insbesondere auf den Justizvollzug bezogene rechtliche und sozialwissenschaftliche Inhalte, Vollzugskunde, Kriminologie, Psychologie, Sport, waffenlose Selbstverteidigung sowie Waffenkunde.

Wie wird die Ausbildung vergütet?

Während des Vorbereitungsdienstes werden Anwärterbezüge für das Einstiegsamt A 8 SHBesO gezahlt.

Die Vergütung der Anwärterinnen und Anwärter des AVD während des Vorbereitungsdienstes beträgt ab 01.01.2017:

Anwärtergrundbetrag: 1.099,60 €
Anwärtersonderzuschlag: 549,80 €
Zulage bei Justizvollzugsanstalten: 120,00 €
Bruttobesoldung: 1.769,40 €

Neben dem Anwärtergrundbetrag, einem Anwärtersonderzuschlag und Zulagen erhalten die Anwärterinnen und Anwärter – soweit die Voraussetzungen vorliegen – einen Familienzuschlag. Außerdem werden vermögenswirksame Leistungen gewährt.

Wie kann ich mich bewerben?

Bewerbungszeitraum:
Bewerbungsschluss ist, soweit in der jeweiligen Ausschreibung kein späterer Zeitpunkt benannt wird, in der Regel der 31. August des Vorjahres.

Notwendige Unterlagen:
Bitte übersenden Sie uns keine großen Bewerbungsmappen und Klarsichthüllen, sondern heften Sie die Bewerbung links oben zusammen. Bewerbungsmappen und Hüllen werden nicht zurückgesandt.

Der Bewerbung ist beizufügen:

  • ein aussagekräftiges Bewerbungsschreiben,
  • ein tabellarischer Lebenslauf,
  • ein Kopie des letzten Schulzeugnisses,
  • Kopien sonstiger Ausbildungs- und Berufsnachweise.

Weitere Hinweise:
Vor der Einstellung nehmen die Bewerberinnen und Bewerber an einem Auswahlverfahren teil.

Dieses Verfahren umfasst insbesondere folgende Bausteine:

  • Intelligenz-Struktur-Test,
  • schriftliche Erörterung,
  • Sporteignungstest,
  • ärztliche Untersuchung.

Bewerberinnen und Bewerber, die erfolgreich alle Bausteine dieses Verfahrens durchlaufen haben, werden zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch in der jeweiligen Justizvollzugseinrichtung eingeladen. Danach erfolgt die Entscheidung über eine Einstellung.
Frauen werden bei gleichwertiger Eignung und Befähigung im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben vorrangig berücksichtigt.
Wir möchten, dass unsere Verwaltung die kulturelle Vielfalt der Bevölkerung widerspiegelt und suchen daher Menschen aus allen Kulturkreisen. Ausdrücklich begrüßt werden auch Bewerbungen von Menschen mit Migrationshintergrund.

Bewerbungen sind an die Justizvollzugsschule Schleswig-Holstein zu richten:
Justizvollzugsschule
Holsatenring 16-24
24539 Neumünster

Welche Berufschancen gibt es?

Anzahl der Plätze für den Vorbereitungsdienst:
Die Einstellungsbedarfe werden jeweils in der örtlichen Tagespresse sowie im Internet ausgeschrieben. Die Anzahl der Plätze richtet sich eng nach dem Einstellungsbedarf.

Übernahmemöglichkeiten nach der Ausbildung:
Nach bestandener Prüfung endet das Beamtenverhältnis auf Widerruf automatisch. Ein Anspruch auf Übernahme besteht nicht.
Wenn eine Übernahme möglich ist, werden die Anwärterinnen und Anwärter nach bestandener Laufbahnprüfung als Justizhauptsekretärin/Justizhauptsekretär bzw. Hauptwerkmeisterin/Hauptwerkmeister in das Beamtenverhältnis auf Probe (siehe § 4 BeamtStG) übernommen.
Nach erfolgreicher Absolvierung einer Probezeit von drei Jahren (§ 10 BeamtStG, § 19 Abs. 2 LBG) erfolgt die Ernennung zur Beamtin oder zum Beamten auf Lebenszeit.

Fortbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten:
In der Laufbahn der Fachrichtung Justiz, Laufbahngruppe 1, zweites Einstiegsamt, Laufbahnzweig Allgemeiner Vollzugsdienst und Werkdienst, gibt es 2 Besoldungsgruppen:
Justizhauptsekretärin / Justizhauptsekretär bzw. Hauptwerkmeisterin / Hauptwerkmeister A8 SHBesO
Justizamtsinspektorin / Justizamtsinspektor bzw. Betriebsinspektorin / Betriebsinspektor A9 SHBesO

Für herausgehobene Tätigkeiten besteht darüber hinaus die Möglichkeit, zur Justizamtsinspektorin bzw. zum Justizamtsinspektor oder Betriebsinspektorin / Betriebsinspektor mit Amtszulage ernannt zu werden.

Wo kann ich mich informieren?

Für weitere Fragen stehen Ihnen im Ministerium für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung
Herr Ulrich Roth (0431/988-3819)
und
Frau Sabrina Rehbein (0431/988-3814)
gerne zur Verfügung.