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Ausbildung - Arbeiten beim Land Schleswig-Holstein

© Holger Stöhrmann

Justizfachangestellte/r

Was macht ein/e Justizfachangestellte/r?

Sie sind das Bindeglied zwischen der Justiz und den Bürgern und sorgen gemeinsam mit Richterinnen und Richtern, Rechtspflegerinnen und -pflegern sowie Justizfachwirtinnen und –wirten für einen reibungslosen Ablauf bei Gericht.

Justizfachangestellte arbeiten einerseits als rechte Hand von Richtern, Staatsanwälten und Rechtpflegern. So protokollieren sie Gerichtsverhandlungen, setzen Termine fest oder sorgen für die Einhaltung von Fristen. Kurzum, sie kümmern sich um alle wichtigen Fragen der Büroorganisation und Verwaltung im Justizapparat.

Auf der anderen Seite unterstützen sie Bürgerinnen und Bürger mit Rat und Tat bei ihren rechtlichen Anliegen. Dabei nehmen sie zum Beispiel unterschiedliche Anträge an und vermitteln diese an die entscheidenden Stellen, kassieren Einzahlungen oder beglaubigen Unterlagen. Sie sind in Geschäftsstellen nach Fachgebiet (zum Beispiel: Familien, Grundbuch, Nachlass, etc.) organisiert, um so möglichst effizient und bürgernah alle Anfragen zu bearbeiten.

Im Detail: Justizfachangestellte...

  • nehmen Anträge, Rechtsmittel, Rechtsbehelfe und Erklärungen auf
  • setzen Informations- und Kommunikationstechniken aufgabenorientiert ein
  • erteilen Auskünfte
  • führen Registraturarbeiten durch
  • verwalten Dateien und Karteien
  • sind für den Posteingang und Postausgang zuständig
  • berechnen, vermerken und überwachen Fristen
  • gewähren Akteneinsicht
  • fertigen und beglaubigen Schriftstücke
  • führen die Statistik
  • veranlassen Zustellungen
  • erstellen Protokolle
  • berechnen Kosten
  • überwachen Zahlungseingänge

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Welche Eigenschaften sollte ich mitbringen?

Justizfachangestellte bearbeiten häufig sensible Rechtsangelegenheiten und stehen in direktem Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern. Daher ist eine charakterliche Eignung in diesem Beruf sehr wichtig. Wer diesen Beruf ergreifen möchte, sollte ...

  • vertrauenswürdig sein,
  • aufgeschlossen gegenüber unterschiedlichen Menschen sein,
  • kommunikationsstark und empathisch mit Menschen umgehen können,
  • zuverlässig und gewissenhaft arbeiten
  • über sehr gute Sprach- und Rechtsschreibefähigkeiten verfügen,
  • versiert im Maschinenschreiben sein,
  • gerne mit Zahlen umgehen.

Welche Einstellungsvoraussetzungen gibt es?

Schulabschluss:

  • Für den Ausbildungsberuf ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben.
  • Im Hinblick auf die beruflichen Anforderungen sollte mindestens ein guter Hauptschulabschluss oder diesem gleichgestellter Bildungsabschluss vorliegen.

Weitere Voraussetzungen:

  • gute Rechtschreibkenntnisse
  • eine schnelle Auffassungsgabe für unterschiedlichste Zusammenhänge
  • kontaktfreudig sein und sich für Menschen interessieren.

Erwünscht sind gute EDV- und Maschinenschreibenkenntnisse.

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Die praktische Ausbildung findet bei einem Ausbildungsgericht statt. Im Berufsbildungszentrum Schleswig-Holstein in Schleswig werden Inhalte aus dem Berufsschulunterricht in Blöcken unterrichtet.

  • Im zweiten Ausbildungsjahr: schriftliche Zwischenprüfung
  • Abschlussprüfung:

    • umfasst schriftliche Aufsichtsarbeiten in den Lernfeldern:

      • gerichtliche Verfahrensabläufe
      • Büroorganisation
      • Wirtschafts- und Sozialkunde
    • Die praktische Prüfung erfolgt in der Textverarbeitung. In einem Prüfungsgespräch wird die fallbezogene Rechtsanwendung der/des Auszubildenden getestet.

Weitere Informationen zum Berufsbildungszentrum Schleswig finden Sie auf der Homepage:

Berufsbildungszentrum Schleswig

Ausbildungsorte:

  • Ausbildungsgerichte für den Einstellungsjahrgang 2018 sind die Amtsgerichte Kiel, Lübeck, Ahrensburg und Pinneberg.
  • Berufsbildungszentrum Schleswig/Schleswig-Holstein
    Link: Der Ausbildungsverlauf und die Ausbildungsinhalte sind in der Verordnung über die Berufsausbildung zur Justizfachangestellten/ zum Justizfachangestellten vom 26.01.1998 (kurz: JFAngAusbV), sowie im Berufsbildungsgesetz (BBiG) geregelt.

JFAngAusbV (PDF 62KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Tarifvertrag für Auszubildende der Länder in Ausbildungsberufen nach dem Berufsbildungsgesetz (PDF 40KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Art des Ausbildungsverhältnisses:
Während der Ausbildung stehen die Justizfachangestellten in einem tariflichen Ausbildungsverhältnis.

Welche Inhalte hat die Ausbildung?

Der theoretische Unterricht beinhaltet unter anderem die folgenden Fächer:

  1. Staatsrecht
  2. Zivil- und Strafprozessrecht
  3. Kosten- und Entschädigungsrecht
  4. Erb- und Familienrecht
  5. Grundbuch
  6. Büroorganisation, Textverarbeitung
  7. Wirtschafts- und Sozialkunde

Im praktischen Abschnitt erfolgt die Ausbildung in den Geschäftsstellen der Gerichte und Staatsanwaltschaft, wo Sie Ihre spätere Tätigkeit als Geschäftsstellenmitarbeiterin bzw. -mitarbeiter kennen lernen. Die Kenntnisse in der Datenverarbeitung werden weiter vertieft und die Schreibfertigkeit geschult.

Ansprechpartner während der Ausbildung:
In jedem Ausbildungsgericht stehen Ausbildungsleiterinnen oder Ausbildungsleiter als Ansprechpartner zur Verfügung, die den Ablauf der Ausbildung koordinieren.
Darüber hinaus sind beim Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgericht in Schleswig als zuständige Stelle nach § 76 Berufsbildungsgesetz (BBiG) Ausbildungsberater bestellt, die die Durchführung der Berufsausbildung überwachen und ebenfalls als Ansprechpartner bei Fragen oder Problemen der Auszubildenden zur Verfügung stehen.

Wie wird die Ausbildung vergütet?

Während der Ausbildung stehen die Justizfachangestellten in einem tariflichen Ausbildungsverhältnis. Während dieser Zeit erhalten die Auszubildenden ein monatliches Entgelt gemäß § 2 des Änderungstarifvertrags Nr. 3 zum TVA-L / BBiG vom 10.03.2011:

Ab 1. Januar 2018:
im ersten Ausbildungsjahr: 936,82 Euro,
im zweiten Ausbildungsjahr: 990,96 Euro,
im dritten Ausbildungsjahr: 1.040,61 Euro.

Im Dezember eines jeden Ausbildungsjahres steht dem Auszubildenden eine Jahressonderzahlung in Höhe von 95% des Ausbildungsentgelts zu, welches am Entgelt des Vormonats gemessen wird (§ 16TVA-L / BBiG). Bei erfolgreich abgeschlossener Abschlussprüfung wird eine Abschlussprämie (§ 20 TVA-L / BBiG) in Höhe von 400,00 € (Stand: 17.11.2010) gezahlt.

Wie kann ich mich bewerben?

Bewerbungszeitraum:
Bis zum Ende 30. September des Vorjahres.

Notwendige Unterlagen:

  • ein aussagefähiges Bewerbungsschreiben mit einer kurzen Darstellung, warum Sie sich für diesen Beruf entschieden haben
  • ein tabellarischer Lebenslauf
  • das Schulabschlusszeugnis bzw. Halbjahreszeugnis
  • ggf. Beschäftigungszeugnisse oder
  • Qualifizierungsnachweise.

Weitere Hinweise:

  • Von der Übersendung von Bewerbungsfotos sollte abgesehen werden.
  • Bewerberinnen und Bewerber mit Behinderung werden bei entsprechender Eignung bevorzugt eingestellt. Der Nachweis der Behinderung ist der Bewerbung - in Kopie - beizufügen
  • Frauen werden bei gleichwertiger Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben vorrangig berücksichtigt.

Die Bewerbung ist an eine der folgenden Adressen zu richten:

Für das Amtsgericht Ahrensburg
Präsident des Landgerichts Lübeck
Schwartauer Landstraße 9 - 11
23554 Lübeck

Für das Amtsgericht Lübeck
Präsident des Landgerichts Lübeck
Schwartauer Landstraße 9-11
23554 Lübeck

Für das Amtsgericht Kiel
Präsidentin des Landgerichts Kiel
Schützenwall 31 - 35
24114 Kiel

Für das Amtsgericht Flensburg
Präsident des Landgerichts Flensburg
Südergraben 22
24937 Flensburg

Welche Berufschancen gibt es?

Anzahl der Ausbildungsplätze:
Die Zahl der Einstellungen richtet sich nach dem voraussichtlichen künftigen Bedarf an Justizfachangestellten.

Übernahmemöglichkeiten nach der Ausbildung:
Mit Ablauf der Ausbildungszeit endet das Ausbildungsverhältnis. Ein Anspruch auf Übernahme in ein Angestelltenverhältnis besteht nicht. Die Einstellung richtet sich nach freien Stellen.

Verdienstmöglichkeiten:
Das Entgelt der Justizfachangestellten richtet sich nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L). Die Eingruppierung erfolgt entsprechend der Tätigkeit.

Tarifvertrag der Länder TV-L

Fortbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten:
Leistungsorientierte Stufenaufstiege sind innerhalb der Entgeltgruppe möglich.

Weitere berufliche Optionen:
Mit Abschluss der Berufsausbildung besteht die Möglichkeit bei anderen Landes- und Bundesbehörden, bei Rechtsanwälten und Notaren, sowie bei anderen Arbeitgebern der freien Wirtschaft ein Arbeitsverhältnis aufzunehmen. 

Wo kann ich mich informieren?

Justiz

Ansprechpartner:
Für weitere Fragen stehen Ihnen am Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgericht gern zur Verfügung:
Frau Stallbaum (04621 86-1200) und im Vertretungsfall Frau Peters (04621 86-1224).

Weitere Informationen:
Justizfachangestellte bzw. Justizfachangestellter ist ein nach dem Berufsbildungsgesetz staatlich anerkannter Ausbildungsberuf.

Allgemeine Informationen zum Beruf der/des Justizfachangestellten erhalten Sie auch bei der Arbeitsagentur. Dort haben Sie auch die Möglichkeit den Informationsfilm über den Beruf der/des Justizfachangestellten abzurufen.

Arbeitsagentur

Das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht nimmt jährlich an den verschiedenen Nordjobmessen teil. Ihre Fragen beantworten wir auch gern in einem persönlichen Gespräch am Messestand. Aktuelle Termine erfahren Sie hier! Messetermine 2018

Nordjob