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Aktuelles: Erfassung von Altstandorten

Staatskanzlei

Aktuelles: Erfassung von Altstandorten

Altlasten: Systematische Erfassung von Altstandorten weitgehend abgeschlossen - Umweltminister Habeck: "Das schafft Grundlagen für gezielte Maßnahmen zum Schutz der Umwelt und für mehr Sicherheit beim Grundstückskauf"

KIEL. Beim Umgang mit Altlasten aus mehr als 100 Jahren Industrie- und Gewerbegeschichte ist Schleswig-Holstein einen wesentlichen Schritt vorangekommen. Die systematische Erstbewertung von Altstandorten ist weitgehend abgeschlossen. "Damit sind entscheidende Grundlagen gelegt, damit gezielt Maßnahmen zum Schutz der Umwelt ergriffen werden können und Käufer und Eigentümer von Grundstücken mehr Sicherheit erhalten", sagte Umweltminister Robert Habeck heute (19. Dezember 2016) bei der Vorstellung des Berichtes zur Erfassung von Altstandorten in Kiel.

90 Prozent der Standorte sind unproblematisch, 10 Prozent müssen untersucht werden.

Alte Gewerbe- und Industriestandorte, so genannte Altstandorte, können mit Schadstoffen belastet sein und die Umwelt gefährden. Bis heute sind etwa 87.000 Standorte mit altlastrelevanter Nutzung durch Auswertung historischer Unterlagen und Gewerbeabmeldungen erfasst, knapp 74.000 davon sind inzwischen bewertet. Ergebnis: "Für 90 Prozent der untersuchten Flächen kann Entwarnung geben werden. Eigentümer oder Käufer dieser Flächen müssen sich keine Sorgen wegen möglicher Belastungen machen. Bei 10 Prozent der Fälle, nach derzeitiger Schätzung etwa 8.000, müssen die Bodenschutzbehörden weiter untersuchen", sagte Habeck.

In den letzten fünf Jahren hatte das Land zusammen mit den Bodenschutzbehörden einen besonderen Schwerpunkt bei dem Arbeitsschritt der Erstbewertung von Altstandorten gesetzt und für die großen Städte und Gemeinden im Land eine vollständige Bearbeitung der Datenbestände erreicht. So ist die Bewertung mittlerweile für knapp 74.000 Standorte abgeschlossen worden. Von dem Rest entfällt etwa die Hälfte auf die Städte Kiel und Lübeck mit besonders hohen Fallzahlen. Hier wird die systematische Überprüfung deshalb noch fortgesetzt. Die dann noch in kleinen ländlichen Gemeinden verstreut liegenden Reste werden anlassbezogen z. B. im Rahmen von Bebauungsplanverfahren oder Baugenehmigungen bearbeitet.

"Es ist eine wahre Detektivarbeit: Es ging darum, herauszufinden, ob und von welchen Standorten – etwa Metall verarbeitende Betriebe oder Lackierereien – eine Gefahr ausgehen kann oder nicht. Jetzt gibt es für fast alle Standorte Klarheit. Damit haben die Behörden die nötigen Grundlagen, um gezielt dort weiter zu untersuchen, wo es erforderlich ist, und dann tatsächlich belastete Standorte sanieren zu lassen", sagte Habeck.

Das Land hat die Erstbewertung insgesamt mit 5 Millionen Euro unterstützt. "Die weiteren Untersuchungen von Verdachtsflächen können ins Geld gehen. Deshalb werden wir im nächsten Jahr die Arbeiten der Bodenschutzbehörden mit rd. 1,2 Millionen Euro unterstützen", sagte der Minister.

Künftiger Schwerpunkt bei chemischen Reinigungen: "Die früher eingesetzten Lösemittel können die Umwelt besonders gefährden"

Schwerpunkt werden dabei zunächst Branchen sein, bei denen sich der Gefahrenverdacht bei Untersuchungen besonders oft bestätigt. Hierzu gehören beispielsweise alte chemische Reinigungen. "Die Lösemittel, die dort in der Vergangenheit ohne große Schutzmaßnahmen eingesetzt worden sind, können Bewohner von Gebäuden und das Grundwasser gefährden", sagte Habeck.