Eigenverantwortung stärken
Die Eigenverantwortung von Schulen zu stärken und ihre Handlungsspielräume zu erweitern ist ein wichtiges Vorhaben der Landesregierung.
Die Qualität der schulischen Arbeit soll gesichert und weiter entwickelt werden. Einerseits werden klare Ziele gesetzt durch die Orientierung an länderübergreifenden Bildungsstandards, die der Vegleichbarkeit der Abschlüsse und der Chancengleichheit dienen. Andererseits erhalten die Schulen Gestaltungsfreiheit in den Mitteln und Wegen, diese Ziele zu erreichen und für sich eigene Schwerpunkte festzulegen. Insgesamt bedarf es einer ausgewogenen Balance zwischen staatlicher Gesamtverantwortung und schulischer Eigenverantwortung in folgenden Handlungsfeldern:
Unterricht gestalten
Kern der Schulentwicklung ist die Unterrichtsentwicklung. Das Ziel, Schülerinnen und Schüler zum individuell bestmöglichen Abschluss zu führen, lässt sich am ehesten auf der Basis erweiterter schulischer Gestaltungsspielräume im Bereich der Lern- und Unterrichtsorganisation erreichen. Schulen entscheiden schon heute eigenverantwortlich über:
- die Zusammensetzung der Lerngruppen,
- die Ausgestaltung der Kontingentstundentafel,
- den Differenzierungsmodus beim bildungsgangübergreifenden Lernen in Regional- und Gemeinschaftsschulen,
- die Wahl zwischen G8 und G9 oder auch das Nebeneinander beider Optionen an Gymnasien (im Einvernehmen mit dem Schulträger),
- die Entwicklung schulinterner Fachcurricula,
- die Ausgestaltung des Wahlpflichtbereichs,
- Art und Umfang der Leistungsnachweise und Zeugnisse,
- das Förderkonzept zur Absicherung der indiviudellen Förderung,
- die Nutzung des Beurteilungsspielraumes bei Entscheidungen über die Schullaufbahn und
- die Rhythmisierung des Schulltages und des Schuljahres.
Gerade angesichts erweitereter Gestaltungsoptionen hat sich die modellhafte Konkretisierung der Rahmenvorgaben als hilfreich erwiesen. Um Handlungssicherheit und Entlastung zu gewährleisten, wird das Angebot an Orientierungshilfen kontinuierlich ausgeweitet. (Siehe Angebot zum Download rechts.)
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Personal entwickeln
Mehr als bisher brauchen eigenverantwortliche Schulen die Möglichkeit, auf die Zielsetzungen und Schwerpunkte ihres Schulprogramms abgestimmte Personalentscheidungen treffen zu können. An der Auswahl der Funktionsstelleninhaber werden Schulleiterinnen und Schulleiter inzwischen grundsätzlich beteiligt. Mit der Zuweisung eines einheitlichen Budgets an Leitungszeit unterstreicht der neue Leitungszeiterlass die Absicht, Lehrkräfte und Funktionsträger verstärkt in die eigenverantwortliche Gestaltung der Schulentwicklung einzubeziehen und dafür entsprechende Ressourcen bereitzustellen.
Mit Einführung des Online-Stellenmarktes Schule erhalten Bewerberinnen und Bewerber die Möglichkeit, sich papierlos und interaktiv über das Internet auf konkrete freie Stellen im Schuldienst Schleswig-Holsteins zu bewerben. Zeitnah, flexibel und unabhängig von Erscheinungsterminen können sich Interessierte bundesweit über freie Lehrerstellen informieren und Bewerbungsunterlagen elektronisch übertragen. Schulen können in Abstimmung mit dem Bildungsministerium freie Stellen über den Online-Stellenmarkt ausschreiben, Auswahlgespräche führen und Besetzungsentscheidungen treffen.
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Finanzielle Ressourcen
Im Rahmen einer Stärkung der Eigenverantwortung der Schulen stellt "Geld statt Stellen" ein Instrument zur Sicherung und Erweiterung des Unterrichtsangebotes, zur Umsetzung eines von der Schulkonferenz beschlossenen pädagogischen Konzeptes sowie zur Qualitätssicherung des Unterrichts dar. Mit den dabei eingesetzten Mitteln, die vom Bildungsministerium durch Umwandlung von freien Stellenanteilen zur Verfügung gestellt werden, können Schulen und Schulämter eigenverantwortlich auf der Grundlage von tariflichen Beschäftigungsverhältnissen, freien Dienstverträgen mit Selbstständigen und Kooperationsverträgen mit außerschulischen Partnern lehrendes oder nicht-lehrendes Personal für den unterrichtlichen oder unterrichtsergänzenden Einsatz auswählen oder einzelne Lehrkräfte, Fachschaften oder ganze Kollegien durch gezielte Fortbildungsangebote höher qualifizieren.
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Schulqualität
Eigenverantwortung bedeutet auch Verantwortung für die Qualität der Ergebnisse und die Qualität der Angebote, die Schulen für die individuelle Lern- und Persönlichkeitsentwicklung ihrer Schülerinnen und Schüler bereitstellen. Auf der Grundlage der von der Kultusministerkonferenz verabschiedeten Bildungsstandards stehen den Schulen vor allem zwei wichtige Instrumente mit unterschiedlichen Zielfunktionen zur Verfügung:
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