Intensivierungsstunden

Zum neuen Schuljahr werden im achtjährigen gymnasialen Bildungsgang erstmals Intensivierungsstunden erteilt. Damit sollen die Schülerinnen und Schüler entlastet werden.

Was sind Intensivierungsstunden?
Intensivierungsstunden sind im Rahmen des Fachunterrichts eigens ausgewiesene Stunden, in denen die Schülerinnen und Schüler in kleineren Lerngruppen individuell gefördert werden. Sie dienen im verkürzten Bildungsgang der Einübung und Vertiefung und sollen den individuellen Lernprozess unterstützen. Schülerinnen und Schülern soll Gelegenheit gegeben werden, durch Wiederholen und zusätzliches Einüben ihr Grundwissen zu festigen und bestehende Lücken zu schließen. Andererseits sollen Schülerinnen und Schülern in Intensivierungsstunden auch Möglichkeiten eröffnet werden, ihre Stärken und bestehende Potenziale auszubauen. Die Leistungen werden nicht benotet und es gibt keine Hausaufgaben.

Organisation
Von dem Schuljahr 2010/2011 an sind für die fünf Jahrgangsstufen der Sekundarstufe I acht Intensivierungsstunden in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und in den Fremdsprachen im achtjährigen Bildungsgang des Gymnasiums vorgesehen. Diese Fach-Intensivierungsstunden werden in der Unterrichtsverteilung mit zwei Lehrkräften besetzt. In der Orientierungsstufe sind vier Intensivierungsstunden vorgesehen, die verbleibenden vier sind auf die Jahrgänge 7 bis 9 im achtjährigen Bildungsgang zu verteilen.
Die Zahl der in der Kontingentstundentafel vorgesehenen Pflichtstunden für die Sekundarstufe I erhöht sich durch die Einführung der Intensivierungsstunden nicht. Die Schülerinnen und Schüler erhalten weiterhin 163 Stunden Pflichtunterricht, davon entfallen acht Stunden auf die Fach-Intensivierungsstunden.
Im Schuljahr 2010/2011 werden die Intensivierungsstunden in den Jahrgängen 5 bis 7 des achtjährigen Bildungsganges am Gymnasium erteilt.

Einsatz der Lehrkräfte
Die Entscheidung, in welchen Kernfächern für welchen Zeitraum Intensivierungsstunden erteilt werden können, ist unter anderem unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Zahl an Fachlehrkräften zu treffen. Folgende Varianten sind denkbar:

  • Die Lehrkraft, die in der Klasse den Fachunterricht erteilt, unterrichtet zum Beispiel in der Orientierungsstufe vier Stunden die ganze Klasse, in zwei Intensivierungsstunden die Hälfte der Klasse. In diesen Stunden erhält die andere Hälfte der Klasse Intensivierungsunterricht in einem anderen Fach.
  • Der Unterricht wird in den Intensivierungsstunden von zwei Lehrkräften gestaltet (Tandembildung). Der Vorteil besteht darin, dass die Lerngruppe sehr flexibel in kleinere Lerngruppen aufgeteilt werden kann. Die gemeinsame Gestaltung entlastet die Lehrkräfte. Der Verbleib der ganzen Lerngruppe im Klassenraum ist gegebenenfalls möglich.
  • In einem dreizügigen Jahrgang werden pro Intensivierungsfachstunde sechs Lehrkräfte eingesetzt, die in sechs, aus den drei Klassen gebildeten, Lerngruppen unterrichten. Der Vorteil bei diesem Modell besteht darin, dass ein breites thematisch angelegtes Angebot erfolgen kann: zum Beispiel Wortschatzarbeit, Vertiefung Grammatik, Textproduktion.

Gruppenbildung
Die Gruppen können klassenintern oder innerhalb eines Jahrgangs klassenübergreifend gebildet werden. Leitgedanke ist die Verbesserung der Förderung der einzelnen Schülerin, des einzelnen Schülers. Zunächst erfolgt die Klärung des inhaltlichen Förderbedarfs bei den Schülerinnen und Schülern durch den Fachlehrer der Klasse, um daraus ein differenziertes Angebot abzuleiten. Die Entscheidung für heterogen zusammengesetzte Gruppen hat Auswirkungen auf die Angebote und ihre Vermittlung; eine Binnendifferenzierung ist nötig. Die Entscheidung für homogen zusammengesetzte Gruppen bietet den Vorteil, dass die Schülerinnen und Schüler weniger einem Konkurrenzdruck ausgesetzt sind. In höheren Jahrgangsstufen ermöglicht eine klassenübergreifende Teilung die passgenaue individuelle Förderung.

Es ist nicht notwendig, dass die Gruppen gleich groß sind.
In bestimmten Phasen kann auch die Aufteilung nach Geschlecht eine Variante der Gruppenbildung darstellen.
Möglich sind halbjährlicher, jährlicher Wechsel oder aber auch epochale Organisation im Rahmen der Möglichkeiten der Stundenplangestaltung.

Stundenplan
Eine Möglichkeit, die Intensivierungsstunden in den Stundenplan einzubauen ist, die Stunden in die Kernzeiten des Unterrichts am Vormittag zu legen. Dann wechseln sich Fachintensivierungsstunden mit dem Fachunterricht ab. Aber auch Blockbildungen sind möglich, zum Beispiel am Ende der Schulwoche, etwa für alle Klassen des sechsten Jahrgangs am Freitag oder 14tägige Blocks.

Gestaltung von Intensivierungsstunden

Beispiele, wie in den einzelnen Fächern die Intensivierungsstunden gestaltet werden können, finden Sie hier



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