Die Profiloberstufe
Für die Profiloberstufe gelten zum Schuljahr 2010/11 überarbeitete Regeln:
- Das Unterrichtsvolumen wird von 102 auf 97 Stunden reduziert.
- Die Zahl der Fächer in den Naturwissenschaften und in den Fremdsprachen wird bei gleichzeitig erhöhter Stundenzahl reduziert. Bislang gab es in der Oberstufe zwei Naturwissenschaften und zwei Fremdsprachen jeweils zweistündig. An diese Stelle treten jetzt drei dreistündige Fächer - also zwei Naturwissenschaften und eine Fremdsprache oder ein naturwissenschaftliches Fach und zwei Fremdsprachen.
- Die Profile erhalten erweiterte Kombinationsmöglichkeiten, die Verbindung affiner Fächer wird ermöglicht (Profil ergänzende Fächer müssen nicht mehr aus zwei verschiedenen Aufgabenfeldern kommen)
- Die Kernfächer (im Klassenverband, gegebenenfalls mit anderen Fächern wie Sport und Geschichte) und die Profilgruppe können organisatorisch getrennt werden, um eine Optimierung der Klassenzusammensetzung (Gruppengröße, Geschlechterverteilung) zu erreichen.
- Fächer, die nicht im Klassenverband oder der Profilgruppe unterrichtet werden, können den Schülerinnen und Schülern zur Wahl angeboten werden.
- Das Abitur kann man künftig auch mit vier Prüfungsfächern ablegen.
Von den veränderten Prüfungsbedingungen können auch Schülerinnen und Schüler profitieren, die sich bereits im Schuljahr 2009/10 in der Oberstufe befinden.
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Fächer in der Oberstufe
Die Profiloberstufe gilt sowohl an Gymnasien als auch an Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe. Im achtjährigen Bildungsgang am Gymnasium beginnt sie in der Jahrgangsstufe 10, in den Gemeinschaftsschulen in der Jahrgangsstufe 11 jeweils mit der Einführungsphase. Diese dauert ein Jahr. Anschließend folgt die zweijährige Qualifikationsphase.
Die Fächer in der Oberstufe gliedern sich in drei Aufgabenfelder:
- Sprachlich-künstlerisches Aufgabenfeld: Deutsch, Fremdsprachen, Kunst, Musik und Darstellendes Spiel
- Gesellschaftswissenschaftliches Aufgabenfeld: Geschichte, Geografie, Wirtschaft/Politik, Religion und Philosophie
- Mathematisch-naturwissenschaftliches Aufgabenfeld: Mathematik, Biologie, Chemie, Physik und Informatik
Sport ist keinem Aufgabenfeld zugeordnet.
Kernfächer
Wesentliches Ziel der Oberstufen-Struktur ist eine breitere Allgemeinbildung, die unter anderem in den Kernfächern vermittelt wird. Das sind die Fächer Deutsch und Mathematik sowie eine Fremdsprache. Während der Einführungsphase werden sie dreistündig unterrichtet und in der Qualifikationsphase vierstündig.
Profile
Profile bestimmen das Gesicht der gymnasialen Oberstufe. Ein Profil ist mehr als ein Fach oder eine bloße thematische Ausrichtung. Es ist attraktiv, weil es eine thematische Schwerpunktsetzung in enger Verbindung des Profil gebenden Faches mit zwei weiteren Fächern möglich macht. Die übrigen Fächer können sich optional - wo es sinnvoll im Lehrplan der Fächer passt - ebenfalls an dem Thema ausrichten. Jede Schule richtet mindestens ein sprachliches und ein naturwissenschaftliches Profil ein. Ausnahmen müssen vom Bildungsministerium genehmigt werden.
Zu jedem Profil gehören mindestens drei Profilfächer: Das Profil gebende Fach, das mit Ausnahme der Kernfächer jedes als Prüfungsfach zugelassene Fach sein kann. Außerdem zwei das Profil ergänzende Fächer, in denem mit dem Profil gebenden Fach fächerübergreifend zusammengearbeitet wird.
Grundsätzlich stehen fünf Profile zur Verfügung: das naturwissenschaftliche, das sprachliche, das gesellschaftswissenschaftliche, das ästhetische und das sportliche. Wie diese Profile dann im Einzelnen gestaltet werden, ist Ergebnis eines Meinungsbildungsprozesses in der jeweiligen Schule, in den auch die Schulkonferenz einbezogen wird.
Die Themen und die Profil ergänzenden Fächer eines Profils werden mindestens für ein halbes Schuljahr festgelegt. Die Schülerinnen und Schüler wählen am Beginn der Einführungsphase ein Profil. Ein Wechsel zu einem anderen Profil ist zum Halbjahr der Einführungsphase möglich.
Kunst und Musik
Grundsätzlich findet der Unterricht in der Profiloberstufe im Klassenverband statt, doch es sind Ausnahmen von dieser Regelung möglich. Die Fächer Kunst und Musik tragen nicht nur zur Allgemeinbildung bei, sondern sie bieten den Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit zu eigenen gestalterischen Aktivitäten; sie sind also in höherem Maße als andere Fächer begabungsorientiert. Darum steht es künftig in der Eigenverantwortung der Schulen zu entscheiden, ob sie die Fächer Kunst und Musik nur im Klassenverband oder auch in davon abweichenden Lerngruppen unterrichten wollen. Es soll aber gewährleistet sein, dass die Einrichtung von Lerngruppen nicht zu Lasten des Unterrichtsangebotes in der Sekundarstufe I erfolgt.
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Abitur
Die Abiturprüfung zum Abschluss der Profiloberstufe besteht wahlweise aus vier oder fünf Prüfungen in unterschiedlichen Fächern. In drei Fächern - dem Profil gebenden Fach und zwei Kernfächern - finden schriftliche Prüfungen statt. Die vierte Prüfung ist wahlweise eine mündliche Prüfung oder eine Präsentationsprüfung. Eine freiwillige fünfte Prüfung kann entweder eine mündliche Prüfung oder eine „Besondere Lernleistung“ sein.
Jede Schülerin und jeder Schüler entscheidet am Beginn des dritten Schulhalbjahres der Qualifikationsphase, in welchen Fächern die Abiturprüfung abgelegt werden soll und welche Form die vierte und gegebenenfalls fünfte Prüfung haben soll. Folgende Voraussetzungen müssen dabei erfüllt werden:
- Erstes und zweites schriftliches Abiturprüfungsfach sind zwei der drei Kernfächer (Deutsch, Fremdsprache, Mathematik).
- Drittes schriftliches Abiturprüfungsfach ist das Profil gebende Fach.
- Aus jedem Aufgabenfeld muss mindestens ein Fach Prüfungsfach gewählt werden.
- Die ausgewählten Fächer wurden durchgängig in der gesamten Oberstufe unterrichtet.
- Sport kann als Profil gebendes Fach drittes Prüfungsfach sein oder in allen anderen Profilen viertes Prüfungsfach.
- Kernfächer können nur erstes oder zweites Prüfungsfach sein.
Die Leistungen aus der Qualifikationsphase werden gleich gewertet. Die Ergebnisse aus Qualifikationsphase und die Ergebnisse aus der Abiturprüfung gehen im Verhältnis 2:1 in die Endnote ein.
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