Konzept
Kindertagesstätten fördern die Sprach- und Sprechentwicklung aller betreuten Kinder.Grundlage ist das seit 1996 immer weiter entwickelte "Integrative Sprachförderkonzept (Fördesprache)". Es gilt als bundesweit beispielgebend und verknüpft erstmals die Arbeit der beteiligten Institutionen und Personen zu einem Netzwerk.
Das Konzept besteht aus folgenden Bausteinen:
- Sprachförderung auch bei Kindern nichtdeutscher Sprache (Allgemeine Sprachförderung)
Schleswig-Holstein war das erste Bundesland, das die Sprachförderung in den Kindertageseinrichtungen konsequent und systematisch aufgebaut hat. Bereits seit dem Schuljahr 1996/97 werden landesweit kostenlose Fortbildungsreihen für Erzieherinnen und Erzieher in dem Bereich "Sprachförderung" angeboten. Bis 2009 haben rund 8.500 Erzieherinnen und Erzieher daran teilgenommen, pro Jahr erhöht sich diese Zahl um 350. Zusätzlich werden landesweit Arbeitskreise für bereits fortgebildete Erzieherinnen und Erzieher angeboten. Ausgangsbasis der Sprachförderung ist die Sprachbeobachtung durch fortgebildete Erzieherinnen und Erzieher - dazu werden die Verfahren SELDAK (für deutsch aufwachsende Kinder) und SISMIK (für Kinder nichtdeutscher Erstsprache) eingesetzt. mehr lesen
- Ohrentraining in Kitas: "Förderung der phonologischen Bewussheit"
Seit 2000 wird die "Förderung der phonologischen Bewusstheit" im letzten halben Jahr vor der Einschulung in die Sprachförderung der Kindertageseinrichtung einbegzogen. Sie zielt darauf, alle Kinder auf den Schriftspracherwerb vorzubereiten und Lese-Rechtschreibschwierigkeiten vorzubeugen. Wissenschaftliche Untersuchungen (Schneider, Universität Würzburg 1999) haben gezeigt, dass so geförderte Kinder deutlich bessere Chancen auf einen problemlosen Schriftspracherwerb haben. Als Material stehen ein Übungskatalog und Arbeitsblätter sowie seit 2006 ein Übungsprogramm zur Verfügung, das phonologische Bewusstheit und Literacy miteinander verknüpft. mehr lesen
- Sprachheilpädagogische Förderung im Elementarbereich
Aufgabe der Sprachheilförderung ist es, sprachgestörte Kinder frühzeitig zu fördern und sie so rechtzeitig vor der Einschulung zu rehabilitieren. Deshalb arbeiten Kindertageseinrichtungen und die Sprachheillehrkräfte der Förderzentren eng in der Prävention zusammen. Pro Jahr werden rund 6.000 Kinder sprachheilpädagogisch betreut (davon 80 Prozent im Vorfeld der Schule), zusätzlich gibt es 6.000 Beratungen (davon 75 Prozent im Vorfeld der Schule).In einem Jahr werden also 9.300 Kinder im Vorfeld der Schule erfasst und sprachheilpädagogisch betreut. Bis 2010 soll die Zahl der Lehrerstellen im Bereich der Sprachheilarbeit im Vorfeld der Schule auf 120 anwachsen. mehr lesen
- Förderung Kleingruppen für Kinder ab drei Jahren. mehr lesen
- Spracheinschätzung im Rahmen der vorgezogenen Schulanmeldung und Sprachintensivförderung zwischen Schulanmeldung und Einschulung SPRINT. mehr lesen
Begleitende Projekte:
- Drei Jahre in der Kita
Eltern erhalten in Informationsveranstaltungen und in zweisprachigen Informationsblättern Hinweise über die Vorteile eines dreijährigen Besuches ihres Kindes in einer Kindertageseinrichtung.
- Sprachförderung in der Ausbildung zum Erzieher / zur Erzieherin
Im Anschluss an das erfolgreiche Modellprojekt "Ausbildungsmodul Sprachförderung" an der Fachschule Elly-Heuss-Knapp in Neumünster ist dies 120-Stunden umfassende Modul verbindlicher Bestandteil der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern an den schleswig-holsteinischen Fachschulen für Sozialpädagogik
- Übergang Kindertageseinrichtung - Grundschule
Das Thema Sprachförderung spielt auch in der Zusammenarbeit von Kindertageseinrichtungen und Grundschule eine zentrale Rolle.
Die Grafik zum Herunterladen finden Sie in der rechten Spalte unter dem Titel "Fördesprache"