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Rainer Wiegard warnt: Deutsche Wohnungsbestände nicht in ausländische Fonds drängen

Erscheinungsdatum:
15.12.2006

Kiel/Berlin. Der Bundesrat hat heute (15. Dezember) beschlossen, deutsche Immobiliengesellschaften mit börsennotierten Anteilen (so genannte REITs = Real Estate Investment Trusts) zu ermöglichen, die auch privatwirtschaftliche Wohnungen erwerben können. Dazu erklärte der schleswig-holsteinische Finanzminister Rainer Wiegard: "Schleswig-Holstein hat sich in der Abstimmung im Bundesrat zwar enthalten, da innerhalb der Koalition unterschiedliche Auffassungen bestehen. Dennoch ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass wir die Chancen der REITs für Deutschland nicht verspielen und damit deutsche Wohnungsbestände in ausländische Fonds drängen dürfen." In Richtung der Kritiker des Bundesratsbeschlusses sagte Wiegard: "Würde sich Deutschland diesem Marktsegment verschließen, würden sich Finanzinvestoren ausländischer REITs bedienen, um deutsche Mietwohnungsbestände zu erwerben." Damit hätte der deutsche Gesetzgeber die Chance verspielt, die Rahmenbedingungen mitzugestalten, warnte der Finanzminister. "Die wohnungspolitische Logik, warum deutsche Immobilien in ausländischen Immobilienfonds besser angelegt sein sollen als in deutschen, erschließt sich mir nicht", so Wiegard.

Der geschätzte Marktwert der Bestandswohnimmobilien in Deutschland beträgt etwa 40 bis 60 Milliarden Euro. Dieses Marktsegment stellt damit ein wichtiges Betätigungsfeld für REITs dar. "Eine Öffnung dieses Geschäftsfeldes wird die Attraktivität der REITs als Investmentinstrument in erheblichem Maße steigern und sich auf den Finanzplatz Deutschland positiv auswirken", erklärte Wiegard. Der Bundesrat habe sich deshalb zu Recht gegen eine gesetzliche Beschränkung des Betätigungsbereichs deutscher REITs auf Geschäftsgrundstücke und Neubauwohnimmobilien ausgesprochen. Wiegard teilt die Befürchtungen der Kritiker im Hinblick auf die städtebauliche Entwicklung und Nachteile für Mieter nicht. Es sei im Gegenteil positiv, wenn sich für die Kommunen der Interessentenkreis für vorhandene Wohnimmobilien erweitere. Sie erhalten damit eine zusätzliche Möglichkeit, durch Verkäufe aus ihrem Immobilienbestand finanzielle Spielräume zu gewinnen, die sie dann auch zur Stadtentwicklung nutzen könnten.

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