Sensationeller Neufund: Alpine Kreuzattaschenbecken in Norderstapel

Das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein vergibt seit 2005 nach eingehender Schulung Genehmigungen an ehrenamtlich tätige Metallsondengänger. Ziel ist es, historisch interessierte Bürger in die Erforschung der Landesgeschichte einzubinden. Gesucht werden darf vor allem in der durchpflügten Ackerschicht. Diese Suche hat sich nun besonders gelohnt: Stephan Wieck aus Norderstapel ist in seinem Heimatort die Entdeckung einer für Schleswig-Holstein völlig neuartigen Fundgattung gelungen. Vor wenigen Tagen konnte er ein Signal orten und verständigte sogleich die Archäologen. Eine umgehend ausgeführte Nachgrabung durch Grabungstechniker Jan Fischer ergab, dass hier ein 2800 Jahre altes Depot aus vier Kreuzattaschenbecken vorliegt.

Diese stammen aus dem östlichen Alpenraum. Man mag darüber rätseln, durch welche weitgespannten Handelsverbindungen sie nach Norderstapel gelangten! Offensichtlich wurden die kostbaren Importwaren den Göttern geopfert und an versteckter Stelle im Boden vergraben. Die bereits stark beschädigten archäologischen Kostbarkeiten konnten jetzt gerade noch rechtzeitig vor dem nächsten Pflügen geborgen werden und befinden sich nun in der Obhut des Restaurators Gerhard Stawinoga im Archäologischen Landesmuseum, Schloss Gottorf, in Schleswig.

Für die Erforschung der jüngeren Bronzezeit in Schleswig-Holstein eröffnet der Zufallsfund ungeahnte Perspektiven!



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